Das heißeste Duell der deutschen Business-Klasse geht in die nächste Runde: Der neue BMW 5er trifft auf den Erzrivalen Mercedes E-Klasse. AUTO BILD hat die beiden mit dickem Diesel zum ersten Vergleich gebeten.
Gesichter machen Autos: eindrucksvoll der Mercedes (links), eher lustbetont der BMW. Außer der Niere erinnert beim 5er kaum noch etwas an den Vorgänger. Bemerkenswert ist neben der gefälligeren Optik ...
... auch der enorme Längenzuwachs: 4,90 Meter misst der 5er nun – bei einem Radstand von gewaltigen 2,97 Metern.
Da kann selsbt die alles andere als zierliche E-Klasse nicht mehr mithalten: Sie streckt sich auf 4,87 Meter, Vorder- und Hinterachse sind zehn Zentimeter enger zusammen, als beim BMW, aber ...
... das bedeutet mitnichten, dass man hinten im Benz schlechter säße, als im BMW. Im Gegenteil: Im Fond gibt es in der E-Klasse sogar mehr Platz ...
.. als im 5er, wo die Passagiere ebenfalls auf bequemen Polstern reisen. Der Einstieg nach hinten durch die etwas schmaleren Türausschnitte fällt schwerer als beim Mercedes. Nichts zu meckern ...
... gibt es vorne: Hier bietet der neue 5er optimalen Komfort auf den optionalen Luxussesseln – die x-fach verstellbaren Polster kosten 2260 Euro extra.
Nicht so luxuriös wie bei BMW, aber auch bequem geht es am Arbeitsplatz des Mercedes zu. Die aufblasbaren Mulitikontursitze sind mit 619 Euro Aufpreis sogar vergleichsweise günstig.
Das Interieur des neuen 5er zeigt noble Eleganz und eine zum Fahrer hin geneigte Mittelkonsole nach klassischem BMW-Muster. Auf dem Pilotensitz geht es beengter zu als in der E-Klasse. Nur im Münchner gibt es das 10,2-Zoll-Display und ...
... die 2200 Euro teure Achstufen-Automatik – hier in der "Sport"-Ausführung –, die sich ...
... selbstverständlich auch über Paddel am Lenkrad zum manuellen Gangwechsel überreden lässt.
Bei der Cockpit-Gestaltung setzt BMW auf zwei große Rundinstrumente, die von Tank- und Temperaturanzeige flankiert werden.
Assistenz-Armada: Der BMW achtet auf die Fahrspur, überwacht Geschwindigkeitslimits, schaut im Dunklen in Farbe auf die Straße und vieles mehr. Wer will, kann den großen Bayern sogar automatisch einparken lassen.
Er ist übersichtlich, bedienungsfreundlich und geräumig, aber im Vergleich zum BMW wirkt das Mercedes-Cockpit auch ein bisschen bieder. Typisches Merkmal ist ...
... der Wählhebel für die serienmäßige Siebengang-Automatik hinter dem Lenkrad, der ...
.. auf dem Mitteltunnel schön viel Platz für den Dreh-Drück-Steller des Bediensystems schafft.
Der Blick ins Cockpit zeigt bei Mercedes den großen, zentral platzierten Tacho – links daneben Uhr und Tankanzeige, rechts daneben Drehzahlmesser und Kühlwassertemperatur.
Reichlich Platz fürs Reisegepäck: Der Kofferraum des BMW 5er schluckt 520 Liter und ...
... muss sich dem Gepäckabteil seines Widersachers doch knapp geschlagen geben: Die E-Klasse kann immer 540 Liter verpacken. Hier wie dort gibt es die klappbaren Rücksitzlehnen nur gegen Aufpreis.
Rund ist out in Stuttgart: Bei den vorderen Leuchteneinheiten setzt die jüngste E-Klasse eher auf eckig.
Unverkennbar: Auch wenn sich die äußere Form immer mal wieder ändert, leuchten im BMW-Gesicht Doppelscheinwerfer.
Schöner Bogen: Die Optik der Heckleuchten am neuen 5er hat schon der Crossover GT vorweggenommen. Hier zeigt der BMW seinen dynamischen, schwungvollen Charakter, ...
... während man bei Mercedes eher auf einen aufrechten, kantigen Look setzt.
Auf großem Fuße nur fürs Foto: Der BMW hat sich mit 19-Zöllern schick gemacht, rollt serienmäßig allerdings mit Felgen im 17-Zoll-Format vom Band. Noch eine Nummer kleiner ...
... ist der Mercedes bestückt: Die E-Klasse steht serienemäßig auf 16-Zöllern.
BMW serviert dem 530d seine Antriebskraft aus einem drei Liter großen Reihensechszylinder. Die Maschine mobilisiert 245 PS und ...
... genau wie das Mercedes-Aggregat 540 Nm Drehmoment. Die Stuttgarter bauen auf sechs Zylinder in V-förmiger Anordnung. Aus drei Litern Hubraum holt der Motor 231 PS. Das ist zwar etwas weniger als beim BMW, aber ...
... in Sachen Fahrleistungen herrscht trotzdem nahezu Gleichstand, zumindest wenn man den Werksangaben glaubt: Der E 350 CDI sprintet in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, ...
... wofür der BMW 530d 6,3 Sekunden braucht. Beide Oberklasse-Limousinen ...
... setzen der Beschleunigung bei 250 km/h ein Ende. Beim Normverbrauch wird BMW seinem Ruf als Meister der ökonomischen Dynamik erneut gerecht: Der 530d kommt laut Werk mit 6,2 Litern aus, ...
... der Mercedes mit 7,1 l/100 km. Da hat der 5er sie also vorn, seine lange Nase.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Wolfgang König: "Ein BMW zum Angewöhnen. Er markiert den Stand der Technik, er konzentriert sich auf die markentypischen Werte, und er sieht blendend aus. Was bei BMW-Neuheiten in den vergangenen Jahren und Monaten ja nicht immer der Fall war. Nur das Raumangebot, ...
... das ist nicht berühmt. Von einem 4,90-Meter-Auto hätte ich da deutlich mehr erwartet. Hat der Stern der E-Klasse ausgestrahlt? Er leuchtet etwas schwächer, ganz klar, ...
... aber er leuchtet nach wie vor, und zwar auf seine ureigene Art. BMW oder Mercedes – das bleibt weiterhin eine Frage des Charakters."
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