Mit dem neuen
Santa Fe will
Hyundai auch den deutschen Premiumherstellern Kunden abspenstig machen. Ob das auch beim Platzhirsch
BMW X3 gelingen könnte, klärt der Vergleich.
Der Santa Fe ist wohl der erste Koreaner, der nicht aus reiner Ratio gekauft wird. Das SUV ist eine imposante Erscheinung, gekonnt gestaltet, und es beherrscht den Spagat zwischen Baumarkt ...
... und Nobel-Boutique mit einer Selbstverständlichkeit, die vor ein paar Jahren für asiatische Autos noch undenkbar war. Kompliment. Ein Auftritt, ...
... den BMW mit dem X3 perfektioniert hat. Auch er passt in jeder Lebenslage. Trotzdem fahren beide SUVs ein gutes Stück unter der Neidgrenze, ...
... wohl auch, weil sie keine Schickimicki-Gefährte à la
Porsche Cayenne sind, sondern vor allem als grundsolide Familientransporter taugen.
Mit einer Länge von knapp 4,70 Metern sind Hyundai Santa Fe ...
... und BMW X3 zwar rund 20 Zentimeter kürzer als ein Oberklasse-Kombi, bieten aber ähnlich viel Platz.
Hier kann vor allem der Hyundai punkten. Er ist sowohl in der ersten Reihe als auch im Fond deutlich geräumiger als sein Konkurrent aus Bayern.
Vor allem im Fond können sich lange Passagiere fast schon räkeln. Tolles Detail: die längs verstellbare Rückbank.
Der BMW kontert mit der besseren Sitzposition und den bequemen, straffen Sportsitzen, die vielfach verstellbar den Aufpreis von 630 Euro wert sind.
Hier geht es deutlich weniger luftig zu als im Hyundai. Überzeugend bei beiden ist die erhöhte Sitzposition – die Übersicht ist vor allem in der Stadt überragend.
Der BMW-Kofferraum schluckt zwischen 550 und 1600 Liter, ...
... das Gepäckabteil des Hyundai ist mit 543 bis 1680 beim Maximalvolumen ein wenig größer.
Die Geschwindigkeit, mit der die Koreaner bei der Qualität aufgeholt haben, grenzt schon an Hochbegabung, wie der Santa Fe eindrucksvoll beweist. Weiche Kunststoffe, sorgsam zusammengefügt, ...
... satt rastende Schalter und das Navigationssystem mit hochauflösendem Display stehen dem BMW kaum nach.
Sicher ist sicher: Der Santa Fe ist serienmäßig mit einem Spurhalteassistenten ausgerüstet.
Die Lenkung des Koreaners lässt sich in drei Stufen einstellen – überflüssig
Teure Angelegenheit: Das BMW-Cockpit ist prima verarbeitet. Allerdings kostet fast alles, was hier nett ausschaut, saftige Aufpreise.
Hightech: Das Fahrwerk des BMW lässt sich mittels Wippschlater links vom Automatikwählhebel verstellen, ...
... eine Kamera erkennt Verkehrsschilder, zeigt Tempolimits im Cockpit-Display an – beides gibt es für den Hyundai nicht.
BMW musste herbe Kritik für den ersten X3 einstecken. Fahrdynamisch war er zwar nicht zu schlagen, dafür aber zu hart und ruppig abgestimmt. Aber auch Bayern sind lernfähig, der neue X3 ist harmonischer.
Obwohl er sich fast so handlich wie ein Pkw fährt, bietet er ordentlichen Komfort. Einzig kurze Stöße pariert der X3 schlecht, trotz des verstellbaren Fahrwerks für 1100 Euro Aufpreis.
Gelungen ist hingegen das agile, wieselflinke Fahrverhalten fast ohne Seitenneigung. Dazu passt die Sportlenkung (200 Euro Aufpreis), mit der sich das SUV ähnlich handlich wie ein deutlich kleinerer 3er fährt.
Bei der Abstimmung hält der Hyundai nicht mit. Sein Fahrwerk ist straffer, ohne dass der Santa Fe mit ausgeprägter Dynamik auffällt, ...
... er untersteuert im Grenzbereich brav. Harmlos, aber unsportlich. Zumal das ESP den Santa Fe rigide auf Kurs hält.
Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Motoren. Der BMW wirkt mit seinem Zweiliter-Diesel (184 PS, 380 Nm) trotz niedrigerer Leistung spritziger, ...
... wozu die fantastische Achtstufenautomatik mit ihren unmerklichen Schaltvorgängen und kleinen Drehzahlsprüngen beiträgt. Allerdings läuft der BMW-Vierzylinder rau.
Das Hyundai-Aggregat (2,2 Liter Hubraum, 197 PS, 421 Nm) wirkt geschmeidiger und leiser, ...
... lässt allerdings jede Dynamik vermissen: Die Sechsstufenautomatik schaltet sanft und träge, ...
... gemütlich nimmt der Santa Fe beim Tritt aufs Gaspedal Fahrt auf. Subjektiv ist es kaum zu glauben, dass unter der Haube fast 200 PS stecken – das fühlt sich am Steuer nach deutlich weniger an. Zusammen mit dem harten Fahrwerk eine etwas unharmonische Kombination, ...
... unterm Strich ist der BMW einfach deutlich feiner austariert,
Platz zwei mit 501 von 700 Punkten: Der Santa Fe 2.2 CRDi kann mit dem X3 mithalten. Er ist geräumig, der leise Dieselmotor harmoniert mit der sanften Automatik. Das Fahrwerk ist allerdings zu hart, ...
... ohne dynamische Vorteile zu bringen. Der Hyundai ist teuer, hat aber serienmäßig Vollausstattung und fünf Jahre Garantie an Bord.
Platz eins mit 529 von 700 Punkten: Man merkt dem X3 xDrive 20d an, dass BMW schon lange Erfahrung mit SUVs hat – kaum ein Konkurrent ist ähnlich feingeschliffen. Vor allem das Fahrwerk überzeugt, ...
... bietet hohen Komfort und agiles Fahrverhalten. Der brummige Motor und das hohe Preisniveau sind keine BMW-Stärken.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Stefan Voswinkel: "Der Angriff auf BMW ist Hyundai erstaunlich gut gelungen – auch wenn der Santa Fe den Vergleich nicht gewinnen kann, ...
... denn dafür fehlt es ihm gegenüber dem rundum geschliffenen X3 vor allem an einer überzeugenden Fahrwerkabstimmung. Beim Antrieb spielt Hyundai hingegen schon jetzt in der obersten Liga mit – Kompliment.
Überraschend das Selbstvertrauen der Koreaner bei der Preisgestaltung: Der Santa Fe ist zwar viel besser ausgestattet als der BMW, aber auch teurer."
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