Die große Vielfalt bei den Kleinen: Jedes der vier Raumwunder verfolgt seine ganz eigene Linie. AUTO BILD hat Honda Jazz, Mercedes A-Klasse, Skoda Fabia und Daihatsu Materia zum Vergleich gebeten.
Das ist die Höhe: Aus dieser Perspektive wird deutlich, warum vor allem Jazz, Materia und A-Klasse so viel Platz haben. Ist der Fabia also chancenlos?
Rollen wir das Feld einmal von hinten auf: Auf dem vierten Platz liegt mit 258 Punkten der Daihatsu. Der Materia zeigt Charakter, aber leider auch einige Schwächen, die schnell nerven.
Das gewaltig lärmende, vibrierende 1,5-Liter-Triebwerk mobilisiert 103 PS und 132 Nm Drehmoment, hängt bissig und spontan am Gas und ...
... schiebt den kleinen Japaner in 10,4 Sekunden auf Tempo 100. Das kurz übersetzte und hakelige Getriebe lässt den rauen Vierventiler bei der Höchstgeschwindigkeit 170 km/h bis an den roten Bereich jubeln. Vor allem auf der Autobahn kostet das Nerven und Sprit.
Als Charakter-Darsteller ist der Daihatsu Materia eine Wucht. Ein Typ mit Ecken und Kanten, der sich mit seinem kastigen Hotrod-Stil wohltuend von den windschlüpfigen Konkurrenten abhebt.
Ein bisschen fummelig: Lampenwechsel am Materia.
Kein Augenschmaus: Die Insassen blicken auf eine trostlose Hartplastik-Wüste, ...
... die zentral über der Mittelkonsole angeordneten Instrumente lassen sich schlecht ablesen.
Kein anderer bietet im Fond so viel Platz wie der 3,80 Meter kurze Japaner: Bei ganz zurückgeschobener Bank haben Beine und Frisuren eine Freiheit wie in der Oberklasse.
Ring der Niederungen: Auf Knopfdruck leuchten tief im Fußraum blau illuminierte Lautsprecher-Umrandungen, ...
... weiter oben gibt es links und rechts die passenden Hochtöner im stylischen Verbund mit den Luftausströmern.
Bei umgeklappter Rücksitzbank entsteht eine ebene Ladefläche und ein Stauvolumen von 1000 Litern. Sollen auch hinten Passagiere sitzen, bleibt ein dürftiger Kofferraum von 181 Litern übrig.
Sieht irgendwie aus wie ein Rad aus längst vergangenen Zeiten, ist aber die Notbereifung des Materia und liegt platzsparend unter dem Ladeboden.
Das Testschnäppchen: Für 16.640 Euro ist der Materia zu haben. Wer auf das unzureichend abgestimmte ESP verzichten möchte, kann sogar noch 650 Euro sparen.
Die Mercedes A-Klasse war einmal ein Trendsetter, jetzt wirkt der Basistyp überholt. Für den Stuttgarter reicht es deshalb nur zu 285 Punkten, die den dritten Platz in diesem Vergleich bedeuten.
Der 1,5-Liter-Motor ist mit seinen 95 PS und 140 Nm Drehmoment wahrlich kein Quell der Freude. Um die A-Klasse ...
.. auf Tempo 100 zu bringen, benötigt die Maschine 12,8 Sekunden – langsamer ist kein anderer Testkandidat. 175 km/h Spitze sind immerhin genug, um den Materia auf der linken Spur in Schach zu halten.
Hier lässt es sich aushalten: Der A 150 hat bequeme, gut konturierte Sitze. Die flache Position ist aber nicht jedermanns Sache.
Da glänzt nicht nur der Stern: Die Verarbeitung und Materialqualität des Interieurs sind tadellos. Das gilt ebenso für Ablesbarkeit und Bedienung des Cockpits.
Eco wie ökonomisch? Trotz seiner Start-Stopp-Automatik verbraucht der A 150 BlueEfficiency mit 7,2 Litern auf 100 Kilometern im Testdurchschnitt ein wenig zu viel.
Praktisch: Die Staufächer in der Tür verpacken auch ganz locker eine Wasserflasche.
Alles an seinem Platz: Aufnahme fürs Mobiltelefon auf der Mittelkonsole.
Beeindruckend üppiges Platzangebot: In diesem Punkt überzeugt die A-Klasse – vorn wie hinten. Dazu kommen die bequemen Sitze und ...
... ein variables, sehr gut nutzbares Gepäckabteil mit ebener Ladefläche, das selbst vor einer Waschmaschine nicht kapituliert. Kein Wunder bei 435 bis 1370 Litern Stauvolumen.
Tirefit macht's möglich: Unter dem Ladeboden versteckt sich ein geräumiges Fach in der Reserveradmulde.
Das mit Anstand teuerste Angebot in diesem Vergleich unterbreitet Mercedes: Für den A 150 BlueEfficiency werden 21.462 Euro fällig. Die 16-Zoll-Bereifung für 845 Euro ist bereits eingerechnet.
Mit 312 Punkten landet der Jazz auf dem zweiten Platz. Der Honda fährt vor allem mit seiner üppigen Ausstattung und hoher Variabilität nach vorn.
Honda setzt in Sachen Antrieb auf einen sparsamen und kultivierten Vierzylinder mit 1,4 Litern Hubraum. Die nominell kleinste Maschine im Test entwickelt 100 PS und 127 Nm Drehmoment, ...
... die den Jazz in 11,5 Sekunden auf Tempo 100 schieben. Maximal sind in dem kleinen Japaner 182 km/h möglich.
Unharmonisch: Die Federung reicht gröbere Stöße trocken weiter und regt die Karosserie bei rasch folgenden Wellen zum Schaukeln an. Das wirft den Honda freilich nicht aus der Bahn, sein ESP schreitet konsequent ein, wenn es der Fahrer übertreibt.
Beitrag zur Sicherheit: Das neue Jazz-Heck trägt LED-Rücklichter, eine dritte Bremsleuchte ist natürlich Serie.
Mit frischem Schwung: Der Armaturenträger ist ansehnlich und übersichtlich gestaltet, aber beim Anfassen enttäuschen die Hartplastik-Oberflächen.
Gute Ergonomie: Sitze und Position hinter dem in zwei Ebenen verstellbaren Lenkrad passen vielen Staturen.
Genau die richtige Temperatur auf Knopfdruck: Eine Klimaautomatik ist im Jazz serienmäßig mit an Bord.
Wie im Benz: Auch die Honda-Tür schluckt lässig eine Wasserflasche.
Beinfreiheit wie in der Mittelklasse: Selbst große Passagiere sitzen hinten ausgesprochen bequem.
Eben und groß: Ins Honda-Heck passen minimal 428, maximal 1396 Liter Gepäck.
Praktisch: Der Kofferraum ist mit einer variablen Fächertrennung ausgestattet. Das verhindert ungewolltes Herumpoltern von Gepäckstücken.
Der Honda Jazz ist alles andere als ein Preisbrecher: Der 1.4 Exclusive kostet 18.850 Euro, überzeugt dafür aber auch mit einer guten Ausstattung.
Und hier ist der Testsieger: Der souveräne Skoda fährt seinen Konkurrenten mit insgesamt 325 Punkten davon. Dabei ist der Fabia ein konventioneller Kleinwagen – mit ganz großen Talenten.
Kräftig: Der Vierzylinder unter der Fabia-Haube schickt 104 PS und 153 Nm Drehmoment in den Antriebsstrang. Dem 1,6-Liter-Vierventiler von VW fehlt jedoch Laufruhe und die Drehfreude eines Jazz.
Zügig: Den Prestigesprint absolviert der Fabia in 10,5 Sekunden, maximal erreicht er 190 km/h – und ist damit schneller als der Rest des Testfeldes.
Beste Voraussetzungen für den flotten Kurven-Swing: Dank des harmonisch abgestimmten Fahrwerks sind Landstraßen ein echter Spaß. Vergnügliches Handling, präzise Lenkung, standfeste Bremsen und ...
... ein wachsames ESP machen den Fabia zum unschlagbaren Dynamiker in diesem Vergleich. Wobei der Komfort nicht zu kurz kommt, die schluckfreudigen Federelemente verschonen die Besatzung vor den meisten Widrigkeiten.
Hinter den hübschen 16-Zöllern lauern die bissigsten Brmesen dieses Vergleichs: Sind sie warm, bringen sie den Fabia nach 35,7 Metern zum Stehen – die Konkurrenz braucht mindestens zwei Meter mehr.
Spuckt mit am meisten aus: Der Fabia verbrauchte im Schnitt 7,7 Liter Super auf 100 Kilometer, was pro Kilometer 182 Gramm CO2 entspricht. Nur der Materia bläst noch acht Gramm mehr pro Kilometer in die Landschaft.
Gut für schnelle Kurvenfahrt: Fahrer und Beifahrer sitzen im Fabia Sport auf hervorragend konturierten Sitzen, Komfort und Seitenhalt sind ausgezeichnet
Etwas mehr Farbe könnte nicht schaden: Der übersichtlich gestaltete Armaturenträger überzeugt mit einwandfreier Verarbeitung, wirkt aber etwas trist.
Platz-Halter: Zwei Handschuhfächer bieten genügend Stauraum für Straßenatlas und allerlei Krimskrams.
Das Platzangebot kann sich sehen lassen, wenngleich der Fabia in dieser Hinsicht mit den drei anderen Verwandlungskünstlern nicht ganz mithalten kann. Er ist eben ein konventionell gemachter Kleinwagen, ...
... der es mit der geteilt klappbaren Rückbank gut sein lässt. Ins Skoda-Heck passen maximal 1163 Liter. Sind die Rücksitzlehnen hochgeklappt, schrumpft das Platzangebot auf 300 Liter.
Auch der Preis-Leistungs-Sieg geht an den Skoda: Für den Fabia 1.6 16V Sport verlangen die Tschechen 16.830 Euro und bieten dafür ein überzeugendes Gesamtpaket.
Das Fazit: "Man kann es drehen und wenden, wie man will – am deutlichen Sieg des Skoda ist nicht zu rütteln. Der Fabia ist ein sehr ausgewogenes Auto, kombiniert Raum, Komfort, Sicherheit und Fahrdynamik am harmonischsten. Platz zwei belegt ...
... der Honda Jazz. Er überzeugt mit seinem luftigen Interieur, cleverer Variabilität und günstigem Verbrauch. Handling und Federung erreichen aber nicht das Fabia-Niveau. In diesen Punkten fällt der müde und teure ...
... Mercedes noch deutlicher zurück. Seine Stärken: viel Platz, beste Verarbeitung. Schlusslicht ist der spritzige Daihatsu Materia. Er ist innen der Höchste unter den Kleinen. Komfort und Fahrverhalten zeigen aber zu viele Schwächen."
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