Ein Stoffdach haben beide gemein, ansonsten streben Audi TTS und Porsche Boxster höchst unterschiedlich nach Fahrspaß-Maximierung. Wer liegt bei den beiden Roadstern am Ende vorne?
Großer Name, genialer Kniff mit Großserientechnik: Das Kürzel
TTS stand einst für heiße NSU Prinz, heute für einen Audi-Zweisitzer, der mit
Golf-Technik vorwärts stürmt. Kann das sportlich sein? Und wie!
Im Bug des Audi rumort ein aus dem Golf R bekannter Turbo-Vierzylinder mit 272 PS und 350 Nm Drehmoment. Gekoppelt an einen 4x4-Antriebsstrang ...
... schiebt das Aggregat den TTS mächtig an. 5,3 Sekunden auf 100 km/h sind ein sehr großes Wort, 250 km/h Spitze auch nicht von schlechten Eltern.
Der
Porsche Boxster hat etwas weniger Kraft als der TTS, bleibt beim Vollgasstart trotzdem gleichauf (0–100 km/h: 5,4 s) und überholt den Audi obenraus (Spitze: 261 km/h), weil er nicht abgeregelt wird.
Der Saugmotor des Porsche, von dem man nicht mehr als zwei Einfüllstutzen hinter einer Wartungsklappe zu sehen bekommt, hat zwei Zylinder mehr, sitzt in der Wagenmitte und treibt mit 255 PS und 290 Nm Drehmoment aus 2,9 Litern Hubraum ausschließlich die Hinterräder an, ...
... was für einen Sportwagen das konsequentere Konzept ist. Auch sein maschinoider Boxer-Sound zieht den Fahrer mehr in Bann.
Als geborener Fronttriebler lasten 58 Prozent des Gewichts vorn. Bei extremer Kurvenfahrt ein Nachteil, denn so schiebt der TTS an der Haftgrenze zu stark über die Vorderräder. Klar, er liegt neutral und sehr sicher, ...
... doch fehlendes Eigenlenkverhalten steht erhöhtem Fahrspaß im Weg. Auf nasser Piste entschädigen dafür die Traktionsvorteile gegenüber dem Boxster.
Der Porsche wiegt rund 100 Kilo weniger (kein Allrad) als der Audi, und der Motor sitzt hinterm Fahrer. Das verlagert den Schwerpunkt nach hinten, sodass der Boxster das Lupfen des Gasfußes mit einem Heckschwenk beantwortet, ...
... der wunderbar mit der gefühlvollen Lenkung kontrolliert werden kann. Dazu kommt die feine ESP-Abstimmung. Sport Plus erlaubt sogar leichte Driftwinkel – einfach herrlich.
Im schmalen und flachen Audi-Innenraum geht es kuschelig zu – Roadster eben. Dank Stoffverdecks gibt es immerhin 250 Liter Kofferraum und damit genug für zwei Reisetaschen. Nachteil: Mit Normalverdeck wird der TTS ab 140 km/h laut, Linderung schafft das Akustikverdeck für 1015 Euro.
Ja, so sieht ein schönes Cockpit aus – qualitativ hochwertig und mit viel Alu an Pedalen, Luftdüsen und Verkleidungen. Dazu ein abgeflachtes Lenkrad. Bei geschlossenem Dach ist die Sicht nach hinten mäßig. Aber wer guckt in einem TTS schon nach hinten?
Der Porsche Boxster misst ein paar Zentimeter mehr als der TTS und schluckt auch etwas üppigeres Gepäck – hinten 130 Liter, vorn sogar 150 Liter. Sein Dach öffnet und schließt bis 50 km/h.
Beeindruckend sind die gute Verarbeitung und die hohe Torsionssteifigkeit des offenen Porsche. Das erhöht nicht nur das Qualitätsgefühl, sondern begünstigt vor allem sein messerscharfes Handling.
Schraubstöcke in Leder: Die sehr gut ausgeformten Sportsitze fixieren die Insassen auch bei extrem schneller Kurvenfahrt.
Im Grundpreis ist der Audi TTS, dem auf dem Tankdeckel eindeutig ein "S" fehlt, einen Tick teurer als der Boxster. Eine stolze Ansage für den Vierzylinder. Dank günstigerer Wartung und Versicherung zieht er mit dem Porsche gleich. Gut: Der Quermotor bleibt beim Testverbrauch unter zehn Litern.
Der Boxster ist die günstigste Art, einen neuen Porsche zu fahren. Heißt: Er kostet ab 47.000 Euro. Mit Dämpferregelung ...
... und Doppelkupplung inklusive Schaltwippen werden daraus schnell 55.000 Euro. Sein Verbrauch liegt mit 10,4 Litern einen Liter höher als beim TTS.
Das Fazit: "Mittelmotor, präzise Lenkung und steife Boxster-Karosserie sind das Maß der Dinge. Er ist agiler und ...
... hängt bei hohen Drehzahlen besser am Gas als der TTS, bei dem die vielen PS Allrad unverzichtbar machen."
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