Gruppenbild der deutschen Oberklasse: Zum Vergleich treten Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A6 mit den beliebtesten Motoren an – Diesel der 200-PS-Liga.
Gibt es am Ende einen Zieleinlauf wie auf dem Foto? Ob die neue E-Klasse der Konkurrenz wirklich davonfahren kann, hat AUTO BILD getestet.
Auf dem dritten Platz mit 363 von 500 Punkten landet der A6: Schiere Größe und erstklassige Verarbeitung sind die Stärken des Audi. Fahrdynamisch kann er mit seinem Frontantrieb nicht ganz mithalten.
Die sechs Zylinder in V-Form schöpfen ihre Kraft aus 2,7 Litern Hubraum und setzen den A6 mit 190 PS und 400 Nm Drehmoment in Bewegung. Im Vergleich ist die Maschine mit 7,7 Litern auf 100 Kilometer am durstigsten.
In Sachen Längsdynamik muss der Audi die Konkurrenz ziehen lassen: Bis er Tempo 100 erreicht, vergehen 8,2 Sekunden, maximal sind 225 km/h drin.
Kein Glanzlicht beim Slalom: Der frontgetriebene Audi untersteuert kräftig und wankt mehr als die beiden anderen, ...
... die Lenkung fällt mit ungenauer Mittellage auf, das ESP regelt relativ spät und dann hart.
Mit der optionalen Luftfederung (1950 Euro) rollt der A6 zwar gelassen ab, wirkt im Vergleich zu E-Klasse und 5er aber etwas schwammig.
Lidstrich: Neben dem riesigen Single-Frame-Kühlergrill charakterisieren die LED-Leuchtbänder im Scheinwerfer den A6, ...
... ansonsten gefällt der große Ingolstädter mit seiner klassischen Eleganz.
Der Klassenmaßstab: An die akribische und detailverliebte Verarbeitung des Audi reichen weder Mercedes noch BMW heran. Und wegen des flacher bauenden Armaturenträgers kommt noch ein luftiger Raumeindruck hinzu.
Zum Bediensystem MMI gehören Controler und Bedientasten auf der Mittelkonsole. Hier lässt sich natürlich auch ...
... die Charakteristik der Luftfederung einstellen.
Nette Spielerei: Wer möchte, kann im A6 auch fernsehen. Ein DVD-Navigationssystem gibt es für 2380 Euro.
So stirbt der tote Winkel: Per "Side Assist" kontrolliert der A6 den rückwärtigen Verkehr und warnt – wenn nötig – vor einem Spurwechsel.
Der Audi erreicht seine höchste Leistung bereits bei 3500 Touren. Die Konkurrenz muss jeweils höher drehen, bis dort alle Pferdchen von der Kurbelwelle traben.
Der A6 ist für mit einer stufenlosen Multitronic ausgestattet. Das im Vergleich zur BMW-Automatik etwas träge agierende System, kann auch per Schaltwippe am Lenkrad gesteuert werden.
Variabel: Der Kofferraum lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehne vergrößern. Fünf Passagiere können 546 Liter Gepäckvolumen einladen.
Mit 44.750 Euro hat der Audi A6 2.7 TDI Mutlitronic den niedrigsten Preis – die Luftfederung bereits eingerechnet.
Den zweiten Platz sichert sich mit 374 von 500 Punkten der BMW. Der 5er ist nicht mehr der Jüngste, aber dafür ausgereift und topfit. Die Motor-Getriebe-Kombination ist kaum zu schlagen, der Komfort erstaunlich hoch.
Der mächtige Dreiliter-Reihensecher im 525d läuft samtig. Er entwickelt 197 PS und 400 Nm Drehmoment, geht mit glatten sieben Litern auf 100 Kilometer dabei sparsam mit dem Kraftstoff um.
Sprintsieger: Mit 7,6 Sekunden lässt der BMW den Audi und den Mercedes hinter sich, bei maximal 235 km/h fährt er der E-Klasse allerdings hinterher.
Der lebhafte BMW fährt agil – aber er beschäftigt den Fahrer mehr als die E-Klasse. Er liegt unruhiger, ...
... und die direkte Lenkung reagiert fast etwas nervös. Dafür federt er sehr ausgewogen und souverän. Unterm Strich bietet der BMW mehr Komfort als der Mercedes – eine Überraschung.
Auffällig beim BMW ist vor allem die große Hutze mit dem Bildschirm fürs Navi. Das Lenkrad ist sehr griffig, auch der elektronische Wählhebel für die Sechsstufen-Automatik liegt perfekt in der Hand.
Klassisch: Zwei große Rundinsturmente informieren den BMW-Piloten.
Gibt weniger Rätsel auf als jemals zuvor: BMW hat das iDrive-System mit Direktwahltasten und ...
... einer übersichtlichen Menüführung entscheidend verbessert.
Mit 520 Litern Fassungsvermögen ist der BMW-Kofferraum der kleinste in diesem Vergleich, aber ...
... auch bei der Münchner Oberklasse reicht ein kleiner Handgriff und ...
... schon fallen die Rücksitzlehnen und das Volumen vergrößert sich.
Am meisten fürs Geld bekommt man in diesem Vergleich bei BMW: Inklusive Automatik kostet der 525d 45.090 Euro und fährt damit den Preis-Leistungs-Sieg ein.
Geräumig, handlich und sicher: Der E 250 CDI holt mit 282 Punkten den Sieg. Doch der kleine Diesel brummt, und das Sportfahrwerk federt zu ruppig.
Die kleinste Maschine im Vergleich hat die höchste Leistung: Mittels zweier Turbolader quetscht der Vierzylinder aus 2143 cm³ 204 PS und 500 Nm Drehmoment.
Für den Sprint auf Tempo 100 braucht die E-Klasse 8,1 Sekunden. Wer den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt, erreicht maximal 240 km/h – mehr schafft in diesem Vergleich keiner.
In Sachen Fahrdynamik würde man den BMW ganz vorne erwarten, aber der Mercedes macht das Rennen. Gerade mit dem sportlich abgestimmten Fahrwerk und Direktlenkung (315 Euro) fährt er sich herausragend sicher, handlich und ...
... bleibt in Extrem-Situationen leicht beherrschbar. Das ESP ist perfekt abgestimmt, greift feinfühlig ein, die standfesten Bremsen runden das Bild ab. Klasse!
Neuer Look: Bei den vier Augen ist es auch in der aktuellen generation der E-Klasse geblieben – die blicken aber deutlich energischer als bisher. Dazu gibt es ...
... als modisches Detail LED-Tagfahrlicht in der Frontschürze.
Serienmäßig mehr Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer: Die aktive Motorhaube springt im Fall der Fälle nach oben auf, macht die E-Klasse fit in Sachen Fußgängerschutz.
Materialauswahl und Verarbeitung des E-Klasse-Interieurs erinnern eher an die C- als an die S-Klasse. Vollkommen neue Maßstäbe setzt der Mercedes jedoch ...
... mit einer außergewöhnlich umfangreichen Sicherheitsausstattung: PreSafe und Müdigkeits-Sensor sind immer an Bord. Für den Toter-Winkel- und den Spurhalte-Assistenten verlangt Mercedes 893 Euro extra.
Vergleichsweise günstig: DVD-Navigation gibt es für die neue E-Klasse ab 1499 Euro. Das ist bei der Konkurrenz teurer.
Der E 250 CDI verteilt seine Kraft über eine 5-Stufen-Automatik. Im Gegensatz zum BMW wirkt das Getriebe stets schläfrig.
Denksport: Die Mittelkonsole verlangt mit ihren vielen Knöpfen ein gutes Gedächtnis.
Der Dreh-Drück-Steller des Command-Systems ist griffgünstig platziert. Er fährt stets aufpreisfrei mit.
Handygarage: Den Anschluss an die Freipsrechanlage findet das Mobiltelefon unter einer Klappe auf der Mittelkonsole.
Gutes bleibt: Verstellknöpfe im bekannten Mercedes-Layout für die Multikontursitze (619 Euro Aufpreis). Bei Fahrer- und Beifahrersitz nervt allerdings ...
... die sehr weit nach vorn ragende Kopfstütze – entspannt zurücklehnen kann man sich so nicht.
Nettes Detail: Flaschen reisen auf der Beifahrerseite gut gesichert.
Im E-Klasse-Heck ist Platz für 540 Liter Gepäck. Wer noch mehr möchte, ...
... muss zahlen: Eine klappbare Rücksitzlehne mit den entsprechenden Entriegelungen am oberen Kofferraumrand kostet 518 Euro extra.
Zusätzlichen Platz für Kleinkram gibt es unter dem Ladeboden in der Reserveradmulde. Bei einer Panne hilft TireFit.
47.523 Euro kostet der Mercedes E 250 CDI mit Automatik, Direktlenkung und Sportfahrwerk – wie gewohnt der Teuerste.
Das Fazit: "Der E 250 CDI gewinnt diesen ersten wichtigen Vergleich. Er hat viel Platz, fährt handlich und extrem sicher, die Sicherheitsausstattung setzt neue Maßstäbe. Trotzdem hatten wir etwas mehr erwartet. Der Mercedes zeigt mit diesem Motor und diesem Fahrwerk ...
überraschende Komfort-Schwächen, federt staksig, und auch der kleine Diesel kann (noch) nicht komplett überzeugen. Gerade bei Motor und Getriebe hat der 5er-BMW seine Stärken – und beim Komfort. Auch der geräumige Audi ist ein Klasse-Auto, seine Verarbeitung immer noch Spitze."
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