Gen-Gerangel: Opel Corsa und Alfa MiTo basieren auf der Plattform des Grande Punto, die beiden Italiener teilen sich sogar den Motor. Es brodelt im Hockenheimer Motodrom, die Spannung steigt.
Kein Respekt vorm automobilen Establishment: Die drei Giftzwerge halten das Erbe des ersten Golf GTI in Ehren und spielen gekonnt den Sportwagen-Schreck.
Ausgebremst: Die schicke Optik des Alfa kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in puncto Sportlichkeit Corsa GSi und Grande Punto Abarth knapp unterliegt.
Platz drei geht an den schwarzen Italiener. Der Alfa lässt sportliche Herzen schon höher schlagen, er liefert aber im Vergleich mit seinen beiden Konkurrenten ...
... die zahmste fahrdynamische Vorstellung ab. Das Fahrwerk könnte straffer, die Traktionskontrolle liberaler sein. Zudem kostet jedes noch so kleine Extra Aufpreis.
Kleines Kraftpaket: Aus 1,4 Litern Hubraum holt der Vierzylinder im Alfa dank Vierventiltechnik und Turbolader 155 PS und 201 Newtonmeter Drehmoment.
Mit 8,2 Sekunden beim Sprint von 0 auf Tempo 100 setzt sich der Alfa zwischen seine beiden Konkurrenten, ...
... erst bei 215 km/h Spitze kommt die Tachonadel des MiTo zum Stillstand – der Bestwert dieses Tests, aber der Vorsprung gegenüber der Konkurrenz fällt nicht allzu groß aus.
Das Urteil von SPORTSCARS-Testfahrer Sebastian Schneider: "Ein echt tolles Auto. Das ESP wird im Dynamikmodus schärfer und greift wirklich spät ein. Man kann sogar mit Lastwechseln spielen, ohne einen zeitraubenden Eingriff zu befürchten. Das Fahrwerk ...
... ist an der Hinterachse allerdings etwas zu weich abgestimmt, was das Auto etwas schwammig wirken lässt." Außerdem verhagelt die stets aktive Traktionskontrolle eine noch bessere Vorstellung als die herausgefahrene Zeit von 1:27,18 Minuten.
Schönes Rad: Die 17-Zöller im Design "Sport 1" mit 215er-Reifen kosten 400 Euro Aufpreis. Dahinter arbeitet ...
... eine leistungsfähige Bremsanlage, die sich auch auf der Rennstrecke ziemlich unbeeindruckt zeigt.
Ein Hauch von Sportlichkeit: Der Alfa entlässt die Verbrennungsrückstände seines Vierzylinders über ein Doppelendrohr ins Freie.
Detailverliebt: Chromumrandete LED-Heckleuchten gehören zur Turismo-Ausstattung – und eigentlich an jeden Alfa.
Hochwertig: Im MiTo geht es durchaus edel zu – allerdings nur mit einigen aufpreispflichtigen Extras. Eine Lederausstattung beispielsweise kostet 1100 Euro, eine Klimaanlage ist ab 850 Euro zu haben, aber immerhin ...
... gehört ein CD-Radio zum serienmäßigen Lieferumfang des kleinen Italieners.
Nicht ganz so eng und zupackend wie im Grande Punto Abarth: die Seriensitze des MiTo.
Wandelbar: Der Motor lässt sich per D.N.A.-Schalter schärfen. So setzt der gesteigerte Ladedruck im Dynamikmodus 29 Newtonmeter mehr Drehmoment bei niedrigerer Drehzahl frei, auch die ...
... Lenkung erhöht ihren Härtegrad, doch die Kräfte bleiben im Gegensatz zum Abarth stets gleich und berechenbar.
Handarbeit: Der Alfa schickt seine Motorkraft durch ein manuelles Sechsgang-Getriebe an die Vorderräder.
Günstig: Für den Alfa MiTo 1.4 TB 16V werden mindestens 17.950 Euro fällig – Corsa und Grande Punto sind teurer.
Der zweite Platz geht an den Opel Corsa GSi: Beim Sprint macht er die beste Figur, doch die Pferde gehen zu ruppig ans Werk. Fahrwerk, Traktion und ...
... Sitze reichen nicht an den Abarth heran, dazu kostet der Corsa deutlich mehr als der Grande Punto.
Der Leitwolf im Motor-Rudel: Homogen und kräftig blasen die 150 Corsa-PS zum Angriff. Mit seinem Drehmoment von 210 Newtonmeter schiebt die Maschine ...
... den quirligen Rüsselsheimer in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind 214 km/h drin.
Sebsatian Schneider über den Corsa: "Beim Anbremsen der Schikane wird er auf der Hinterachse sehr leicht, das Lenkrad erfordert dabei einen festen Griff. Zudem ist die Lenkung zu leichtgängig und lässt es an Rückmeldung fehlen." Auch das ausgeprägte Untersteuern ...
... ist auf dem winkeligen Kurs nicht gerade hilfreich. Beim Auslesen der vom 2D-Messsystem aufgezeichneten Daten kommt aber die Überraschung: Der Rüsselsheimer Giftzwerg ...
... prescht eine ganze Sekunde schneller um den kleinen Kurs als der MiTo. Seine Bestzeit: 1:26,21 Minuten.
Gelungener Auftritt: Das Spoilerwerk vermeidet übertriebene Angeberei. Die hat der kräftige Corsa auch wirklich nicht nötig.
Zurückhaltend: Der Opel krakeelt äußerst zahm aus seinem chrombetupften Endrohr.
Serienmäßig auf großem Fuße: Wie seine beiden Konkurrenten rollt der GSi mit 17-Zöllern vom Band.
Testbestwert für die Bremse: Mit warmer Anlage steht der Corsa aus Tempo 100 nach 36,5 Metern.
Nüchtern: Im Rüsselsheimer geht es schlicht und sachlich zu. Die Bedienung erfordert etwas Eingewöhnung, ...
... dafür liegt das griffige Lenkrad gut zur Hand.
Farbklecks: Rote Polster für die serienmäßigen Sportsitze des GSi. Sie sind sehr straff und etwas hoch montiert.
Üppig bestückt: Der GSi hat eine Klimaautomatik und CD-Radio an Bord. Leder ist im Innenraum weder für Geld noch für gute Worte zu bekommen.
Das Cockpit ist mit zwei großen runden Uhren klassisch instrumentiert. Der Tacho rechts übertreibt es mit seiner Skala bis 240 km/h ein bisschen, links überstreicht die Nadel des Tourenzählers zwischen 1850 und 5000 den großen Bereich des maximalen Drehmoments.
Etwas klobig: Die eckige Form des Schaltknaufs stört die Hände. Sechs Gänge gilt es hier zu sortieren.
Finanzielle Punktlandung: Exakt 20.000 Euro will Opel für einen Corsa GSi haben. Damit ist der weiße Rennzwerg der Teuerste in diesem Vergleich – er ist aber auch gut ausgestattet.
Fiat landet mit dem Grande Punto Abarth ganz oben auf dem Siegertreppchen: Der Skorpion sticht wieder. Ein knackiges Fahrwerk mit dynamischer ESP-Abstimmung, gute Bremsen, ...
... exzellente Sitze und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bringen den Sieg. Nur die Lenkung enttäuscht.
Mit dem MiTo teilt sich der Fiat das Herz: Auch hier traben aus 1,4 Litern Hubraum 155 PS und 201 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Wer das Aggregat ...
... so richtig zum Leben erwecken will, kommt an dieser Taste nicht vorbei. Der "Sport Boost" erhöht den Ladedruck und damit das Drehmoment um 29 Newtonmeter. So gedopt zieht der Grande Punto ...
... in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 212 km/h. Das Urteil des Testfahrers: "Im Wesentlichen lässt er sich wie der MiTo fahren, aber er wirkt durch das straffer abgestimmte Fahrwerk geringfügig leichtfüßiger. Die bessere Zeit ...
... ist wohl hauptsächlich auf das vollständig abschaltbare ESP zurückzuführen." Mit 1:25,33 Minuten knöpft der Fiat sogar dem Opel noch knapp eine Sekunde ab. Als einziger fahrdynamischer Kritikpunkt bleibt auch auf dem Rundkurs ...
... die unharmonische Lenkung: "Sie ist sehr indifferent, was einer runden Fahrweise entgegenwirkt. Ständig muss korrigiert werden." Durch die wechselnden, ...
... künstlich herbeigeführten Härtegrade der Lenkung bleibt viel Rückmeldung auf der Strecke. Die "Sport Boost"-Taste bringt nur mehr Widerstand, das synthetische Gefühl bleibt.
Klangvoll: Der Fiat untermalt seine Vollgas-Fahrt mit einer tiefkehlig-sonoren Melodie.
Mandelaugen: Nicht wenige entdecken im Frontscheinwerfer des Grande Punto einen kleinen Schuss Maserati.
Kontrastprogramm: Die hübschen 17-Zöller des Abarth gefallen mit Bicolor-Optik.
Edel und sportlich: Die Sättel der Brembo-Bremsanlage sind rot lackiert und machen sich hinter den Felgen besonders gut. Mit 37,9 Metern von Tempo 100 auf Null hat der Abarth allerdings den längsten Bremsweg.
Hier ist man gut aufgehoben: rot lackierte Mittelkonsole, rutschfeste Polsterung, optmimal geformtes Sportlenkrad – so sollte ein sportliches Interieur aussehen.
Top: Die gut konturierten Sportsitze haben den Fahrer stets im Griff.
Alles im Blick: Große Rundinstrumente und die Ladedruckananzeige im Zentraldsplay informieren den Fiat-Piloten.
Extraportion Sportlichkeit: Rote Nähte am Schaltknauf setzen optische Akzente.
Vergleichsweise günstig: Zum Grundpreis von 18.100 Euro bringt der Fiat Grande Punto Abarth eine ordentliche Ausstattung mit.
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