Dynamisch gegen konservativ: Der Ford Kuga setzt im Wettstreit mit dem VW Tiguan auf optische Reize. AUTO BILD hat die beiden Konkurrenten bei einer ersten Ausfahrt miteinander verglichen.
Von wegen Einerlei: Unterschiedlicher als Kuga und Tiguan können SUV kaum sein – auch von hinten betrachtet. Nach seiner Markteinführung im ersten Halbjahr 2008 ...
... muss der hochbeinige Kölner mit dem Kompakt-SUV-Primus VW Tiguan um die Käufergunst ringen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn zumindest in diesem Vergleich ist der Kuga in Sachen Handling und Präzision das sportlichere Auto.
Einigkeit beim Antrieb: Beide Konkurrenten treten mit zwei Liter großen Vierzylinder-Turbodieseln und Leistungen um die 140 PS an.
Aus dem Gesicht des Kuga strahlt die typische Ford-Optik, die die Blechschneider "Kinetic Design" getauft haben. Anders ausgedrückt: Es darf ruhig ein bisschen sportlicher aussehen, ...
... der Vordermann auf der linken Autobahnspur ruhig keck mit den prägnant gezeichneten Scheinwerfern angeblinzelt werden. Geschmack ist, was gefällt, aber ...
... an die Form des Kuga werden sich auch notorische SUV-Muffel ziemlich sicher gewöhnen können. Vielleicht hat der Ford einfach ...
... den Vorteil der späten Geburt. In seinem Segment ist er natürlich der frischeste Vertreter.
Der Schlüssel zum Selbstzünder-Glück: Wer einen Blick auf den Motor werfen will, klappt die Ford-Pflaume zur Seite und schließt die Haube auf. Darunter arbeitet ...
... mit dem 136 PS starken 2.0 TDCi die absolut einzige Motorisierung, die es aktuell für den Kuga gibt. Das macht die Entscheidung leicht und ...
... die Fahrleistungen ganz brauchbar: In 10,7 Sekunden geht es mit dem Ford aus dem Stand auf Tempo 100, ...
... maximal erreicht der Wagen 180 Sachen. Das sollte reichen.
Eine in SUV-Kreisen eher seltene Eigenschaft hebt den Kuga deutlich hervor: Der Wagen mag Kurven und hat ein Fahrwerk, das Lust auf mehr Leistung macht.
Gegen Geländeschäden: Was sich SUV nennt, darf auch ein bisschen nach Arbeit abseits befestigter Straßen aussehen. Im Zweifel gibt es da aber bessere Autos.
Na, wenn das nicht sportlich ist: Kiemen werten die Optik der Seitenansicht auf.
Ansprechender Arbeitsplatz: Der Kuga empfängt seinen Piloten ...
... mit reichlich Aluglanz – hübsch anzusehen und sauber gemacht. Verbesserungsbedarf gibt es aber ...
... bei den Instrumenten, um deren Ablesbarkeit es besser bestellt sein könnte.
Bequem: Starten per Knopfdruck, der Schlüssel kann in der Tasche bleiben.
Handarbeit: Der Kuga verteilt seine Kraft über ein manuelles Sechsgang-Getriebe an die Räder.
Hübsches Extra: Mit dem Glasdach wird es im Ford-Innenraum schön hell.
Da kann man es auch länger aushalten: Der Kuga bietet eine hohe Sitzposition und ausreichend Platz im Fond.
Die durchgehend ebene Ladefläche bei umgeklappten Rücksitzen hat nur der Kuga. Dafür ist der Kofferraum im Vergleich zum Tiguan mit 410 bis 1405 Litern etwas kleiner geraten.
Einer aus der Familie: Das technische Rüstzeug für den Kuga liefern C-Max und Focus – abgesehen vom Allradantrieb, ...
... für den Ford 2000 Euro Aufpreis berechnet. In seiner Basisversion ist der Ford ein Fronttriebler.
Ein Schnäppchen ist der Ford leider nicht: Mit 28.500 Euro unterbietet der Kuga 2.0 TDCi seinen Wolfsburger Widersacher nur knapp.
Der Hauptkonkurrent: Mit dem Tiguan hat VW das erwartete Spät-Glanzstück hingelegt. Gestartet, als der Markt schon abgegrast erschien, aber mit jackpotartigem Potential. Gegen den Ford ...
... sieht der VW so aufregend aus wie ein Aktenschrank. Aber der Erfolg gibt seinen Gestaltern recht.
Willkommen im Common-Rail-Diesel-Club: Der neue Zweiliter mit 140 PS und 320 Nm Drehmoment kann alles besser als der ruppige und ungestüme Pumpe-Düse-TDI.
Mit seiner harmonischen Art passt der neue Motor bestens zum Charakter des Tiguan. Der fährt sich fast so wie ein Golf: handlich und unaufgeregt. Allerdings reagiert die Lenkung nicht ganz so sensibel und eine Spur zu leichtgängig.
Bei den Fahrleistungen liegt der Tiguan leicht vor dem Kuga, auch wenn er sich nicht so knackig anfühlt: In 10,5 Sekunden fällt die 100-km/h-Marke, maximal sind 186 Sachen drin
Durch leichtes Gelände geht es mit dem serienmäßigen 4Motion-Antrieb gut voran. Sollen allerdings ...
... schwierigere Hürden überwunden werden als tiefe Pfützen, empfiehl sich der Tiguan "Track & Field", der einen größeren Böschungswinkel und Geländefahrhilfen hat.
Bekanntes Bild: Die Armaturen gleichen denen des Golf Plus/CrossGolf bis ins Detail, ...
... die ordentliche Grundausstattung umfasst Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber, beheizbare Spiegel und mehr.
Alles im Blick: Vier Rundinstrumente und ein zentrales Display informieren den Fahrer.
Darauf sind sie bei VW mächtig stolz. Mit Recht. Beim Test schlug sich das Navi RNS 510 (2475 Euro) sehr gut. Zur Ausstattung gehören 30-GB-Festplatte und Touchscreen-Monitor.
Der Tiguan ist serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgerüstet. Wer flott unterwegs sein will, muss häufig schalten.
Variabel: Die Rückbank ist verschiebbar (um 16 Zentimeter), die Lehnenneigung lässt sich verstellen.
Reichlich Licht gibt es natürlich auch im Tiguan – wenn das Panorama-Schiebedach für 1130 Euro Aufpreis die Passagiere vor Wind und Wetter schützt.
In den Kofferraum passen 505 bis 1510 Liter. Das ist in der Klasse der kompakten SUV guter Durchschnitt und etwas mehr als der Kuga verpacken kann.
Knapp kalkuliert: Für einen Tiguan TDI "Trend & Fun" verlangt VW konkurrenzfähige 28.800 Euro.
Nach dem ersten Duell in Spanien, meint AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König: "Nicht nur SUV-Fans könnten sich für den Kuga erwärmen. Schon weil er nicht so klobig daherkommt ...
... wie viele seiner Artgenossen. Und weil er beim Fahren kaum Kompromisse verlangt. Da wird es ...
... der vergleichsweise brave VW Tiguan künftig etwas schwerer haben."
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