Quartett für die Stadt: Fiat Panda, Citroën C1, Kia Picanto und Suzuki Alto (von links) spielen ihre Stärken vor allem in der City aus. Spannende Frage: Hat der neue Suzuki das Zeug zum Star im Gewimmel der Großstadt?
Kurz und gut: Die vier 3,50-Meter-Autos sind vorbildlich bei der Raumausnutzung. Es passt mehr rein, als man glaubt. Womit sie sonst noch überraschen können, hat AUTO BILD im Vergleichstest herausgefunden.
Panda ist Kult. Und praktischer als der Fiat 500. Gegen jüngere Gegner tut sich der kantige Italiener aber schwer, deshalb reicht es nur zu 252 von 500 Punkten und dem vierten Platz in diesem Vergleich.
Für regelmäßige Ikea-Kunden und Klein-Spediteure ist der Panda ideal, er kann vor allem als Packesel überzeugen.
Hohe Leuchtsäulen prägen das kombihafte Heck. Hinter der großen Klappe tut sich ein kleiner Saal auf. Der Panda-Kofferraum schluckt zwischen 206 und 860 Liter – beides Bestwerte. Anders als bei den Transporttalenten ...
... sieht es beim Fahrspaß aus. Wer den erwartet, wird enttäuscht. Bei scharfer Fahrweise drückt er sich tief in die Federn, legt sich mächtig schief in die Kurven, und ohne ESP steigen die kurveninneren Räder bei schlagartigen Spurwechseln bedenklich nach oben. Also bitte unbedingt ESP für 500 Euro bestellen und ...
... vielleicht über einen stärkeren Motor nachdenken. Der 1,3 Liter große Vierzylinder mit 60 PS und 102 Nm Drehmoment arbeitet sich auf der Autobahn an der kastigen Karosserie ab und legt nur zäh an Tempo zu, ...
... er hat aber mit 5,7 Litern Super auf 100 Kilometern den größten Testverbrauch. Mit 14,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h ist der Fiat zudem der langsamste Sprinter.
Grauer Alltag, aber alles liegt griffbereit. Der Schaltknauf ist fast auf Lenkradhöhe, die niedrige Schulterlinie sorgt für gute Sicht. Allerdings sind die Außenspiegel zu klein geraten.
Weich gepolstert, angenehme Paßform, farbenfrohe Bezüge – hier nimmt man durchaus gern Platz.
Die Rückbank mit neigungsverstellbarer Lehne lässt sich nach vorne schieben und vergrößert das Kofferraumvolumen. Sie kostet aber auch 250 Euro extra.
Belüftungsschlitz: Die hinteren Seitenscheiben lassen sich beim Fiat nicht vollständigen öffen.
Fiat verlangt für den Panda 1.2 8V Dynamic 11.270 Euro. Das dringend empfohlene ESP ist schon eingerechnet.
Viele Stärken, reichlich Schwächen: Der Kia Picanto beschert uns ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende erzielt er 260 Punkte und kann sich auf dem dritten Rang platzieren.
Im Bug sorgt ein ein Liter großer Vierzylinder mit 65 PS und 97 Nm Drehmoment für Bewegung. Die Maschine zieht den Kia nur widerwillig nach vorn. Bei Autobahn-Richttempo ...
... dröhnt der Dreiventiler im fünften Gang mit 4000 Touren jede Unterhaltung nieder. Immerhin beschleunigt er den Picanto in 14,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ist gut für 154 km/h Spitze.
Ein dickes Kompliment verdient das Fahrwerk. Der Picanto rollt angenehm ab und zeigt im Extremfall große Sicherheitsreserven. Selbst hektisches Lenkradverreißen wirft ihn nicht aus der Bahn.
Koreaner mögen es klassisch: Klare Rundarmaturen informieren den Fahrer, die Bedienung ist logisch, aber ...
... leider sitzen Personen ab 1,80 Metern Größe zu hoch.
Wahrer Luxus: E-Fensterheber auch für die hinteren Türen. Elektrische Spiegel sind in dieser Klasse ebenfalls die Ausnahme.
Mit minimal 127 Litern Fassungsvermögen hat der Koreaner den kleinsten Kofferraum im Vergleich. Unter seinem Ladeboden gibt es eine Ablage-Schale und Platz für Tirefit – aber kein Reserverad.
Die Rücksitzlehnen lassen sich wie im Panda in der Neigung verstellen. Fallen sie ganz nach vorne, bietet der Picanto mit 882 Litern den größten Laderaum in diesem Vergleich.
Mit 12.175 Euro ist der Kia Picanto 1.1 in der Ausstattung "Cool" der teuerste Testkandidat. Auch hier ist das ESP für 400 Euro bereits eingerechnet.
Der C1 zeigt ein unbekümmertes Gemüt und beschwingt seinen Fahrer. In diesem Vergleich erzielt er damit 262 Punkte und landet knapp vor dem Kia.
In Sachen Antriebskraft baut Citroën beim C1 auf einen ein Liter großen Dreizylinder mit 68 PS und 93 Nm Drehmoment. Der Motor hängt bei jeder Drehzahl gut am Gas und ...
... beschleunigt den Citroën laut Tacho über Tempo 170 (gemessen: 157 km/h). Das und die 12,8 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 bringen dem Franzosen den Sieg bei den Fahrleistungen ein.
Kurvenwillig: Beim Einlenken weht ein wenig Mini-Gefühl durchs C1-Cockpit.
Bescheiden: Im Schnitt genehmigte sich der C1 nur 5,1 Liter Super auf 100 Kilometer – kein Konkurrent ist sparsamer.
Ein Hauch von Mini und Smart: Das C1-Cockpit bemüht sich um jugendliche Frische, wie ...
... Designdetails wie der auf gesetzte Drehzahlmesser zeigen. Der graue Cockpit-Kunststoff ist leider von der billig(st)en Sorte.
Auf den gut ausgeformten Sitzen kommt vorne keine Platzangst auf, ...
... hinten aber heißt es: Bauch und Knie einziehen.
Der Glasdeckel am Heck öffnet fast wie von selbst, 80 Zentimeter Ladekantenhöhe bedeuten allerdings reichlich Krafttraining.
Bei vier Leuten an Bord wird’s (zu) eng. Vor allem fürs Gepäck. 139 Liter reichen für eine Sporttasche. Dann lieber die Rücksitzlehnen umklappen und sich über 751 Liter Stauraum freuen.
Für 11.410 Euro – inklusive Sicherheitspaket für 660 Euro – gibt es bei Citroën mit dem C1 1.0 Style ordentlich Fahrspaß.
Ein starker Einstand für den neuen Alto. Billigauto war gestern, heute bietet der Japaner reichlich Gegenwert fürs Geld. 269 von 500 Punkten bedeuten den Testsieg für den Suzuki. Eine Schönheit ist er zwar nicht, ...
... dafür beeindruckt er mit einem modernen Vierventil-Dreizylinder, der als Einziger im Testfeld die EU-5-Abgasnorm erfüllt. Das ein Liter große Aggregat schiebt den Alto mit 68 Ps und 90 Nm Drehmoment ...
... in glatten 14 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ist gut für 155 km/h Spitze. Ähnlich spritzig und sparsam wie der C1 lässt er die Vierzylinder von Fiat und Kia alt aussehen.
Bie den Bremsen gibt es dringenden Verbesserungsbedarf: Fast 44 Meter bis zum Stand aus 100 km/h sind viel zu viel.
Im Alto-Cockpit regiert rundum Hartplastik, immerhin schimmert kein nacktes Blech durch.
Der Drehzahlmesser sitzt wie im C1 als Satellit auf dem großen und deswegen sehr gut ablesbaren Tacho. Knöpfe und Schalter sind ergonomisch angeordnet.
Das offene Handschuhfach ist tief und breit, die Qualität ordentlich. Viele Ablagen erleichtern den Autoalltag.
Speziell beim Komfort lässt der in Indien gebaute Suzuki die Konkurrenz hinter sich. Der Fahrer sitzt bequemer als in den Mitbewerbern, ...
... dafür geht es im Fond am engsten zu. Ein voll besetzter Alto dürfte eine exotische Erscheinung sein.
Alternative zum Kurbeln: Die hinteren Fenster lassen sich nicht versenken – nur einen kleinen Schlitz weit ausstellen.
Mit voller Sitzplatzbelegung bietet der Alto nur 129 Liter Kofferraumvolumen. Fallen die Rücksitzlehnen, lassen sich immerhin 774 Liter ins Heck packen.
Der Beste ist der Billigste: Mit einem Grundpreis von 10.900 Euro heimst der Suzuki Alto 1.0 Comfort auch noch den Preis-Leistungs-Sieg ein.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: "Ein enges Rennen: Die Spaßmobile heißen C1 und Alto. Wer Nutzwert sucht, wird mit dem Panda glücklich. Der schluckt das meiste Gepäck, schwächelt aber beim Fahren und wird Letzter. Oder besser vierter Sieger. Denn symphatisch ...
... ist auf seine Art jeder in diesem Feld. Nur eines stimmt mich kritisch: Beim Bremsen schafft nur der Kia zeitgemäße Werte. Die anderen drei liegen jenseits der kritischen 40-Meter-Marke. Das muss sich ändern. Besonders beim Alto. Und zwar dringend."
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