Beim Stil macht dem
Range Rover Sport niemand etwas vor, auch der Motor ist in Top-Form. Doch der Brite ist eher eng und fährt sich behäbig. Das reicht am Ende für 324 von 500 Punkten und Platz vier.
Mit dem Dreiliter-V6 ist der
Range angemessen motorisiert: Der Biturbo-Motor läuft leise, weich und geschmeidig. Doch seine 245 PS und die satten 600 Nm Drehmoment ...
... haben mit über 2,6 Tonnen satte 386 Kilo mehr zu schleppen als etwa beim BMW. Ergebnis ist zum einen der mit 10,9 Litern höchste Verbrauch, zum anderen eine ausgeprägte Gelassenheit. Mit 9,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 ...
... wird er Letzter in der Sprintwertung, auch mit 193 km/h Spitze fährt er dem Feld hinterher. Der
Range bewegt sich bedächtig, ohne Hast, ...
... mehr Komfort hatten wir allerdings von seiner Luftfederung erwartet. Die spricht überraschend grob an, besonders auf kleine, kurze Stöße.
Hat auf jede Geländefrage eine Antwort: Das "Terrain Response"-System des
Range Rover Sport stimmt, gesteuert mittels Drehregler auf dem Mittelltunnel, ...
... Motor, Getriebe, Federung und Traktion auf den Untergrund ab. Fünf Programme sind wählbar, ...
... hier muss sich der edle Engländer gerade mit schlammigen Spurrillen auseinander setzen.
Bei der stilvollen Inneneinrichtung macht ihm niemand etwas vor. Den Materialmix aus Leder (Serie) und Holz beherrschen die Briten eben immer noch am besten. Man thront auf luxuriösen Klubsesseln, blickt erhaben auf die anderen herab. Die Übersicht ist glänzend, ...
... doch der feine
Range Rover Sport ist merklich knapper geschnitten als seine drei Rivalen, er ist (innen) schmaler, bietet weniger Kopffreiheit und ...
... hat auch hinter der Heckklappe nicht so viel Platz wie
BMW,
Mercedes und
VW – zumindest, was das Minimalvolumen angeht. Der Kofferraum ist mit 450 Litern der kleinste im Vergleich, ...
... fallen die Rücksitzlehnen, vergrößert sich das Platzangebot aber auf durchaus üppige 2013 Liter.
63.660 Euro, einschließlich Dynamic Response: Der
Range Rover Sport 3.0 TDV6 SE kostet in diesem Test am meisten – doch dafür bietet er auch die luxuriöseste Ausstattung.
Mit 366 Punkten fährt die
M-Klasse auf den dritten Platz. Ausgereift, solide und mit besonders sauberem EU-6-Motor: Der
Mercedes ist eine Empfehlung für Leute, die Komfort suchen, aber keine Aufregung.
Für Vortrieb sorgen im
Mercedes 211 PS und 540 Nm aus einem Turbo-V6. Den Dreiliter-Diesel haben wir als BlueTec getestet, ...
... so erfüllt er schon die strenge, erst ab 2014 verbindliche Euro-6-Norm. Die Reinigungstechnik mit dem SCR-Kat raubt dem bekannt kräftigen Motor zwar einen Teil seines Temperaments, ...
... zügig unterwegs ist man damit immer noch, zudem ist er leise. Den Sprint aus der Parkposition auf Landstraßentempo erledigt die
M-Klasse in 8,6 Sekunden, maximal erreicht sie 210 km/h.
Komfort wird großgeschrieben beim
ML, größer als Dynamik. Der
Mercedes lenkt nicht so entschlossen ein wie der
BMW, ...
... gleitet dank Luftfederung jedoch sanft über die Frostaufbrüche des letzten Winters.
Fit fürs Gelände: 4Matic heißt traditionell der Allradantrieb bei
Mercedes – mit Verteilergetriebe. Serienmäßig an Bord sind die Bergabfahrhilfe DSR und die Berganfahrhilfe, ...
... mit dem Airmatic-Paket für 2023 Euro lässt sich die Bodenfreiheit der
M-Klasse erhöhen.
Der
Mercedes schafft eine freundliche Atmosphäre für Fahrer und Passagiere. Wer hier einsteigt, soll sich wohlfühlen. Entsprechend ist der großzügige Innenraum gestaltet: unaufgeregt, geschmackvoll und zugleich praxisgerecht. Die Sitze sind bequem wie in der Business-Klasse. Auch größere Mitfahrer reisen hier ausgesprochen gemütlich.
Automatikhebel am Lenkrad: Das schafft Platz auf dem Mitteltunnel. Das Command-Navi (3046 Euro) hat hier noch eine Tastenbedienung – es geht auch ohne Controller.
... für die große Einkaufstour die Rücksitzlehnen flachlegt, kann sich über 2050 Liter Volumen im Gepäckabteil freuen. Mehr bietet in diesem Vergleich keiner.
Mit Airmatic und 19-Zoll-Rädern kommt der
Mercedes ML 350 BlueTec auf 60.792 Euro. So eindrucksvoll wie das Auto, aber hier durchaus noch im Rahmen.
Gelungen, der neue
VW Touareg. Mit viel Platz, hoher Variabilität und kraftvollem Motor erreicht er in der Endabrechnung 381 Punkte und schiebt sich damit auf den zweiten Platz. Beim Fahrverhalten findet er seinen Meister im
X5.
Der lebhafte und drehfreudige Dreiliter-V6 mit 240 PS und 550 Nm Drehmoment beschleunigt den
VW souverän (0–100 km/h: 7,7 s; Spitze: 218 km/h), näselt dabei leicht, ...
... läuft aber auffällig leise. Und sparsam, auch dank des bestens funktionierenden Start-Stopp-Systems: 9,3 Liter sind der zweitbeste Verbrauch im Test.
Leichtfüßig und sicher kurvt der
Touareg ums Eck. Die Automatik sucht jedoch zuweilen unentschlossen nach dem richtigen Gang. Auch die Luftfederung ...
... kann nicht voll überzeugen: Sie neigt auf Querfugen zum Stuckern, in schnellen Kurven wankt der
Touareg – da fehlt (noch) Feinschliff.
Der
Touareg-Allradantrieb arbeit mit selbstsperrendem Torsen-Differenzial à la
Audi Q7. Links ist der Drehregler für das Offroad-Fahrprogramm, rechts für die Niveauregulierung.
Damit der Fahrer seine genaue Lage kennt: Im Display lassen sich Geländehöhe und Himmelsrichtung anzeigen.
Beim Thema Interieur muss sich der große Volkswagen nicht einmal vor dem stilvollen
Range Rover verstecken. Doch der
Touareg bietet deutlich mehr Platz als der Brite und ...
... zudem als Einziger eine verschiebbare Rücksitzbank mit neigungsverstellbarer Lehne. Die Rückenlehne ist nicht nur zweigeteilt wie bei den Konkurrenten, ...
... sondern sie besteht sogar aus drei Segmenten. Sie lässt sich bequem auf Knopfdruck umlegen; die Schalterleiste dafür befindet sich im Kofferraum.
Beim Maximalvolumen bietet der
VW Touareg weniger als die Konkurrenz: In den Laderaum passen im besten Fall 1642 Liter. Dafür kann der große Wolfsburger ...
... bei Minimalvolumen punkten: Bei hochgestellten Rücksitzlehnen passen immer mindestens 580 Liter hinter die Heckklappe – der zweitgrößte Kofferraum in diesem Vergleich.
Der Preis-Leistungs-Sieger dieses Vergleichs: Mit 56.085 Euro liegt der
VW Touareg V6 TDI BlueMotion an der Kasse ganz vorn. Im Preis eingerechnet sind die Luftfederung (2575 Euro) und die 20-Zoll-Bereifung (2810 Euro).
Platz eins geht mit 384 Punkten nach München: Mit seiner großartigen Motor-Getriebe-Kombination und dem agilen Handling fährt der
BMW X5 nach vorn. Geräumig und bequem ist er auch noch.
Der erste Eintrag aus dem Fahrtenbuch sagt schon alles: "Fährt sich wie ein
GTI", steht da. Für ein 2,3-Tonnen–SUV ein Mega-Kompliment. Aber genau das trifft es. Angetrieben vom bissigen, ...
... spontan drehenden Reihensechszylinder mit 245 PS und 540 Nm Drehmoment geht der
X5 (beinahe) so locker und leicht um die Ecken wie der Kompakt-Sportler, ...
... die hellwache Automatik reagiert schnell, und die Aktivlenkung spricht sehr direkt, fast schon zu zackig an.
Mit der Luftfederung hinten und dem Adaptive-Drive-System fährt sich der
X5 sehr stabil, neigt sich in Kurven kaum. Und – Überraschung! – die sportliche Abstimmung ...
... geht nicht zu Lasten des Komforts. Im Gegenteil: Der
BMW federt straff, aber verbindlich, steckt besonders kurze Stöße trockener weg als
VW und
Range Rover. Der Fahrspaß in Zahlen: 7,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 210 km/h Spitze.
"xDrive" nennt
BMW seinen Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung. Das ESP ist auch hier abschaltbar, die Bergabfahrhilfe HDC gibt es serienmäßig.
Der gerade renovierte
X5 kann auch jenseits seiner fahrdynamischen Talente rundum überzeugen: Beispielsweise mit sportlich-strammen Sitzen, ...
... überraschend viel Platz im Fond, sorgfältiger Verarbeitung und ...
... dem mit 620 Litern größten Kofferraum in diesem Vergleich.
Größer als
VW, kleiner als
Mercedes und
Range Rover: Wer die Sitze der Rückbank nach vorne klappt, kann maximal 1750 Liter ins Heck laden.
60.620 Euro verlangt
BMW für den
X5 xDrive 30d, einschließlich der getesteten Fahrdynamik-Systeme. Viel Geld – aber auch der Preis für einen verdienten Sieg.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Erstaunlich, was der neue
VW Touareg hier schafft. Er fährt aus dem Stand fast an die Spitze der Luxus-SUVs. Fast, denn dort bleibt erst mal der
X5. Der Sieg des
BMW kommt vielleicht etwas überraschend, ...
... doch er ist eben nicht nur sportlich, sondern auch sparsam und geräumig. Der
Mercedes punktet mit seinem blitzsauberen Motor, setzt voll auf Komfort. Und so ein
Range Rover Sport bleibt wohl ewig ein Fall für Fans: herrlich herrschaftlich, aber lange nicht so perfekt wie die drei Deutschen."
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