Kommt der deutsche Mini-Meister aus Wolfsburg? Der neue Polo bittet seine beiden Konkurrenten Ford Fiesta und Opel Corsa zum ersten Vergleich.
Heckansichten: Die drei deutschen Kleinwagen wissen durchaus mit unterschiedlichen optischen Qualitäten zu gefallen – von sachlich-nüchtern bis extrovertiert sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Lichtblicke: Vorne wie hinten gibt es große Design-Unterschiede im Testfeld. Der Polo folgt optisch seinem großen Bruder Golf, der Fiesta gibt sich bewusst dynamisch, der Corsa pflegt den eher unscheinbaren Auftritt.
Drei Kleine mit großer Klappe: Die Stauräume von Corsa, Fiesta und Polo fassen rund 280 Liter.
Die beliebtesten deutschen Kleinwagen im Dreikampf. Wer hat am Ende die Nase vorne?
Auf dem geteilten zweiten Platz landet der Opel Corsa. Der Rüsselsheimer Mini setzt weniger auf formale Reize, überzeugt dafür mit praktischen Talenten. Er lockt mit günstigen Preisen und ...
... bietet das beste Platzangebot. Der rundliche Corsa ist mit vier Metern der Längste der drei Kleinen.
Basismotorisierung des Corsa ist ein ein Liter großer Dreizylinder mit 60 PS und 88 Nm Drehmoment, der den Opel auf maximal 150 km/h beschleunigt und ...
... im Schnitt mit 5,6 Litern Super auf 100 Kilometer auskommt. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 134 Gramm pro Kilometer.
Am Arbeitsplatz gibt sich der Corsa sachlich, der Armaturenträger ist solide verarbeitet, aber die harten Kunststoffoberflächen des Cockpits sind keine Handschmeichler. Zudem leidet die Bedienung unter den vielen Knöpfen an der Mittelkonsole und ...
... dem versteckten Lichtschalter – liebe Opelaner, den habt ihr ganz schön mit Funktionen überfrachtet.
Vorne gibt es schmal geschnittene Sitze mit hoch reichenden Lehnen, ...
... hinten ist der Opel am größten. Die flache Bank bietet aber wenig Schenkelauflage.
Da muss der Rüsselheimer passen: Eine 1,5-Liter-Flasche findet keinen Platz in der Türablage.
Heißes Extra: Ein beheizbares Lenkrad ist ab 310 Euro zu haben.
Exakt 285 Liter passen in den Corsa-Kofferraum. Klappt man die Rücksitzlehnen um, ...
... passen 1100 Liter ins Heck. Der doppelte Boden erhöht die Variabilität und erleichtert das Beladen.
Das beste Angebot des Vergleichs: Ein Corsa Selection "110 Jahre" ist mit 11.840 Euro am günstigsten zu haben. Dafür gibt es vier Türen und 60 PS.
Der zweite Zweite dieses Vergleichs ist der Ford Fiesta. Verarbeitung und Platzangebot erreichen nicht ganz das Niveau des Polo. Dafür glänzt der Kölner mit einem eigenständigen Interieur und ...
... einem betont dynamischen Design. Der bullige Keil markiert den extrovertierten Kerl, der sich mit ausgebeulten Radhäusern, hohem Heck und coupéartig abfallendem Dach förmlich ins Rampenlicht drängt.
Der kleinste Motor für den Fiesta ist der 1.25 Duratec mit 60 PS und 109 Nm Drehmoment. Damit schafft der Ford maximal 152 km/h.
An der Tankstelle ist der Fiesta in diesem Vergleich am bescheidensten. Ford verspricht im EU-Mix einen Verbrauch von 5,4 Litern Super. Pro Kilometer stößt der Fiesta dann 128 Gramm CO2 aus.
Stylisch: das geschwungene Cockpit des Fiesta mit auffällig kontrastierenden Kunststoffblenden, ...
... die besser eingepasst sein könnten.
Auch im Fiesta versteckt sich der Lichtschalter etwas hinter dem Lenkrad. Die Funktionen sind allerdings deutlich übersichtlicher als im Corsa.
Nettes Spielzeug: Ein Audiosystem mit Sprachsteuerung ist ab 1100 Euro zu haben.
Da geht was rein: In die Türablagen passen beim Fiesta auch große Wasserflaschen.
Auf den bequemen Sitzen hält man es lange aus, die Position ist perfekt einstellbar.
Im Fond beitet der Ford jedoch vergleichsweise wenig Platz, Große müssen ihre Beine stark spreizen.
Der Schluckspecht dieses Vergleichs: Das Gepäckabteil des Fiesta fasst 295 Liter, ...
... bei umgeklappter Rücklehne passen 979 Liter hinein. Im Gegensatz zu Corsa und Polo hat der Ford keinen doppelten Boden, der eine ebene Ladefläche ermöglicht.
Basispreis: Der 60 PS starke Fiesta steht als Viertürer mit 12.250 Euro in der Liste.
Platz eins geht nach Wolfsburg. Hochwertige Materialien, bester Qualitätseindruck, gelungene Ergonomie, luftiges Ambiente, bequeme Sitze – der VW Polo überzeugt.
Klare Linien, schnörkelloses Design – der Polo gibt sich betont sachlich, wie ein Golf im Klein-Format. Verwechslungsgefahr mit dem großen Bruder besteht freilich nicht, die Front mit den flachen Scheinwerfern und die eckigen Rückleuchten ...
... verleihen dem Polo genug eigenständiges Profil. Keine Frage, ein Typ auf den zweiten Blick, dann fallen auch die starken Schultern und dezent ausgeformten Radhäuser auf.
Der Polo holt seine Kraft an der Basis aus 1,2 Litern Hubraum, verteilt auf drei Zylinder. Der Motor mobilisiert 60 PS und 108 Nm Drehmoment, die den VW auf maximal 157 km/h beschleunigen.
Beim Verbrauch liegt der Polo zwischen Corsa und Fiesta: Der kleine Wolfsburger genehmigt sich im EU-Mix 5,5 Liter Super auf 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß beträgt 128 Gramm pro Kilometer.
Praktisch: Dank des Freiraums hinter den Scheinwerfern sind Lampenwechsel im Polo kein Problem.
Nicht aufregend, aber rundum gelungen: Bedienung und Übersichtlichkeit des Polo-Cockpits sind vorbildlich, Verarbeitung und Materialien machen einen hochwertigen Eindruck.
So ist es richtig: Der Lichtschalter des Polo liegt im Blickfeld, ist leicht zu bedienen.
Elektronischer Pfadfinder: Das Radio-Navi RNS 310 kostet 1140 Euro Aufpreis.
Versteckt im Handschuhfach: Media-Anschlüsse und Reifendruckkontrolle.
Großzügige Verstellmöglichkeiten von Lenkrad und Sitzen sorgen für eine entspannte Position.
Die gut ausgeformte Rückbank stützt die Schenkel prima ab, Sitzriesen stoßen in der zweiten Reihe des Polo aber mit dem Kopf ans Dach.
Der Test mit der Flasche: Wie im Fiesta ist auch im Polo reichlich Platz in den Türablagen, ...
... im VW gibt es außerdem noch eine Schublade unter dem Beifahrersitz.
In fünfsitziger Konfiguration gehen in den Polo-Kofferraum 280 Liter, ...
... bei vollständig umgeklappter Rücksitzbank wächst das Volumen auf 952 Liter. Der doppelte Boden macht wie im Corsa auch hier die Ladefläche eben.
Pannenhilfe: Unter dem Kofferraum hat der Polo ein vollwertiges Reserverad und Bordwerkzeug.
VW liefert den Polo zunächst nur viertürig. Das verteuert ...
... den Einstieg mit 60-PS-Benziner auf 12.885 Euro. Auch beim neuen Polo bleibt es also beim gewohnten VW-Zuschlag.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Uli Holzwarth: "Der Polo siegt klar, Qualität, Design und Motorenangebot überzeugen. Dahinter herrscht Gleichstand: Zweimal schlägt der Fiesta den Corsa, ...
... zweimal liegt Opel vor Ford. Dabei gibt der Kölner den flotten Dynamiker, der Opel den günstigen Praktiker. Wirklich entschieden wird die Meisterschaft aber erst auf der Straße."
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