Auch tapferste Weltverbesserer können sich davon nicht frei machen: Autos färben ab. Diesen Effekt bewirken alle drei Hauptdarsteller in unserem Vergleich. Ob
Maserati Quattroporte,
BMW 750i oder
Porsche Panamera – alle drei hinterlassen ihren ganz besonderen Eindruck beim Fahrer.
Der
BMW wirkt zahm und wuchtig, der Porsche gestreckt und schnittig, und der Maserati gefällt mit harmonischer, ureigener Formensprache.
Zweimal 20-, der
BMW auf 19-Zoll-Rädern. Panamera mit Verbundbremsanlage (8033 Euro) und dem besten Kaltbremsweg von nur 33,4 Metern.
Als 750i mit Biturbo-V8 spritzt er den Sprit hochpräzise direkt in die Brennräume, leistet 407 PS und pumpt ab 1750 Touren 600 Nm in die Sechsstufenautomatik. Dazu jonglieren extrem aufwendig gestaltete Alu-Aufhängungssysteme mit Nick- und Wankausgleich mit den angreifenden Kräften.
Zusätzlich würzt das M-Sportpaket (7200 Euro) Performance und Auftritt etwas nach. Neben allerlei Deko-Elementen rollen hier Sportsitze, 19-Zöller mit Mischbereifung und das Dynamic-Drive-System an den Start.
Der 7er-BMW kam Ende 2008 komplett neu auf den Markt.
Die gesamte Technikarmada sträubt sich gegen den Drift: Der Wankausgleich regelt, die Gurte ketten einen fest, schließlich greift das ESP ein.
Erst im Sportmodus fühlt sich die 7er-Lenkung so direkt an, wie man es von einem BMW erwartet.
Sauber verpackter Hightech-V8 mit feinsten Manieren und angemessenem Verbrauch.
Riesenblende, Minisound – die Chromapplikationen des M-Pakets stehen dem 7er nicht besonders.
Die feinen Sportsitze sind Teil des M-Pakets, die Wangen geben per Tastendruck perfekten Halt.
7er-Kommandostand mit überzeugend funktionierender Bedienung und hochwertigen Materialien.
Per Knopfdruck wählt man zwischen den Charakteren Comfort, Normal, Sport und Sport Plus.
Der 7er bietet ein Höchstmaß an Gelassenheit.
Hießen wir nicht SPORTSCARS sondern Komfortcars, der 750i hätte gewonnen. Aber hier fehlt ihm die sportliche Ausprägung. Er ist zu schwerfällig und der Langsamste. Ein Genießer, kein Sportler. Auch nicht mit M-Paket. Rundenzeit auf dem Sachsenring: 1:44,58 min.
Wow, der nicht mehr frische
Quattroporte Sport GT S geigt mächtig auf. Er brüllt, er dreht, er zickt, und er macht jede Menge Spaß. Zweitbeste Rundenzeit auf dem Sachsenring (1:44,23 min.), dazu bessere Beschleunigungs- und Bremswerte als der BMW.
So elegant und doch so giftig. Unter dem Divenkleid steckt italienische Sportwagenkultur in Reinform.
Driftkönig: Von den drei Dickschiffen macht der Maserati den meisten Spaß beim Querfahren. Das gab den ohnehin angeschlagenen Reifen den Rest.
Der
Maserati vereint Diva und Wildsau – und fasziniert damit.
Weil er sich so unendlich weit weg von jeglicher Massenware bewegt, kann er einen nicht kalt lassen. Im Handumdrehen macht er einen zum schneidigen Lebemann, der das Leben mit dem großen Löffel genießt. Ein Wagen für die Sinne.
Bekanntes Ferrari-Maserati-Triebwerk in der stärksten Ausbaustufe – Sound vom Feinsten.
Herhören! Wie der Maserati muss ein Auto klingen, dass den Anspruch hat, ein Sportwagen zu sein.
Nicht mehr ganz taufrisch, die Sitzflächen zu weich gepolstert, aber alles ansehnlich hergerichtet.
Wer via Alupaddel eingreift, staunt jedes Mal über die nur minimal verzögerte, radikale Ausführung. Auf der Rennstrecke lässt man am besten die Automatik walten.
Wer die Sporttaste drückt, ruft einen Höllensound hervor, so unanständig, dass er alles und jeden um sich herum erst einschüchtert und dann begeistert. Bravo, Maserati.
Im Kern ist der QP aber ein alter Hut. Dennoch fasziniert er wie am ersten Tag. Dagegen sind seine Gegner technisch deutlich weiter.
Der sportlichste Panamera ist der S, nicht der Turbo.
Was für ein Racer – der Panamera S fühlt sich souverän und leichtfüßig an. Auf dem Sachsenring ist er kaum langsamer als der Panamera Turbo.
Als Antrieb setzt Porsche auf die neue Generation des vom Cayenne S/GTS abgeleiteten 4,8-Liter-V8. Er leistet 400 PS und soll mittels Direkteinspritzung und variabler Einlasssteuerung sportlich und effizient laufen.
Deutlich kühler, technischer und funktionaler präsentiert sich der Panamera.
Kraftvoll, dank PDK auch spritzig und agil: beeindruckend, mit dem geringsten Verbrauch obendrein. Sauberer, gestylter Porsche-Sound, den man wahrnimmt. Aber eher ergötzt man sich an der Quelle.
Vier identische Porsche-Sportsitze, an denen es wenig auszusetzen gibt. Die BMW-Sitze sind variabler.
Der Panamera baut den Fahrer stark ein, der tief sitzt und sich sofort sportwagenmäßig wohlfühlt.
Die parallelen Tastenreihen und Temperaturanzeigen weisen gen Himmel, lassen sich aber dennoch gut bedienen. Die Sport-Taste schärft den Porsche deutlich nach, Sport Plus dürfte gern noch eine Spur radikaler sein.
Mit seinen überlegenen Sporttalenten fährt der Panamera S seine Konkurrenten in Grund und Boden. Er wirkt durchweg souverän und knackt auf der Rennstrecke sogar fast den Panamera Turbo. Eindeutig erste Wahl. Rundenzeit auf dem Sachsenring: 1:41,19 min.
Auf der Rennstrecke macht der Porsche den BMW und den Maserati platt.
Unter den Sportlimousinen ist der Panamera S also das Maß der Dinge, und diese Erkenntnis färbt mit Sicherheit auf die Besitzer ab. Lassen Sie sich also überraschen.
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