Eine echte Geschmacksache: Während der
Nissan Juke (rechts) das Mini-SUV spielt, gibt der
Kia Soul eher den kastigen Van. Welches kleine Lifestyle-Auto ist die bessere Wahl?
Man liebt oder hasst ihn – der Nissan Juke bewegt sich mit seinem skurrilen Gesicht an der Grenze des (guten) Geschmacks.
Für 19.890 Euro bietet das Mini-SUV eine üppige Ausstattung, in der Klimaautomatik, 17-Zoll-Räder, ...
... schlüsselloser Zugang und Navi-System mit Rückfahrkamera enthalten sind. Leider ist der Wagen beim Platzangebot nicht ganz so großzügig, denn ...
... Große klemmen entweder mit ausgestreckten Armen oder angewinkelten Beinen hinterm Lenkrad, und ...
... im engen Fond geht es noch ungemütlicher zu.
Passt ins Bild: 251 Liter Kofferraum sind einfach nur ein Witz, auch das Maximalvolumen von 830 Litern lässt zu wünschen übrig.
Im Vergleich zum Juke bereitet der Kia Soul (18.950 Euro) deutlich mehr Vergnügen: Er ist übersichtlich, ...
... tadellos zu bedienen und geräumig. Die luftige Atmosphäre gefällt. Softlack-Überzug verleiht dem sachlich gestylten Hartplastik-Cockpit eine hochwertigere Anmutung.
Wenn Sie sich fragen, wofür dieser Schalter sein soll, sollten Sie ihn unbedingt einmal betätigen, wenn Sie die Gelegenheit dazu haben, ...
... und dann auf die Einfassungen der Türlautsprecher schauen. Die sind nämlich beleuchtet und machen den Soul bei Bedarf zur rollenden Disco. Ambient-Licht auf koreanisch – eine schöne und sinnlose Spielerei.
Viel wichtiger ist es, dass sich im Fond des Kastenwagens selbst 1,90-Meter-Hünen menschenwürdig untergebracht fühlen und ...
... auch der Kofferraum nicht annähernd so klein ausfällt wie bei seinem Testkonkurrenten. In den Kia Soul passen immer 340 Liter, bei umgelegten Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf 1258 Liter.
Weniger zuvorkommend arbeitet die Federung des Koreaners: Holperpisten werden für die Insassen zum echten Härtetest.
Der Juke federt bekömmlicher, nimmt Kurven jedoch nicht so zackig wie der Soul. Das vereiteln die zähe Lenkung und Wankbewegungen.
Die gleich großen Motoren der Kontrahenten schenken sich wenig, der 1600er des Soul (126 PS, 156 Nm) arbeitet allerdings kultivierter ...
... als die raue, 1,6 Liter große Nissan-Maschine, die 117 PS und 158 Nm Drehmoment mobilisiert. Dank des kurz übersetzten, hakelig schaltbaren Fünfganggetriebes ...
... tritt der neun PS schwächere Juke jedoch etwas spontaner an (0–100 km/h: 9,5 s) und zieht kräftiger durch, außerdem schluckt er 0,7 Liter weniger ...
... als sein kastiger Konkurrent, der sich im Testdurchschnitt 7,7 Liter Super auf 100 Kilometer gestattete. Den Sprint auf Tempo 100 schafft der Soul in 12,8 Sekunden, mit 178 km/h ist er die Winzigkeit von einem Kilometer pro Stunde langsamer als der Juke.
Das Fazit: "Bis auf den Federungskomfort ist der Kia der bessere Alltagsbegleiter. Er überzeugt mit Platz, Bedienung ...
... und dem kultivierteren Antrieb. Den endgültigen K. o. versetzt der Soul dem Nissan Juke jedoch bei Preis und Garantie."
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