Leckerbissen: Der
Mercedes SLS ist und bleibt ein hinreißender Anblick – erst recht der Domanig SLS in prächtigem Le-Mans-Rot samt farblich passenden Rädern. Dahinter reihen sich die drei Mitbewerber ein: Viperteam SRT 10, Imsa Gallardo und Königseder GT-R.
Die gegnerische Dreifaltigkeit wahrt Distanz – hat aber keinerlei Anlass, sich zu verstecken.
Von vielleicht noch erschwinglich bis unerreichbar: Ein PS kostet bei diesem Quartett zwischen 183 und 454 Euro. Während der getunte
Nissan mit fairen Preisen lockt, kommt der aufgemotzte
Lambo enorm teuer.
Für jeden Geschmack etwas dabei: Wer auf dralle Hinterteile steht, wird bei
Dodge und
Nissan fündig.
Wer durchtrainierte und grazile Formen bevorzugt, sollte
Benz und
Lambo tätscheln.
Domanig hat sich der Marke
Mercedes verschrieben – mit Haut und Haaren. In mühsamer Feinarbeit verbreitert Wolfgang Domanig Kotflügel. Nach alter Väter Sitte in Metall – ohne Falz und doppelten Boden, ohne zu kleben oder zu spachteln.
Ein Umbau dauert sechs Wochen und kann schnell mehr als 40.000 Euro kosten. Den
SLS AMG hat der Hesse zusammen mit dem Weißenburger Autohaus Wüst & Weigand optimiert.
Dem Boden so nah: Die SLS-Schnauze hängt nur wenige Zentimeter über dem Asphalt. Alltagstauglichkeit ist dennoch Trumpf – per Tastendruck lässt sich die Bodenfreiheit um 30 Millimeter erhöhen.
"Kaum jemand hat für den
SLS passende Räder zu bieten. Ich schon", sagt Tuner und Geschäftsführer Wolfgang Domanig.
604 PS leistet der Sechsliter-V8 des SLS AMG in der Domanig-Ausführung.
Das Cockpit verzichtet auf übertriebenen Luxus, präsentiert sich dazu blitzsauber verarbeitet.
Bekannt ist Dominag für seine spektakulären Räder: immer groß, immer breit, immer teuer.
Heiße Hülle: Das Bodykit des von Imsa aufgemotzten Gallardo begeistert mit perfekt modellierten Proportionen.
Holger Mohr, Chef von Imsa, trat 2000 erstmals mit einer Deutschland-Vertretung für den dänischen
Mercedes-Tuner Kleemann in Erscheinung. Dieses Kapitel ist abgeschlossen, seit fünf Jahren tunt er Lamborghini.
Das straffe Sportfahrwerk des Imsa Gallardo GTV senkt den Wagen nicht nur ab, es mildert auch deutlich die Nickbewegungen bei Schaltvorgängen.
Der silbrige Zylinder im Motorraum ist keine NOS-Flasche, sondern dient der Justierung von Zug- und Druckstufe. Mit 590 PS ist dieser Gallardo eine echte Alternative zur Serie.
Leicht, nicht locker: Das Schmiederad mit Zentralverschluss wiegt zwischen 12 und 13 Kilogramm.
Feine Auspuff-Optik ziert das Heck des Imsa. Der Zehnzylinder sorgt für die richtige Stimmlage.
Viel einfacher als gedacht fährt sich die Big-Block-Bestie von Viperteam.
Länge läuft: Der gestreckte Voderwagen der
Viper kommt nicht von ungefähr. Muss er doch nicht nur den ausladenden Zehnzylinder aufnehmen, sondern auch zwei fette offene Luftfilter.
Wirklich erstaunlich ist das Drehvermögen des 8,4-Liter-Monsters Weit jenseits der 5000 Umdrehungen ist immer noch eine Menge Luft nach oben, die Maximalleistung liegt bei 6100 Touren an.
Der urgewaltige Motor röhrt allzeit zufrieden vor sich hin und vermittelt dem Fahrer jederzeit die Gewissheit, dass es an Drehmoment niemals mangelt. Der Motor kennt nur zwei Newtonmeter-Modi: viel und viel zu viel.
Der Pilot sollte sich von der tristen Plastikwüste im Innenraum nicht deprimieren lassen, überwiegt der Spaß doch deutlich.
Die Bedienkräfte für die Kupplung halten sich in Grenzen, die Sechsgang-Handschaltung flutscht geschmeidig durch die Gassen und beweist, dass eine manuelle Lösung Sportfahrer nach wie vor zufriedenstellen kann.
Rädertechnisch ist die Viper auf 18- und 19-Zoll unterwegs.
Die kleinen Details machen ein Auto erst interessant und wecken beim Techniker Interesse.
Königseder fungiert als Spoiler-Experte für Autos aller Art – von
Smart bis Carrera GT. Gern bietet der Tuner wilde Lösungen an – unvergessen sein Mega-Breitbau für den Mini.
Schöne Haut: Der spektakuläre orange Bezug kommt von 3M und tendiert zwischen matt und glänzend. Die Folierung des kompletten Fahrzeugs dauert einen ganzen Tag und kostet 2850 Euro.
Mit dem
GT-R fährt man immer und überall kontrolliert irre zügig.
Kleinvolumiger, aber unglaublich bissigen Motor mit 590 PS.
Der Japaner bringt alles mit, was das Fahren von Sportwagen zu einem Erlebnis macht.
Der Nissan von Königseder und der SLS von Domanig rollen auf großem Fuße: 21 Zoll.
Zu schnell für diese Welt? Dank seiner Beschleunigungsleistung hat der
Nissan GT-R einen Eintrag ins "Guinness Buch der Weltrekorde" erhalten.
Vier Sportler, vier verschiedene Charaktere. Fazit: Der
Lambo ist sexy, der
Nissan sauschnell. Dem
SLS gelingt es, Perfektion mit animalischer Anziehungskraft zu verbinden. Dinosaurier wie die
Viper muss man einfach mögen.
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