Zwei kompakte Sparer, die alles für die Umwelt tun – damit wir auch in Zukunft noch so schöne Wintermärchen erleben dürfen. AUTO BILD hat
VW Golf 1.2 TSI BlueMotion Technology und
Honda Insight zum Vergleich im Schnee gebeten. Elektro-Unterstützung gegen Turbo – wer hat die Nase vorn?
Mit seinem Hybridantrieb fährt der Insight zwar sparsamer, ansonsten jedoch dem Golf deutlich hinterher. Das gilt vor allem für Platzangebot, Komfort und Fahrdynamik. 297 von 500 möglichen Punkten bedeuten in der Endabrechnung den zweiten Platz für den
Honda.
Den 88 PS starken 1,3-Liter des Insight unterstützt beim Gasgeben ein Elektromotor mit 14 PS, der beim Rollen und Bremsen zudem die Akkus lädt. Die 92 Newtonmeter des E-Motors geben spürbaren Rückenwind beim Beschleunigen, rein elektrisch aber fährt der sogenannte Mildhybrid nicht.
Gut für den Verbrauch: Bei hohen Drehzahlen krakeelt der 1300er im Bug so unangenehm laut, dass man freiwillig den Gasfuß lupft. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Japaner in 12,4 Sekunden, maximal sind 182 km/h drin.
Im Insight bedeuten Kurven keine lustvolle Abwechslung, sondern notwendiges Übel. Der gefühllosen Lenkung fehlen Rückstellkräfte und Präzision. Das träge Handling sowie starke Karosseriebewegungen ...
... wecken ebensowenig sportliche Ambitionen wie die stufenlose CVT-Automatik. Beim Tritt aufs Gas rast zwar die Drehzahl hoch, die Beschleunigung hinkt aber deutlich hinterher, ...
... wie bei einem startenden Jet. Gewöhnungsbedürftig, diese Automatik. Doch bei der stößigen Federung hilft auch keine Gewöhnung mehr.
Auf Knopfdruck knausrig: Bei gedrückter "Econ"-Taste arbeiten Motor, Getriebe und Klimaautomatik verbrauchsgünstiger, ...
... betont sparsame Fahrweise belohnt das japanische Hybrid-Ökomobil mit sprießenden Blümchen im Cockpit. Honda verspricht schlanke 4,4 Liter Normverbrauch – im Testdurchschnitt sind es glatte sechs Liter auf 100 Kilometer.
Der Honda bietet ein Hartplastik-Cockpit mit übersichtlichen Anzeigen, die je nach Fahrweise die Farbe wechseln: Gaspedalstreichler blicken auf freundliches Grün, das sich unter einem Bleifuß in kaltes Blau verwandelt.
Nicht unbedingt für jeden Passagier bequem: Der Insight zwingt große Mitfahrer im Fond zur Kauerhaltung.
In den Kofferraum des Japaners passen immer 339 Liter, womit er nur knapp kleiner ist als sein Vergleichstestkonkurrent. Fallen allerdings die Lehnen nach vorne ...
... und ist maximales Ladevolumen gefragt, wird der Unterschied schon deutlich größer: Hier passen im besten Fall 1017 Liter rein.
Der Honda Insight 1.3 i-DSi VTEC IMA ist der günstigste Hybrid auf dem Markt: Die mittlere Comfort-Ausstattung mit Klimaautomatik, ESP und Alurädern kostet 20.950 Euro.
Der Golf ist in diesem Vergleich das deutlich ausgewogenere Auto. Er fährt weiter auf der Erfolgsspur, weil er sich auch mit dem kleinsten TSI keine gravierenden Schwächen leistet. Dafür gibt es 350 Punkte und den ersten Platz.
VW setzt beim 105 PS starken 1.2 TSI auf kleinen Hubraum ("Downsizing") mit Turboaufladung. Außerdem hilft beim Sparen das BlueMotion-Technology-Paket mit Bremsenergie-Rückgewinnung, Schaltanzeige, Leichtlaufreifen und ...
... einer Start-Stopp-Automatik. Dieses System hat in den kalten Wintermonaten aber Pause: Sowohl der Golf als auch sein Konkurrent Insight laufen auch im Stand weiter, um zu heizen.
Auch mit dem kleinsten TSI huscht der Golf flink um die Ecken, vermittelt mit präziser Lenkung viel Gefühl für die Straße und federt harmonisch, ...
... bemerkenswert, wie der 1,2-Liter ohne Anfahrschwäche anschiebt, munter wie ein hubraumstärkerer Sauger. Mehr Motor braucht der Golf nicht.
Der Fahrspaß in Zahlen: Tempo 100 erreicht der Golf nach 10,4 Sekunden, auch mit 190 km/h Spitze hängt er den Konkurrenten aus Fernost ab. Das Verbrauchsversprechen von VW (5,2 l/100 km) kann der 1.2 TSI nicht halten, er konsumiert im Testdurchschnitt 6,9 Liter auf 100 Kilometer.
Perfekte Ergonomie und gute Verarbeitung sind für umweltbewusste Sparfüchse vielleicht nicht kaufentscheidend, aber das Gesamtpaket macht den VW zum Maßstab der Kompaktklasse. Der Arbeitsplatz ist nahezu perfekt.
Genügend Platz: VW lässt die Großgewachsene in der zweiten Reihe des Golf aufrecht sitzen.
Auch hinter der Heckklappe schlägt der Golf den Insight: Das Gepäckabteil schluckt zwischen 350 und 1305 Liter.
Ein Golf 1.2 TSI BlueMotion Technology kostet als Trendline 20.450 Euro, inklusive 16-Zoll-Alurädern und vier Türen. Im Vergleich zum Honda fehlen dem VW jedoch die automatische Regelung der Klimaanlage und ein CD-Radio.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Uli Holzwarth: "Geht es ausschließlich ums Sparen, steht der Insight mit seinem sparsameren Hybridantrieb besser da als der ebenfalls recht genügsame Golf. In allen anderen Disziplinen erweist sich der VW im Alltag indes ...
... als das in jeder Hinsicht harmonischere Auto. Er bietet mehr Platz, federt deutlich komfortabler, fährt leiser und viel agiler. Überzeugend auch die Leistungsentfaltung des 1.2 TSI. So gewinnt der Golf letztlich mit einem deutlichen Vorsprung."
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