Zu heiß gewaschen? VW Jetta, Audi A4, Volvo S40 und Skoda Octavia sehen aus wie eingelaufene Versionen ihrer großen Oberklasse-Brüder. Der AUTO BILD-Test ...
... hat ergeben: Die vier "Kleinen" beweisen durchaus Größe. Alles andere als klein ...
... fallen aber die Preise aus: Der Jetta kostet satte 24.450 Euro, der vergleichsweise günstige Octavia ...
... immerhin 21.790 Euro. Richtig in die Vollen ...
... langt Audi mit dem A4: 29.070 Euro wollen die Ingolstädter für diesen A4 sehen. Vor allem deswegen landet er in der Gesamtwertung auch auf dem letzten Platz, knapp hinter ...
... dem Volvo (25.100 Euro). Der Jetta fährt auf Platz zwei vor, der Octavia kann sich dank seines niedrigen Preises, seines hervorragenden Platzangebots und der sehr guten Fahrleistungen ganz nach vorne schieben.
Diese vier reißen die Klappe ganz schön weit auf. Nicht alle halten aber, was sie versprechen. Der Octavia ...
... schon: 560 Liter Ladevolumen sind in dieser Klasse bemerkenswert. Auch vorne ...
...verwöhnt der Tscheche mit reichlich Platz. Zwar fehlt ihm die Neigungsverstellung der Fahrersitzfläche. Aber die langen Auflagen der Sitzfläche sowie die weiche Polsterung machen das wieder wett.
Gut gemacht: Die Octavia-Schaltzentrale überzeugt mit gut ablesbaren Instrumenten und sauber eingepaßten Zierblenden. Weniger schön ...
... ist aber der arg nachlässig montierte Bezug an der Unterseite der hinteren Sitzfläche.
Der Octavia knausert mit 5,9 Litern vorbildlich und setzt zudem das Kraft-Pfund am besten um. Im Durchzug (letzter Gang), im Sprint auf 100 – der Tscheche läßt die anderen drei stehen. Nur in Sachen Höchstgeschwindigkeit ...
... muß er den akkurat windschlüpfig gebügelten Audi ziehen lassen: Der schafft in der Spitze 212 km/h und damit vier mehrals der untadelige Tscheche.
Einwandfrei: Lenkung und Federung des Skoda gäben auch in der Oberklasse eine ordentliche Vorstellung ab.
Trotz des niedrigen Grundpreises liefert Skoda einige Extras ohne Aufpreis mit. So sind der abschaltbare Airbag ...
... und die Nebelscheinwerfer serienmäßig an Bord. Der Geschwindigkeitsregler ...
... kostet zwar 170 Euro, ist damit aber trotzdem noch wesentlich günstiger als bei Audi und Volvo. Ohne Aufpreis ...
... gibt es den Tempomaten nur bei VW. Auch der abschaltbare Airbag ...
... ist beim Jetta im Grundpreis mit dabei. Dafür kosten ...
... die Nebelscheinwerfer 148 Euro.
Schlechte Mischung: Eine reichliche Portion Seitenneigung trifft beim VW auf eine unpassend eifrige Tendenz zum Eindrehen beim Lastwechsel. Gut, daß hier das ESP bissig kommandiert und falsche Reaktionen des Fahrers ausbügelt. Beim Spurt ...
... auf 100 erzielte der Wolfsburger mit 10,2 Sekunden den schlechtesten Wert im Vergleich, und auch im Elastizitätswettbewerb (60–100 km/h) konnte er nicht mit den Konkurrenten mithalten. Zudem ...
... agierte der 140 PS starke Reihenvierzylinder äußerst knurrig und schickt eine Menge Ruß in die Luft: Einen Partikelfilter gibt's nicht. Das stinkt zum Himmel!
Richtig punkten kann der Volkswagen mit seinem Platzangebot. Vorn ist er recht großzügig geschneidert, und auch im Fond gibt es über dem Kopf, neben den Schultern und vor den Knien ausreichend Luft. Selbst der Mittelplatz ist brauchbar.
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein ... und auch gern noch ein bißchen mehr: Mit 527 Litern bietet der Jetta ausreichend Platz für Reisegepäck. Die Durchladeeinrichtung gibt's ab Werk. Auch gut: Die umklappbare Rückenlehne ...
... kann verschlossen werden. So wird der Kofferraum zum Tresor.
Alte Bekannte: Uhren, Bedienhebel und Schalter im Jetta kennen wir aus dem kompakten Bruder Golf.
Knapp 30.000 Euro für eine Mittelklasse-Limousine? Da sollte man doch meinen, daß zumindest eine Menge Extras an Bord sind. Pustekuchen. Zwar trägt der A4 ...
... seine Nebelscheinwerfer serienmäßig, sowohl beim...
... abschließbaren Airbag (80 Euro) als auch ...
... beim Geschwindigkeitsregler (250 Euro) langen die Ingolstädter aber ordentlich hin.
Fahrtechnisch kann der Audi überzeugen: Die Ausweichübungen meistert er geradezu entspannt. Ohnehin auf stabiles Fahrverhalten getrimmt, hat er rücksichtsloses Einmischen der Elektronik kaum nötig.
Herzschmerz? Nicht beim Audi. Der Zweiliter arbeitet munter, auch wenn er dabei manchmal etwas brummig nagelt.
Da kneift nichts: Zumindest vorne sitzt der Audi gut. Hinten: autsch! Obwohl Raum genug zur Verfügung steht, zwingen die stark ausgeprägten Sitzlehnenwangen an den Außenplätzen in eine leicht eingedrehte, somit unbequeme Haltung.
Der hat Stil: Am edel gestalteten Cockpit mit glänzenden Rahmen um die Rundinstrumente gibt es nichts auszusetzen.
Ups – bei VW und Volvo gibt's auch die hinteren E-Fensterheber serienmäßig. Skoda möchte dafür 190 Euro haben. Audi: 290 Euro. Ganz schön dreist.
Begrenzt: Der A4-Kofferraum faßt mit 460 Litern nur das Nötigste. Auch die Innenhöhe ist eher grenzwertig.
Träger Schwede: Der Volvo ging nur mit gedämpftem Schwung durch die Kurven. Zwar sicher und ohne Schwächen. Aber durch die verzögerten Reaktionen auf Lenkbefehle ...
... und ein sehr rigoros regelndes ESP keimen kaum dynamische Qualitäten auf.
Man möchte ihn fast an den Nockenwellen kraulen, so fein schnurrt der Zweiliter des Schweden. Allerdings fehlt ihm in seinem langen sechsten Gang etwas Puste. Die Elastizitätswerte von 80 auf 120 km/h ...
... sprechen eigentlich für eine kleinere Klasse. Subjektiv bietet er dennoch den souveränsten Durchzug, weil die Drehzahlen beim Schalten nicht so weit in den Keller sacken wie bei den Konkurrenten.
Im Fond läßt es sich gut lümmeln, vorn zwickt der eingelaufene Schwede etwas. Genauer: Die – zugegeben – sehr gefällige, freischwebende Mittelkonsole drückt sich etwas hinterhältig in den rechten Unterschenkel. Und: Die Sitze ...
... hätten etwas mehr Material vertragen können. Kurze Flächen und relativ wenig Führung der Seitenwangen können einem Langstreckenfahrten verleiden. Das Urlaubsgepäck muß sowieso mit Bedacht ausgewählt werden – im Laderaum ...
... stehen nur 404 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung.
Umsonst gibt's bei den Schweden nichts. Der Geschwindigkeitsregler kostet satte 390 Euro, ...
... der abschaltbare Airbag 50 und ...
... das Paar Nebelscheinwerfer 230 Extra-Euro.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.