Neuling bei den kleinen SUVs: Mit dem
Mokka will
Opel gegen die Konkurrenz punkten. Wo steht der kleine Rüsselsheimer im Vergleich mit
Mini Countryman,
Skoda Yeti und
Mitsubishi ASX?
Erinnern Sie sich noch? Mitsubishi war mal eine ganz große Nummer bei den Allradlern, der
Pajero Inbegriff des Geländewagens. Doch inzwischen macht der ASX die Stückzahlen (bisher 7366), ...
... denn der ASX, ein verkürzter
Outlander, hat eben die richtige Größe.
Vorn ist er zwar etwas enger als die drei anderen, ...
... verfügt im Fond aber über vergleichsweise angenehme Platzverhältnisse, wenngleich auch die Kopffreiheit nicht besonders groß ist.
Am Arbeitsplatz zeigt der ASX eine nüchterne, funktionale Einrichtung ...
... und ein Navi-Musik-System mit irrwitziger Bedienung.
Das beste Stück am ASX ist sein Diesel, eine Mitsubishi-Eigenentwicklung mit variabler Ventilsteuerung. Der knurrige 1,8-Liter (150 PS, 300 Nm) ...
... marschiert nach einer kleinen Turbopause mit pfeifendem Lader energisch los und zieht betont kräftig durch.
Doch das lebhafte Triebwerk findet im Fahrwerk keinen passenden Partner. Der ASX bewegt sich im Vergleich eher bedächtig, ...
... nimmt Kurven mit seiner eckigen, gefühllosen Lenkung unwillig sowie stark untersteuernd und hat auch die schlechtesten Bremsen.
Der Preis von 31.890 Euro ist der höchste im Vergleich, er relativiert sich aber durch die sagenhafte Ausstattung des ASX. So sind zum Beispiel Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, Tempomat oder CD-Radio serienmäßig mit an Bord.
Platz vier mit 471 von 700 Punkten: Der Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD bleibt insgesamt unauffällig, ohne gravierende Schwächen, ...
... aber auch ohne herausragende Stärken. Größter Pluspunkt ist der temperamentvolle, durchzugsstarke Motor.
Überraschung: Der Opel Mokka tritt wuchtiger auf, ...
... als man angesichts seiner kompakten Außenmaße erwartet, ...
... doch vorn bietet er spürbar weniger Raum als der Skoda, in Reihe zwei haben Yeti und auch Mitsubishi mehr Platz. Im Gegensatz etwa zu Skoda und Mini verzichtet Opel im Fond auf weitergehende Variabilität, ...
... Rückbank und Lehne sind geteilt umlegbar, das war es. Hinten anstellen muss sich der Mokka mit seiner bescheidenen Zuladung von 393 Kilo und der Anhängelast von 1,2 Tonnen.
Der Opel Mokka zeigt ein wohnliches, geschmackvolles Cockpit ...
... mit vielen kleinen Tasten auf der Mittelkonsole.
Die bequemen Ergonomiesitze (390 Euro) empfehlen wir, auch wenn wir uns über die umständlichen Verstellmöglichkeiten ärgern, zum Beispiel den Hebel statt eines Drehknopfs zur Lehnenverstellung.
Zum 1,7-Liter-Diesel gibt es eine gute Nachricht: Mit 5,9 Litern ist er der Sparsamste hier. Die anderen Nachrichten sind weniger toll, ...
... der Motor läuft (zu) laut und rau und wirkt mit seiner zähen Leistungsentfaltung stets angestrengt.
Raum für Verbesserungen bietet auch das Fahrwerk. Der Mokka liegt auf welligem Belag zu unruhig, ...
... poltert auf Querfugen, die Lenkung reagiert verzögert.
Am Ende reicht es so insgesamt nur zum vorletzten Rang, der Preis-Leistungs-Sieg wegen günstiger 25.770 Euro (inklusive der Ergonomie-Sitze) hilft nicht mehr viel.
Platz drei mit 476 von 700 Punkten: Für den Opel Mokka 1.7 CDTI 4x4 sprechen das ansehnliche Design und die wohnliche Inneneinrichtung.
Das Raumangebot geht in Ordnung, doch der Motor ist zu unkultiviert, die Abstimmung unausgewogen.
Kein Zweifel, der Countryman ist ein verwegenes Auto. Vor allem natürlich wegen des Designs, ...
... das konsequent zwischen Genie und Wahnsinn pendelt. Das soll so sein – aus Vernunftgründen wird dieses Lifestyle-Gerät nicht gekauft. Oder doch?
Wie kein anderer hier ist dieser Mini konsequent auf Sportlichkeit getrimmt: Der kräftige Zweiliter-BMW-Diesel (143 PS, 305 Nm) ...
... beißt schon bei niedrigen Touren richtig zu, dreht munter bis fröhlich und brummt dabei kernig.
Auch die direkte, spitze Lenkung und das betont straffe Fahrwerk sind auf schneidiges Handling ausgelegt, ...
... Liebhaber werden dafür die ruppige Federung in Kauf nehmen (müssen).
Der Countryman hat sogar anständig Platz, vorn etwa so viel wie der Opel, ...
... und der Fond wirkt mit den zwei verschiebbaren Einzelsitzen geräumiger, als er eigentlich ist.
Doch der Kofferraum ist winzig (350 Liter), die Anhängelast (800 Kilo) lächerlich.
Da muss man drauf stehen: typisches Mini-Design ...
... mit dem schlecht ablesbaren Bratpfannen-Tacho.
Überraschung: Der Mini entscheidet das Kostenkapitel für sich – dank dem hohen Wiederverkaufswert. Wenn das mal kein Vernunftgrund ist.
Platz zwei mit 479 von 700 Punkten: Der Mini Countryman Cooper SD All4 ist betont sportlich abgestimmt. Mit spitzer Lenkung, knurrigem, kräftigem Motor, ...
... aber harscher Federung. Innenraum und Gepäckabteil sind vergleichsweise klein, aber variabel.
Formal ist der Yeti das reine Gegenstück zum Countryman. Sachlich, vollkommen unaufgeregt, ...
... mit freundlichem Blick und betonter Kastenform. Die bringt ihm ...
... überragende Platzverhältnisse und eine bemerkenswert luftige Atmosphäre.
Im Fond wartet neben der mit Abstand größten Kopffreiheit ...
... noch ein weiteres Plus: Die drei Einzelsitze, die sich klappen, kippen und ausbauen lassen. Die beiden äußeren sind längs verschiebbar, nach innen versetzbar.
Der Kofferraum schluckt maximal riesige 1760 Liter, dazu kommen die größte Zuladung von 513 Kilo und die höchste Anhängelast von zwei Tonnen.
Der Zweiliter-VW-TDI (140 PS, 320 Nm) schnurrt friedlich, läuft leise und kultiviert, ...
... er legt sich aber nicht ganz so energisch ins Zeug wie etwa der Mitsubishi oder der Mini, wirkt etwas phlegmatischer.
Sage aber keiner, der Yeti sei ein reines Vernunftauto, dazu macht er zu viel Spaß beim Fahren: Er bewegt sich betont flink ...
... und wendig, lenkt präzise. Allerdings könnte die Federung ruhig sanfter ansprechen und nicht ganz so trocken die Schläge durchreichen.
So fährt der Yeti entspannt und locker einem weiteren, völlig ungefährdeten Sieg entgegen – trotz des zweithöchsten Preises von 29.850 Euro.
Platz eins mit 515 von 700 Punkten: Der Skoda Yeti 2.0 TDI verbindet geschickt die Vorteile von Kombi, Van und SUV in einem Auto. Außergewöhnlich geräumig ...
... und praktisch eingerichtet. Mit leisem, laufruhigem Motor und agilem Fahrverhalten.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Das Leben ist kein Ponyhof – das wird beim ersten Vergleich für den Opel Mokka klar. Der zeigt gute Ansätze, ist aber besonders mit dem Motor nicht auf dem Stand der Technik. Souveräner Sieger wird, nicht zum ersten Mal, ...
... der knuffige, sympathische Skoda Yeti. Der Countryman auf Platz zwei ist fast schon eine Überraschung, aber hinter der modischen Fassade stecken eben doch einige Alltags-Qualitäten. Und der Mitsubishi könnte eine Alternative sein, vor allem wegen seines Motors, bräuchte aber Feinschliff."
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