Sicher ist es schön, mit einem Edel-Allradler chic durch die Gegend zu cruisen. Doch wenn's mal ein bißchen mehr zur Sache geht? Da sind diese vier günstigen SUV aus dem Robust-Segment zur Stelle. Welches kann am besten zupacken?
Der Pajero der dritten Generation ist das älteste Fahrzeug im Vergleich (seit 2000); die Schlicht-Version "Classic" gibt es seit 2005. Der Japaner punktet mit reichlich Raum und Zuladung. Der Preis: 34.990 Euro.
Kia, die Tochter von Hyundai, brachte den Sorento 2002 zu uns. Bis auf eine kleine Drehmomenterhöhung (2004) blieb alles beim alten. Der Kia ist mindestens 13 Zentimeter kürzer als die Konkurrenz – einfacher zu parken, aber schwerer zu packen.
Das jüngste Auto im Vergleich ist der seit 2005 verkaufte Nissan (34.400 Euro). Durch das kastenförmige Heck schluckt der Pathfinder besonders sperriges Gepäck. Richtig gut: die 230 mm Bodenfreiheit.
Der koreanische Hyundai (30.990 Euro) kam 2001 nach Deutschland, erhielt 2004 eine Leistungssteigerung von 150 auf akutell 163 PS sowie 2005 ein Facelift.
Der Nissan gewinnt souverän – er kostet angemessen und zeigt keine ernsthaften Schwächen. Ihm folgt ...
... der Mitsubishi, den der laute Motor und die nachlassenden Bremsen einige Punkte kosten. Platz drei ...
... geht an den Kia – etwas mehr Kofferraumvolumen und ein ESP, und er würde ganz vorne mitspielen. Schade um ...
... den Hyundai: Mit Simpel-Allrad und mäßiger Bremse ohne ESP bleibt man heute hinten.
Schlicht und einfach: Wegen des allzu hohen Pajero-Preises schuf Mitsubishi die Einfachversion Classic – mit unlackierten Stoßfängern, ohne dritte Sitzreihe, mit Stahl- statt Aluminiumfelgen und 235er- statt 265er-Reifen. Der Classic ist ...
... ein guter Freund fürs Grobe und überzeugt mit einem sehr wirksamen Allradantrieb.
Rustikaler Brocken: Der mit seinen satten 3,2 Litern Hubraum derzeit größte Vierzylinder-Turbodiesel (160 PS) paßt schlecht zu Chrom und Leder. Hier im schlichten Classic-Modell kann man sich schon eher mit ihm anfreunden, auch wenn er unschön nagelt.
Ein rauher Geselle: Der Mitsubishi ist mit wenig ansprechendem Kunststoff ausgerüstet.Allradantrieb und Geländereduktion werden elektrisch über den kleineren Schalthebel bedient. Auch reiner Heckantrieb ist möglich.
Es gibt auch Lobenswertes zu vermelden: Der Federungskomfort ist hervorragend, die Sitze bequem und der Freiraum ...
... auf allen Plätzen mehr als ausreichend.
Das mächtigste Auto im Feld: 605 Kilo Zuladung machen den Pajero zum Lastesel im Vergleich. Bei aufgestellter Rückbank kann er am meisten Gepäck verdauen (520 Kilo); sind die Sitze umgeklappt, passen 1700 Liter hinein. Damit liegt der Classic ...
... auf Augenhöhe mit dem Hyundai, ist aber sogar dem deutlich kleineren Sorento unterliegen. Der schluckt nämlich ...
... ganze 1751 Liter. Bei seinem Größennachteil ein mehr als respektabler Wert.
Kein Fun im Fond: Hier spürt man die kompakteren Abmessungen des Kia doch gewaltig – auf der Rückbank ist vergleichsweise wenig Platz.
Vorn reicht der Platz ganz leidlich, ist jedoch etwas knapper als bei den Konkurrenten.
Aufgeräumt und übersichtlich: Im Kia läßt sich's gut arbeiten.
Mit einem Dreh ist alles weg: Die Geländereduktion wird per Drehregler (de-)aktiviert.
Zweifach gut: Der 2,5-Liter-Turbodiesel kommt nicht nur mit einem Liter weniger Sprit auf 100 Kilometer aus, sonst ist auch das deutlich leiseste Aggregat im Vergleich. Beim Spurt auf Tempo 100 ...
... tun sich die nur 140 Pferde dafür aber etwas schwerer: Der Kia braucht 13,0 Sekunden, also im Schnitt eine halbe Sekunde länger als die anderen drei. Ist er aber erst einmal in Schwung, kann er gut mit den Stärkeren mithalten.
Im Gelände sind alle vier Autos wacker unterwegs. Kia und Hyundai klettern dank längerer Federwege und damit ausreichender Verschränkung auch auf zerfurchtem Untergrund ...
... zunächst mühelos vorwärts. Wird der Untergrund schmierig und sehr schlammig, bricht der Vortrieb dann doch zusammen, weil Achssperren oder eine Schlupfregelung als Achssperrenersatz fehlen.
Das reicht nicht: Kein ESP, kein permanenter Allradantrieb, mäßiger Komfort und ebenso mäßige Bremsen werfen den Terracan in der Wertung zurück.
Der Hyundai überrascht mit der besten Beschleunigung. Sein schon ab Leerlaufdrehzahl angenehm kraftvoll antretender 2,9-Liter-Turbodiesel leidet aber unter einer viel zu kurzen Übersetzung des fünften Ganges. Das führt zum ...
... unnötig hohen Verbrauch von 10,1 Liter, der sich damit auf gleichem Niveau bewegt wie bei Nissan und Mitsubishi.
Flotter Waidmann: Der robuste Geländegänger geht schön geschmückt auf die Pirsch. Allradantrieb und Geländereduktion werden per Drehschalter auf der Mittelkonsole zugeschaltet.
Ordentlich: Am Platzangebot gibt's nix zu meckern. Weder vorn ...
... noch im Fond. Auch das Kofferraumvolumen ...
... ist mit 500 bis 1700 Litern sehr annehmbar. Das nützt aber nicht viel: Bei einer Zuladung von nur 450 Kilo kriegt man den Stauraum nur selten ganz voll.
Er ist ein echter Matscho: Der Pathfinder lenkte in diesem Vergleich die Aufmerksamkeit immer wieder auf sich. Er ist nicht nur der Schnellste (179 km/h), sondern besitzt auch ...
... die mit Abstand besten Bremsen. Und nur bei ihm gibt es modische Extras ab Werk wie ...
... Bildschirmnavigation oder Xenonlicht. Und nur er hat sechs Airbags, lange Wartungsintervalle (alle 30.000 statt 15.000 Kilometer) und zwölf Jahre Durchrostungsgarantie (statt sechs).
Nissan hat den Dreh raus: Allrad und Reduktion werden über den Drehschalter geregelt.
Obwohl dem Nissan-Motor wie der Kia-Maschine nur 2,5 Liter Hubraum gegönnt wurden, macht der Japaner seine Sache deutlich besser. Auch hier gähnt ein tiefes Turboloch, aber gerade beim Anfahren zeigt sich der Nissan spürbar kräftiger und nicht so zickig.
Beim Platz patzt er nicht – der ist reichlich vorhanden. Einziger Kritikpunkt ...
... sind die Sitzflächen: Die Auflage ist recht kurz.
Transportkönig: Mit 2091 Litern Ladevolumen ist der Pathfinder die absolute Nummer eins im Wettbewerb.
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