Runter mit dem Dach und her mit dem Sommer: Jetzt streiten VW Eos, Opel Astra TwinTop, Peugeot 307 CC und Renault Mégane Coupé-Cabrio um den besten Platz unter der Sonne.
Am Ende fährt der sehr teure und technisch sehr anspruchsvolle Eos als Sieger in den Sonnenuntergang. Die solide technische Basis des Golf und ein hohes Qualitätsniveau sind die wesentlichen Gründe dafür.
Trotzdem: AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka würde den Klapp-Astra nehmen. Er sieht seiner Meinung nach einfach am besten aus – und was zählt bei einem Cabrio mehr?
Schon seit drei Jahren verwöhnen Peugeot und Renault uns mit Licht und Luft, während die Deutschen nur vom Sommer träumten. Jetzt kommt mit Eos und Astra TwinTop die Entschädigung – schon optisch fahren sie den Franzosen den Rang ab.
Bei den Preisen geht im Herzen die Sonne auf. Zumindest beim Renault: Für 24.450 Euro fährt der Klapp-Mégane in die eigene Garage. Mit 25.650 Euro liegt der 307 CC dann schon auf Niveau des Astra TwinTop (25.400 Euro). Was im Vergleich zum VW ...
... immer noch günstig ist: 27.950 Euro verlangen die Wolfsburger. Doch der Eos bietet dafür mehr Platz. Nur im Golf-Cabrio-Nachfolger ...
... kann man's halbwegs auf der Rückbank aushalten. Unpraktisch sind aber die hellen Polster – sie dürften schnell verschmutzen.
Wer ist der schönste Strandläufer? Der schnellste ist der Eos – 210 km/h sind drin. Aber optisch? Bei geschlossenem Klappdach ...
... ist's unschwer zu erkennen: Der Eos weist ziemlich rundliche, üppige Proportionen auf. Nicht sehr sexy und schlecht für die Rundumsicht.
Silber fürs Dach, Schwarz fürs Schiebedach: In der Mittelkonsole beginnt die Open-Air-Parade. In rund 30 Sekunden ...
... faltet sich das Dach ...
... sanft surrend und klickend in den Kofferraum. Sieht verwirrend aus, ...
... schafft aber echtes Cabrio-Feeling – und geht hoffentlich nie kaputt.
Dass beim anderen Geschlecht nur punktet, wer schnell ist, hat VW am besten verinnerlicht. Der 2,0-Liter-FSI mit 150 PS ...
... ist stets eher am Ziel als seine Mitstreiter, gefällt mit guten Manieren und unaufgeregter Soundkulisse.
Sinnvoll: die Durchreiche zum Kofferraum. Das bietet sonst nur noch Opel.
Das ist doch mal Eleganz! Opel hat es geschafft, dem Astra eine schlanke, sportliche Linie zu verpassen.
Der Astra erlaubt Einblicke: Das Dachgestänge wird nicht verkleidet.
Knöpfchen überm Köpfchen: Die Schalter für alle vier Fenster und das Verdeck sitzen oben am Scheibenrahmen.
Zum Sonnenbad bittet der Opel nach rund 30 Sekunden – etwa so schnell wie der VW, nur viel geräuschintensiver. Hier schnarrt, surrt, klackt und schleift es ...
... in allen Tonlagen. Dafür lässt sich das Dach bis Tempo 30 und per Funkfernbedienung öffnen.
So richtig entspannt ist die Frischluft-Sause im Opel nicht. Man sitzt fast zu hoch, der Wind zerrt früher an der Frisur als im Eos. Außerdem ...
... schränkt der klobige Innenspiegel die Sicht nach vorn stark ein, es fehlen vernünftige Ablagen und Dosenhalter. Sehr schick sind aber die auf die Außenfarbe abgestimmten Sitzpolster.
It's cool, man: Das Cockpit zeigt klare Formen und hohe Funktionalität, wirkt aber etwas kühl.
Bei Sprinttests müht sich der Astra chancenlos. Trotz 140 PS kann der einzige 1,8-Liter (sonst 2,0-Liter) einfach nicht mithalten, lässt Spontaneität und Lust an der Leistung vermissen. Natürlich ...
... reichen die Fahrleistungen für ein Cabrio aus, so rechten Spaß bringt der Opel aber nicht. Angestrengt knurrend ...
... kämpft er sich über die Autobahn, wird bei hohen Drehzahlen laut und macht das Überholen zum Geduldsspiel.
Einen Schönheitspreis verdient der geschlossene Mégane nicht unbedingt. Sehr viel besser ...
... wird's aber auch durch den Druck auf den Schalter nicht. Dann schwingt ...
... das zweiteilige Dach zwar in atemberaubend schnellen ...
... 20 Sekunden in den Kofferraum, ...
... doch richtig verführerisch wirkt der Mégane auch offen nicht. Außerdem schmälert die weit nach hinten reichende Windschutzscheibe das Frischluft-Vergnügen.
Pech für die Hinterbänkler: Nach den Messwerten bietet der Renault das beste Platzangebot. Leider aber nicht hinten – hier geht es doch sehr beengt zu. Die Sitze sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Sie bieten den Oberschenkeln deutlich zu wenig Auflage.
Die Fahrleistungen des 135-PS-Zweiliters stimmen zwar. Doch irgendwie fehlt dem Fahrwerk des Mégane der Charme. Recht ungestüm ...
... poltert er über Gullydeckel und Bahnschienen, die Lenkung wirkt seltsam entkoppelt.
Sicherheit gegen Aufpreis: Ausfahrbare Überrollbügel kosten 300 Euro extra.
Wo ist der französische Chic? Design und Material wirken etwas lieblos ausgewählt.
Pummelchen: Dieses Profil soll einem französischen Verführer gehören? Obwohl – oben ohne wirkt der 25.650 Euro teure Franzose ...
... immer noch deutlich schicker als geschlossen. Der 307 landet auf dem letzten Platz. Was schlimmer klingt, als es ist: Echte Schwächen leistet er sich nicht.
Wie klappt's beim Peugeot? In flotten 22 Sekunden verschwindet die Blechhülle über den Köpfen. Es knackt und surrt vernehmlich, schüttelt den Franzosen ...
... zwischendurch immer mal ein wenig – am Ende gibt es aber die große Freiheit. Fast jedenfalls. Die weit nach hinten reichende Frontscheibe ...
... schirmt ziemlich von der Außenwelt ab. Das schmälert das Cabrio-Feeling, schafft aber besseren Schutz vor dem Fahrtwind.
Puh – auf dieser Rücksitzbank halten es selbst sehr verliebte Damen nur kurz aus. Und das auch nur, wenn die Vorderbänkler höflich nach vorne rutschen.
Griffig: die silber eingefassten Tasten fürs Verdeck und die Fenster in der Mitte.
Munter und drehfreudig: Die 140 PS des Zweiliter-Motors im Peugeot machen einen aufgeweckten Eindruck. Wie der Renault ...
... poltert aber auch der 307 unangenehm über Schlaglöcher. Störend: die schlaksige Schaltung.
Flott: Das Cockpit hinterlässt dank weiß hinterlegter Instrumente und Einlagen in Alu-Optik einen frischen Eindruck.
Ganz wichtiges Detail: der doppelte Becherhalter in der Mittelkonsole.
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