In der Mittelklasse hat sich Citroën zuletzt schwergetan. Jetzt starten die Franzosen einen neuen Versuch. Der C5 drängt sich zwischen Ford und Audi. AUTO BILD wollte wissen, ...
... wo er sich einsortiert. Ist er auf Augenhöhe mit dem Mondeo oder kann er sogar dem A4 gefährlich werden? Klassische Klappen haben alle drei, der C5 die höchste Ladekante. Am Ende des Testes ist die faustdicke Überraschung, dass ...
... der Ford Mondeo seine beiden Konkurrenten auf die Plätze verweist. Der große Kölner zeigt nirgendwo ernsthafte Schwächen, allerdings ...
... werfen mäßige Garantieleistungen und kurze Inspektionsintervalle den ansonsten nicht teuren Ford im Kostenkapitel leicht zurück.
Mit etwas über 4,84 Meter Länge ist der Mondeo ein Riese. Typisch sind die prägnant ausgestellten Radhäuser. Unter der langen Haube steckt ein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel. Mit seinen 140 PS und 320 Nm Drehmoment ...
.. schiebt er den Wagen in 10,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bis auf 210 km/h Höchstgeschwindigkeit. Auch wenn der Mondeo nicht ganz so zackig einlenkt ...
... wie der Audi A4, kann sein Fahrwerk überzeugen. Die im Vergleich zu seinem deutschen Konkurrenten etwas stärkeren Lastwechselreaktionen beim Gaswegnehmen in der Kurve erfordern einen stärkeren Bremseingriff des ESP.
Sitzkomfort mit leichten Einschränkungen: Die Seitenwangen der Sitzflächen stehen im Ford etwas zu eng. Dafür verwöhnt hinten aber ein enormes Platzangebot.
Aufgezwungenes Komfortpaket: Den 140 PS starken Diesel gibt es beim Mondeo ausschließlich mit der teuren "Ghia"-Ausstattungslinie. Und wenn es dann noch das Navi mit Sieben-Zoll-Bildschirm sein darf, kommen noch satte 2420 Euro obendrauf.
Ungewöhnliches Cockpit-Layout: großer Tacho rechts, halbrunder Drehzahlmesser links, dazwischen ein großes Zentraldisplay.
Überragend: Mit 550 Litern Kofferraum-Volumen deklassiert der Mondeo seine beiden Konkurrenten.
Praktisch: der Tankstutzen ohne Deckel. Kleine Sperrklinken im Zulauf geben dabei automatisch den Verschluss frei.
Winzig: Eine kleine Taste im Türgriff verriegelt das Auto. Das "Key-free"-System gibt es für 460 Euro.
Preislich im Testmittelfeld: Inklusive der 355 Euro teuren 17-Zoll-Bereifung kostet der Ford Mondeo 2.0 TDCi Ghia 29.355 Euro.
Der zweite Platz geht nach Ingolstadt: Der Audi A4 kann vor allen Dingen mit seinem ...
... spritzigen und druchzugsstarken Zweiliter-TDI punkten. Das per Turbo aufgeladene Aggregat mobilisiert 143 PS und 320 Nm Drehmoment.
Hübsch: Der A4 verteilt kräftige Flanken und eine markante Abrisskante am Heck auf rund 4,70 Meter Länge. Was so dynamisch aussieht, ...
... fährt sich übrigens auch so. In 9,9 Sekunden erreicht der A4 Tempo 100 und stoppt den Vortrieb erst bei 215 km/h. Schneller ist in diesem Vergleich keiner.
Beim Fahrwerk ganz vorne: Kein Konkurrent liegt so satt auf der Straße wie der A4, keiner biegt so zackig ein und lenkt so präzise.
Typisch Audi: das geschwungene LED-Leuchtband im Scheinwerfer (bei Xenon-Licht für 975 Euro Serie) und ...
... die piekfeine Innenraum-Anmutung mit zweifarbiger Ausstattung.
Uneingeschränktes Lob: Die Sitze des Audi sind erstklassig gepolstert, genau richtig ausgeformt und bieten dank optimaler Verstellung immer eine perfekte Position.
Sicher: Sollte sich ein Auto im toten Winkel befinden, warnt eine blinkende Lichtleiste am Außenspiegel – für 550 Euro extra.
Kleinlich: Mit 480 Litern Fassungsvermögen ist der A4-Kofferraum zwar noch ganz passabel, aber ab Werk gibt es nicht einmal eine Durchreiche.
Mehr geht nicht: Mit einem Preis von 31.250 Euro liegt der A4 2.0 TDI Attraction als einziger Testkandidat jenseits der 30.000-Euro-Marke. Allerdings sind die 850 Euro für die 17-Zöller schon eingerechnet.
Der Citroën C5 landet auf dem dritten Platz mit einem kanppen Rückstand von acht Punkten auf Platz zwei. So ganz reicht es für den Franzosen eben noch nicht, ...
... die deutsche Konkurrenz wirklich zu gefährden. Immerhin heimst er trotz des höheren zu erwartenden Wertverlusts den ersten Platz im Kostenkapitel und den Preis-Leistungs-Sieg ein.
Schwungvolles Heck, große Scheinwerfer, etwas Chrom – so streckt sich der neue C5 auf 4,78 Meter Länge.
Der Zweiliter-Turbodiesel beißt erst bei 2000 Touren so richtig zu. Weil der üppig ausgestattete Testwagen zudem über 1,7 Tonnen auf die Waage bringt, wirken die 136 PS und 320 Nm Drehmoment etwas zäh. In Sachen Fahrleistungen ...
... landet der Franzose damit auf dem letzten Platz. Er braucht bis Tempo 100 10,8 Sekunden. Dynamische Fahrversuche meistert der C5 aber tadellos und mit wenig Karosserieneigung.
Qual der Reifenwahl: 17-Zöller gibt es entweder gegen 890 Euro Aufpreis oder mit den Ausstattungspaketen Tendance und Exclusive.
Dem C5 fehlt Seitenhalt im Bereich der vorderen Sitzflächen, hinten wird es knapp über dem Kopf. Zum Ausgleich glänzt der Franzose mit einer praktischen Klapp-Rückbank nebst Durchreiche.
Die Oberflächen im Citroën fühlen sich gut an, die Materialien wirken hochwertig. Nichts wackelt, alles ist fest – auch die Lenkradnabe. Ein Pralltopf, der sich nicht mit dem Lenradkranz mitdreht, ist ein gewöhnungsbedürftiger Anblick.
Infocenter: Zentrales Instrument im Cockpit ist der große Tacho. Die Nadel stagniert bei Vollgas bei 204 km/h.
Nützliches Extra, leider nur im Paket zu haben: Der Parklückendetektor zeigt an, ob der Platz ausreicht. Knappe Lücken markiert das System mit "schwierig".
Licht und Schatten am Heck: Die zweigeteilte Durchlademöglichkeit ist praktisch, das Gepäckabteil mit 467 Litern aber eher klein.
Günstigstes Angebot: Beim Preis von 28.240 Euro – inklusive der 17-Zöller – schlägt der C5 den A4 und den Mondeo.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Ganz einfach gesagt: Der neue Citroën C5 ist gut – aber längst nicht so gut wie die deutschen Lieblinge Audi A4 und Ford Mondeo. Hoher Fahrkomfort und ...
... ein leiser wie laufruhiger Diselmotor allein reichen eben nicht, um die Klassenbesten auszustechen. Immerhin gewinnt der Franzose – wenn auch knapp – das Kostenkapitel."
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.