Die Basisversion des Sandero ist ab 7500 Euro erhältlich und tritt damit in einer Preisklasse an, in der ansonsten nur Kleinwagen wie der Chevrolet Matiz, Ford Ka oder der Hyundai Getz zu haben sind.
Der Sandero kann mit seinen 87 PS den schwereren 80-PS-Golf durchaus davonfahren. Gegenüber dem Golf hat der dacia nicht nur ein Leistungs- und Hubraum-Plus, er wiegt auch rund 100 Kilogramm weniger als der VW.
Der Sandero trägt ein modernes, freundliches Gesicht. Die Chrom-Zierleiste im Kühlergrill hat nur die Lauréate-Version. Bei der mittlernen Ausstattung Ambiance ist die Zierleiste in Wagenfarbe lackiert.
Der Sandero wird dem Golf in der Zulassungshitliste sicher nicht den ersten Platz streitig machen. Einige preisbewusste Autokäufer werden sich jedoch fragen, ob es statt eines gebrauchten, 7500 Euro teuren Golf IV mit rund 100.000 km auf dem Tacho nicht lieber ein neuer Sandero mit drei Jahren Garantie sein sollte.
Der Sandero zielt genau wie der Logan in erster Linie auf ost- und südosteuropäische Märkte. Das ist bei der Fahrwerksabstimmung zu spüren: Wegen der schlechten Straßenverhältnisse in den Zielmärkten bietet das Fahrwerk viel Bodenfreiheit und ist zudem weich abgestimmt.
Der Golf federt gediegener als der Sandero und ist vor allem leiser unterwegs. Angenehm wie immer: die präzise lenkung und die exakte Schaltung des Golf.
Mit einer Länge von vier Metern liegt der Sandero etwa in der Mitte zwischen Polo (3,92 Meter) und Golf (4,20 Meter). Auffällig ist aber sein langer Radstand von 2,59 Metern.
Der Radstand des VW Golf ist einen Zentimeter kürzer als der des Dacia Sandero.
Zum Start des Sandero gibt es zwei Benziner, einen 1,4-Liter mit 75 PS und einen 1,6-Liter mit 87 PS.
Modern, dieser Dacia, aber nicht modisch. Auffällig ist die breite C-Säule.
An der Heckklappe des Sandero gibt es keinen Griff, nur eine Mulde. Geöffnet wird mit einem Druckknopf – nicht gerade praktisch.
Der Kofferraum fasst 320 Liter Gepäck. Wegen der hohen, ungeschützten Ladekante ist der Kofferraum etwas umständlich zu beladen.
Eine asymmetrisch klappbare Rücklehne gibt es nur in der gehobenen Lauréate-Ausstattung, dann maximal mit 1200 Liter Volumen.
Der Golf bietet 350 Liter Fassungsvermögen im Kofferraum, bei umgeklappter Rückenlehne sind es bis zu 1305 Liter. Die Ladekante ist niedriger als im Sandero, die Auskleidung des Kofferraums ist hochwertiger.
Schlicht und einfach: ansehnliches Cockpit, Bedienung problemlos – klar, bei so wenig Schaltern. Version Lauréate mit grauen Instrumenten, Chromringen und höhenverstellbarem Lenkrad.
Der Sandero hat nur zwei Instrumente, Kraftstoffstand und Kühlmitteltemperatur werden digital in Form von Balken angezeigt.
Eine Umluftregelung liefert Dacia erst ab der Ambiance-Ausstattung, eine manuell regelbare Klimaanlage gibt es im Paket mit einem schlichten CD-Radio für 1250 Euro extra - jedoch nicht für die Basisversion.
Der abschaltbare Beifahrer-Airbag gehört ab Basis zur Serie.
Hier wurde gespart: Die Kunststoff-Türgriffe sind viel zu klein und lassen sich schlecht greifen. Im Falle eines Unfalls kann außerdem wenig Zugkraft auf den Klapp-Griffen ausgeübt werden, solide Bügelgriffe vereinfachen die Öffnung der Türen.
Ein großer Nachteil gegenüber dem VW: die Sitze. Sie sind zu weich, bieten kaum Seitenhalt, Lehne und Sitzfläche sind zu kurz geraten.
Wolfsburger Sessel: gut ausgeformt, ausreichend Seitenhalt, gute Verstellmöglichkeiten, dazu genügend Oberschenkelauflage und straff gepolstert. Absolut langstreckentauglich.
Im Sandero-Fond wird es – trotz des üppigen Radstandes – für den 1,93 Meter großen Redakteur knapp. Nicht so schön: die sehr schwammig gepolsterten Sitze. Man sitzt nicht besonders bequem.
Hinten hat der Golf mehr Platz als der Sandero – selbst der großgewachsene Redakteur sitzt gut. Die Rückbank des Golf ist wesentlich straffer und besser ausgeformt als die des Sandero.
Der 1,6-Liter-Motor (87 PS) des Sandero ist ein Bekannter aus vielen Renault und auch aus dem Logan. Läuft unauffällig, brummig, aber flott.
Der 1,4-Liter-Vierzylinder (80 PS) im Golf läuft wesentlich leiser als das Renault-Aggregat im Sandero. Dafür fährt der Sandero dem Golf davon: besserer Anzug, höhere Endgeschwindigkeit.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: Wer einen preiswerten Neuwagen mit Dreijahres-Garantie möchte, macht mit dem schicken Sandero nichts falsch.
Während der Sandero gerade erst an den Start geht, hat Dacia den Logan aufgefrischt. Im neuen Gesicht fallen ein breiterer Kühlergrill mit neuem Markenlogo, größere Scheinwerfer, ein neu gestalteter Stoßfänger und die Frontschürze mit breiterem Lufteinlass auf.
Am Heck wurde die neue Kofferraumklappe mit einer markanten Abrisskante versehen. Auch die dreieckigen Rücklichter und der Stoßfänger wurden überarbeitet.
Durch das neue Design von Front und Heck beträgt die Länge der Stufenhecklimousine jetzt 4,288 Meter (vorher 4,247 Meter). In aller drei Versionen gehört ein neuer Bremsassistent zur Basisausstattung. Er soll den Bremsweg in Notsituationen verkürzen.
Im Innenraum erhält der Logan ein neues Armaturenbrett, das auch im Schwestermodell Sandero zum Einsatz kommt. Die Preisliste beginnt bei 7200 und endet bei 11.600 Euro.
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