Größenwahn oder Glanznummer? Mit dem scharfen TTS greift Audi jetzt ganz schamlos ...
... sogar den Porsche Boxster an. Da liegt Zündstoff in der Luft. Ein offener Vergleich.
Zwei offene Versuchungen: Der Audi wirkt ausgesprochen bullig und wehrhaft, der Porsche setzt stärker auf Dynamik und Erotik.
Audi strebt in allen Baureihen danach, dynamischer als BMW, hochwertiger als Mercedes zu sein. Eigentlich logisch, dass die Ingolstädter ...
... mit dem TTS in Richtung Porsche Boxster zielen. Zumal ja auch schon der R8 dem 911er Konkurrenz machen will. Aus dem ersten Vergleich der kleinen Roadster ...
... geht der aufgemotzte TT tatsächlich als Punktsieger hervor. Weil der Audi den Porsche im Karosserie- und im Kostenkapitel schlägt.
Gute Wahl: Um den TTS unter Dampf zu setzen, vertrauen die Ingenieure auf den Zweiliter-Turbo. Das Aggregat mobilisiert beeindruckende 272 PS und schickt schon bei 2500 Touren das volle Drehmoment von 350 Nm in den Antriebsstrang. Damit kann der ...
... feuerrote Sportler dem Porsche aber in Sachen Fahrleistungen trotzdem nicht ganz das Wasser reichen: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der TTS 5,8 Sekunden, ...
... maximal sind 250 Sachen drin. Keinen Zweifel an seinen sportlichen Ambitionen lässt das Fahrwerk aufkommen – der TTS erreicht bei minimaler Lenkarbeit maximale Querbeschleunigungen.
Die Zeichen des Sportlers: Am Heck atmet eine vierflutige Auspuffanlage die Verbrennungsrückstände aus, ...
... Alu-Blenden an den Außenspiegeln werten die Optik zusätzlich auf. Dazu gibt es einen glanzvergitterten Kühlergrill, tiefere Schweller und spezielle 18-Zöller.
Der TTS punktet mit inneren Werten. Tür auf, reinschlüpfen, wohlfühlen – da erinnert er an einen Sportschuh, der Nike Air Zoom unter den Roadstern. Tolle Sportsitze, ...
... ein Cockpit, das verwöhnt und nicht verwirrt, Spitzenqualität – nur das unten abgeflachte Lenkrad ist ein Gag zu viel.
Etwas zu optimistisch: Das Ende der Tachoskala ist erst bei 300 km/h erreicht. Da kommt der TTS vielleicht im freien Fall hin.
Der TTS wird konventionell geschaltet (DSG kostet 2150 Euro Aufpreis). Kein Problem, wenn die Sache so reibungslos funktioniert wie hier.
Platz fürs Wochenendgepäck: Der Kofferraum schluckt maximal 250 Liter.
Preis-Leistungs-Sieger: Wie zu erwarten, ist der Audi TTS mit einem Grundpreis von 47.750 Euro deutlich günstiger als der Porsche Boxster S.
Zweiter nach Punkten, aber bei allem, was mit Fahren zu tun hat, erweist sich der Porsche Boxster S als unschlagbar.
Über diese Kiemen versorgt der Boxster S seinen Motor mit Frischluft. Der 3,4 Liter große Sechszylinder-Boxer mit 295 PS und 340 Nm Drehmoment ...
... gibt sich über das zentrale Doppelendrohr mit dem typisch porschigen Klang zu erkennen. Wenn es hier so richtig sportlich brüllt, ...
... schießt der Boxster S in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Bei forcierter Gangart über die Landstraße flüstert er über die Lenkung unablässig Botschaften in die Handflächen, ...
... füttert den Hintern mit den aktuellsten Infos vom Fahrwerk und driftet so bereitwillig durch die Kurven, dass es dem Fahrer unwillkürlich ein Permanentgrinsen ins Gesicht zaubert. So müssen Sportwagen sein, ...
... da macht es auch nichts, dass dieser TTS dauerhaft den Rückspiegel füllt. Davonfahren geht mit dem Boxster höchstens auf freier Autobahn mit maximal 272 km/h. Wer auf der linken Spur ...
... mit Xenonlicht für etwas mehr Überholprestige sorgen will, zahlt beim Boxster S 1059 Euro extra. Das helle Licht ist beim TTS übrigens Serie.
Der Arbeitsplatz im Porsche: Man sitzt tiefer, sportlicher als im Audi. Sicher, die Einrichtung wirkt im Vergleich leicht verstaubt, und für die vielen Minischalter braucht es spitze Finger. Doch im Boxster herrscht echte Sportwagenatmosphäre.
Da gehört er hin: Der große Drehzahlmesser sitzt in der Mitte. Die Tachoskala reicht wie im TTS bis Tempo 300 – aber der Boxster S kommt deutlich näher dran.
Platz da: Gepäck kann im Porsche vorne und hinten verstaut werden. Insgesamt ergibt sich ein Volumen von 280 Litern.
Der Boxster S ist fast 10.000 Euro teurer als der Audi TTS. Allerdings sind im Preis von 57.054 Euro bereits das PASM für 1547 Euro und das Sport-Chrono-Paket für 797 Euro eingerechnet.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König: "Wenn es um die subtileren Genüsse des Fahrens geht, führt in dieser Klasse kein Weg am Boxster S vorbei. Das kann auch der neue Audi TTS nicht verhindern. Dieser gefühlte Vorsprung ...
... des Porsche ändert allerdings nichts daran, dass der Audi-Roadster, sachlich gesehen, fast alles richtig macht: Er liegt hervorragend, ...
... geht blendend, verbraucht weniger und ist obendrein auch noch deutlich erschwinglicher ...
... als der Boxster. Das macht ihn im Vergleichstest zum geborenen Punktesammler."
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