So unterschiedlich kann man ein Kompakt-SUV interpretieren:
Mercedes setzt beim
GLK auf die klassische Kante,
Audi hält mit dem eleganten
Q5 dagegen. AUTO BILD hat die beiden Allradler miteinander verglichen.
Das schwäbische Kasten-SUV kann überall gut mithalten und bietet den klar besseren Komfort als sein Konkurrent. Am Ende ist der
Mercedes ...
... aber doch etwas zu behäbig und auch zu teuer. In Punkten ausgedrückt sind das 325 von 500 möglichen – zu wenig, um den Audi zu besiegen.
Mercedes setzt beim
GLK 300 auf einen drei Liter großen Sechszylinder. Die Maschine schickt 231 PS und 300 Nm in den Allradantrieb.
Mit 7,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt der Mercedes ein paar Zehntel schneller als der Audi und wirkt dennoch gemütlicher. Das liegt an der butterweichen, ...
... aber nicht ganz so schnell schaltenden Siebenstufen-Automatik und am Schrankwand-Aufbau. Luft- und Rollwiderstände bremsen den GLK bei 210 km/h ein. Verbrauch im Testdurchschnitt: 11,8 Liter Super auf 100 Kilometer.
Der GLK rollt geschmeidiger und gelassener in den Sonnenuntergang als der Q5. Trotz Sportpakets mit feisten 19-Zoll-Alurädern und 20 mm Tieferlegung ...
... begegnet der Benz den aktuellen Frostaufbrüchen mit Nachsicht – eine gewisse Grundhärte im Umgang mit Fahrbahnfehlern bleibt allerdings spürbar.
Das kastige Cockpit im Mercedes wirkt schlichter und weniger vornehm als der Arbeitsplatz des Audi, ohne dass wir an der Solidität zweifeln würden.
Die Sitzposition lässt uns nicht ganz so selbstverständlich mit dem Auto verschmelzen. Immerhin gönnt das schwäbische SUV uns eine tolle Übersicht und erleichtert das Parken in engen Lücken, zudem verwöhnt der (teurere) GLK mit der besseren Ausstattung.
Wo das Kastendesign des GLK auch das bessere Platzangebot vermuten lässt, belegt die Sitzprobe das Gegenteil: Beim Konkurrenten haben Knie und Schultern eine Handbreit mehr Luft. Dafür beweist der fünf Zentimeter höhere GLK auf allen Plätzen Sinn für klassische Mode – Hutträger und Frauen mit Dutt ...
... reisen im Mercedes bequem mit erhobenem Haupt. Dafür muss beim Familienausflug sorgsamer gepackt werden. Das Gepäckabteil des Mercedes ist mit 450 Litern ausgebucht, maximal können 1550 Liter untergebracht werden.
Teure Einkaufshilfe: Die Klappbox kostet 70 Euro extra – plus 68 Euro für die flache Kofferraumwanne.
An der Kasse überholt der Mercedes den Audi locker: Für den GLK 300 verlangen die Stuttgarter 46.946 Euro. Das Sport-Paket Exterieur für 1845 Euro ist bereits im Preis eingerechnet.
Vergleichstestsieger mit 342 von 500 möglichen Punkten wird der
Audi Q5. Obwohl der Ingolstädter beim Komfort ziemlich harte Saiten aufzieht, ...
... fährt er doch klar nach vorn. Sein vergnügliches Handling und der günstigere Preis geben am Ende den Ausschlag.
Man muss ja nicht immer sechs haben: Die Maschine im Q5 kommt mit vier Zylindern aus, setzt die insgesamt zwei Liter großen Brennräume per Turbolader unter Druck: Ergebnis: 211 PS und 350 Nm Drehmoment, ...
... die den wahrlich nicht kleinen Q5 ausgesprochen flott über die Straßen wirbeln. 7,9 Sekunden bis Tempo 100 und 222 km/h Höchstgeschwindigkeit werfen nun wirklich nicht die Frage auf, ob so ein 2.0 TFSI denn wohl reicht. Er reicht locker, ...
... und zusammen mit dem wunderbaren S-tronic-Getriebe macht die Maschine im Bug richtig Programm, verbraucht dabei im Testdurchschnitt 11,8 Super auf 100 Kilometer.
Unnachgiebig zeigt sich der Q5 im Kampf mit Querfugen und Gullydeckeln. Auf seinen schicken 18-Zoll-Rädern stolpert der
Audi über schlechtes Parkett wie Frauen in Stilettos über vereiste Bürgersteige, ...
... grobe Straßenschäden versetzen die Karosserie in heftigen Aufruhr, die Insassen können mühelos eine genaue Beschreibung des Schlaglochs liefern. Auch wenn das Handling ...
... des Q5 durchaus sportliche Ambitionen beweist und der 1856-Kilo-Brocken recht flink ums Eck wetzt – dieses Fahrwerk ist echt die Härte.
Das schwungvolle Cockpit offeriert nicht nur funktional, sondern auch qualitativ absolute Spitzenklasse. Die Materialien schmeicheln, ...
... die Verarbeitung weckt Vertrauen, die Sitze passen perfekt.
Auch in der zweiten Reihe sind Sie im Audi Q5 willkommen. Erst bei Gästen über 1,90 Meter mangelt es an Kopffreiheit.
Das schafft Platz auf der Mittelkonsole: Die elektrische Parkbremse ersetzt den klassischen Handbremshebel.
Fernbedienung: Die Fondlehnen lassen sich vom Kofferraum aus entriegeln, fallen dann flach nach vorn, ...
... und machen so Platz für bis zu 1560 Liter Gepäck. In fünfsitziger Konfiguration können immer 540 Liter hinter der Heckklappe verstaut werden.
Alternative zum vollwertigen Reserverad und zu "Tire-Fit": das Faltnotrad – allerdings nur gegen Aufpreis mit an Bord.
Für den Q5 2.0 TFSI quattro S tronic verlangt Audi 44.500 Euro – inklusive "drive select" für 300 und Dynamiklenkung für 1000 Euro. Damit fährt der Ingolstädter auch den Preis-Leistungs-Sieg ein.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Um eines gleich klarzustellen: Diese beiden Edel-SUVs gehören zum Besten, was man in der kompakten Allradklasse fahren kann. Sie bieten ausreichend Platz, ...
... temperamentvolle Motoren und (fast) jeden erdenklichen Luxus. Was bei beiden stört, sind der unzeitgemäß hohe Verbrauch und ...
... der stattliche Preis. Am Ende siegt der günstigere und dynamischere Q5 – wer aber Komfort und Kanten bevorzugt, sollte zum GLK greifen."
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