Spezialisten aus Mexiko, aus China oder auch aus Hamburg: Die Chefredakteure der internationalen AUTO BILD-Gruppe nehmen die drei modischen und mit insgesamt 411 PS auch reichlich kräftigen Minis unter die Lupe.
Auf den dritten Platz fährt der
Abarth 500 vor. Der
Fiat vom Wersktuner gibt sich typisch italienisch, er ist alles, nur nicht schüchtern.
Dieser Skorpion sticht: Mit 135 PS und 206 Nm Drehmoment ist der 1,4 Liter große Turbo-Vierzylinder zwar nicht das stärkste Aggregat im Test, aber ...
... in der Sprintwertung hat der kleine Italiener trotzdem die Nase vorn. In nur 7,9 Sekunden erreicht der Abarth die 100-km/h-Marke. Mit 205 km/h Spitze kann er immerhin noch den Mini hinter sich lassen.
Dank dicker Spoiler und Kriegsbemalung ist der Fiat schon optisch eine Krawallkugel, die es auf der Piste mächtig krachen lässt. Mit einem heiseren Hecheln ...
... brennt der 1,4-Liter-Turbo ein wahres Drehzahlfeuerwerk ab, nur die hakelige Schaltung des Fiat verhindert noch bessere Fahrleistungen. Beim Kurvenräubern helfen das elektronische Sperrdifferenzial TTC und ...
... das knüppelharte Fahrwerk. Karosseriebewegungen gibt es dabei ebenso wenig wie Komfort.
Robert Szabo, Chefredakteur AUTO BILD Ungarn gefällt die kleine Rennsemmel: "Ich mag den Stil des 500 Abarth. Der Stachel des Skorpions trifft dich voll ins Fahrspaß-Zentrum."
Das Wohlfühlen kommt nicht nur auf schlechten Straßen, sondern leider auch im Innenraum des kleinen Italieners etwas zu kurz. Abgesehen vom spürbar knapperen Platzangebot ...
... stören vor allem die zu hohe Sitzposition sowie die nicht immer erstklassige Verarbeitungs- und Materialqualität.
Gut gemeinter Ratschlag: Der Abarth zeigt, wann es Zeit für einen Gangwechsel wäre. Schade nur, dass der griffgünstig platzierte Schalthebel hakt.
Kriegsbemalung im Innenraum: Rote Nähte an Cockpit, Lenkrad, Schaltung und Handbremshebel verströmen sportliches Flair.
Wenn es an die Kasse geht, bereitet der Abarth den geringsten finanziellen Kummer: Für den heißen 500er werden 18.100 Euro fällig. Damit kostet der Fiat über 1000 Euro weniger als die Test-Konkurrenz.
Die französische Mini-Mode für Reise und Rennstrecke, der
Citroën DS3 THP 150, fährt in diesem Vergleich auf den zweiten Platz. Der Rückstand auf den Testsieger ist aber nur hauchdünn.
Der DS3 ist quasi ein werkseitig gepimpter C3, bei dem der Kunde große Gestaltungsfreiheit genießt: Die Farben für Dach, Body und Außenspiegel lassen sich vielfältig variieren.
Kraftpaket: An die 156 PS und 240 Nm Drehmoment des aufgeladenen 1,6-Liter-Vierzylinders reicht kein anderer Motor in diesem Vergleich heran, ...
... an das Leergewicht von 1,2 Tonnen allerdings auch nicht. So muss der
Citroën mit 8,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 den über 200 Kilo leichteren Abarth ziehen lassen. 214 km/h sind aber einsame Spitze.
Der DS3 fühlt sich rundherum präziser und verbindlicher an als seine Markenbrüder. Die Lenkung weist zielsicher den Weg, der Motor hängt munter am Gas, die Gänge rasten sauber.
"So eine gute Schaltung bin ich von Citroën sonst nicht gewohnt", verteilt Yiannis Kakouris ein Lob nach Frankreich, und ...
... auch das Fahrwerk kann den AUTO BILD-Chefredakteur aus Griechenland überzeugen: "Egal ob Rennstrecke oder Rüttelpiste, die DS3-Federung zeigt sich in keinem Fall überfordert." So vermittelt der Citroën diplomatisch zwischen Schumi-Linie und Schmusekurs.
Blickfang: Die 17-Zoll-Aluräder gehören beim Topmodell zur Serienausstattung. Wahlweise gibt es die Räder auch in Silber oder Weiß.
Auch im DS3 ist nicht alles Premium, was glänzt, die schwarzen Klavierlackeinlagen im Cockpit sehen aber einfach nett aus. Für den Citroën sprechen außerdem ...
... das akzeptable Raumangebot in der zweiten Reihe und die bequemen Sportsitze vorn. Wenn wir hier schon meckern wollen, dann allenfalls darüber, dass die mächtigen Seitenwangen bei großen Fahrern nicht genug Halt im Schulterbereich bieten.
Individualität ist Trumpf: Für den Schaltknauf bietet Citroën sieben verschiedene Dekors (Chrom, Leder, Farbe nach Wunsch) an.
Duftes Design: die französische Alternative zum Wunderbaum.
Im Vergleich geradezu üppig: Der Kofferraum des DS3 bietet immer 285 Liter Fassungsvermögen. Da können Abarth (185 Liter) und Mini (160 Liter) nicht annähernd mithalten.
Auch an der Kasse zieht der Franzose der Konkurrenz davon, für Sparfüchse leider in die falsche Richtung: Mit einem Preis von 19.800 Euro ist der Citroën DS3 das teuerste Auto des Vergleichs.
Der größte Kurvenräuber unter den Kleinen ist auch in diesem Vergleich der
Mini Cooper. Mit 0,5 Punkten Vorsprung kann er seinen französischen Widersacher so gerade eben abhängen.
Harmonisch, aber auch etwas langweilig gibt sich der 1,6-Liter-Motor des
Mini. Kein Wunder. Zur prinzipiell baugleichen Citroën-Maschine fehlen ein Turbo und 36 PS. Und das spürt man nach jeder Kurve oder ...
... wenn man den Schalthebel beim Überholen einfach mal rechts liegen lassen wollte. "Schade, dass Mini für fast 20.000 Euro nur 120 PS bietet", fasst Oleg Vasylevsky aus der Ukraine das Mini-Manko zusammen.
In nackten Zahlen gemessen, verspricht der Mini am wenigsten Fahrspaß: Für den Sprint auf Tempo 100 lässt er sich 9,1 Sekunden Zeit, maximal sind 203 km/h drin, aber ...
... Fahrwerk, Lenkung und Schaltung haben beim bayerischen Briten noch eine Extraportion Fahrspaß mitbekommen. So wetzt der Cooper immer eine Spur dynamischer und handlicher um die Ecken, ...
... als wir es von so einem Zwerg erwarten. Allerdings erweist sich sein straffes Fahrwerk als nicht wirklich alltagstauglich.
Konsequent auf den Fahrer und seine Freude am Fahren zugeschnitten präsentiert sich der Mini. Die Sitzposition hinterm griffigen Lenkrad passt, ...
... die Polster bieten an den richtigen Stellen Unterstützung, die solide Verarbeitung trotzt auch hartem Rundstreckeneinsatz. Oder ukrainischen Feldwegen. Oleg Vasylevsky bescheinigt dem Mini jedenfalls "die beste Qualität in diesem Feld". Vielleicht erklärt sich damit ...
... ja auch der relativ hohe Preis. Mit 19.200 Euro reicht der Mini Cooper fast an den Citroën DS3 heran.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Wie Mini auf Französisch heißt? Ganz klar: DS3. Citroën zeigt mit dem sportlich-schicken Ableger des C3, dass sie mehr können als vernünftige Kleinwagen. Nur hauchdünn liegt der DS3 hinter dem Urvater aller kleinen Knalldosen, ...
... wobei der Franzose sich im Alltag als der beste Kompromiss erweist. Der Mini überzeugt als Fahrmaschine, der Abarth bleibt knallharte Pistensau – ideal nur für Singles mit Nordschleifen-Dauerkarte."
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