Sparen statt spurten: Der A3 Sportback TDI e prahlt mit kleinem Durst und toller CO2-Bilanz. Der Vergleich mit dem identisch motorisierten Golf zeigt, was wirklich davon zu halten ist.
Das modifizierte Kompaktmodell gibt es nur in Attraction-Ausstattung. Als Fünftürer kostet es 23.500 Euro – 150 Euro mehr als der normale Sportback mit 105-PS-Dieselmotor. Dafür verspricht das Werk einen Verbrauch von 4,5 ...
... statt 5,0 Litern pro 100 Kilometer. Beim CO2-Ausstoß liegt er mit 119 Gramm pro Kilometer klar unter der für 2012 vorgesehenen 130-Gramm-Grenze. AUTO BILD hat das tatsächliche Sparpotenzial des Öko-A3 gecheckt.
Zunächst ein Blick auf die Technik. A3 wie auch Golf sind mit dem Vierzylinder-Pumpe-Düse-Diesel ausgerüstet, der 105 PS leistet und ein Drehmomenthoch von 250 Newtonmeter bei 1900 Umdrehungen erreicht. Eigentlich ein Spaßmotor, ...
... doch gegenüber dem Golf und dem normalen A3 verfügt der A3 TDI e über vier verbrauchsreduzierende Maßnahmen, deren Aufwand sich in Grenzen hält. Neben Michelin-Leichtlaufreifen, ...
... einer um 15 Millimeter abgesenkten Karosserie und einer Schaltanzeige ist es vor allem das in den Gängen drei bis fünf länger übersetzte Getriebe, das Sprit sparen soll. In dieser Auslegung wird das Audi-Sparmodell zur Spaßbremse.
Von der Spritzigkeit des Golf ist der Spar-Audi meilenweit entfernt. Nach dem Schalten sackt die Drehzahl tief in den Keller, die Ganganschlüsse sind weniger stimmig.
Untertourig grummelt der Diesel vor sich hin und zieht den Fronttriebler nur schlapp nach vorn. Sparen lässt sich mit dem Audi aber tstächlich.
Besonders deutlich wird das unter Volllast: 6,6 Liter verbraucht er (Golf: 8,4 Liter). Pro 1000 Kilometer spart der Audi-Fahrer fast 21 Euro, ohne wirklich langsamer zu sein. Beide erreichen Tacho 200. Der VW dreht dabei rund 4000, der Audi nur 3600 Tour
Das Getriebe macht den Unterschied: Der A3 hat fünf Gänge mit längerer Übersetzung, der Golf sechs.
Alles wie immer: Der Innenraum des TDI e sieht aus wie bei jedem anderen A3. Extras wie elektrische Sitzverstellung gibt es für den TDI e nicht.
Tadellos: Das Seriengestühl im Audi ist bequem und bietet guten Seitenhalt.
Mit den maximal 1100 Liter Ladevolumen reicht der Kofferraum für die meisten Fälle aus.
Der Kontrahent: Wie schlägt sich der Golf mit dem gleichen Motor aber ohne Extra-Sparambitionen?
Auch hier kommt ein Vierzylinder mit 105 PS zum Einsatz. Bei der Elastizitätsmessung von 80 auf 120 km/h ...
... im fünften Gang ist der Golf 5,5 Sekunden (!) schneller als der A3 – das sind Welten. Natürlich hat diese Fahrspaßorientierung beim VW ihre Schattenseiten.
Gekoppelt ans Sechsgang-Getriebe verbraucht er 5,9 Liter. 0,4 Liter über Werksangabe und gemessene 0,8 Liter über dem A3 – auch das ist eine Welt.
Der Blick auf den Drehzahlmesser lohnt: Wer sparen will, sollte früh schalten.
Fairerweise sei gesagt, dass VW eine Fünfgang-Version (333 Euro günstiger) anbietet, die den Verbrauch um 0,4 Liter reduziert, doch dafür den Durchzug beeinträchtigt.
Der VW zeigt sich deutlich agiler als der Audi. Die kürzer übersetzten Fahrstufen halten die Nadel des Tourenzählers stets über der 2000/min-Marke, und der TDI hängt gierig, fast etwas zu nervös am Gas.
Übersicht und Bedienbarkeit sind im Golf fast vorbildlich.
Wie gewohnt, gibt es auch am Sitzkomfort nichts zu kritisieren.
Der Golf schluckt mehr Gepäck als der A3: 1305 Liter passen maximal in den Wolfsburger.
Fazit: Die beiden 105-PS-TDI von Audi und VW zeigen, welches Potenzial im Selbstzünder steckt. Der A3 1.9 TDIe ist keine Mogelpackung. Seine simple Spartechnik verhilft ihm tatsächlich zu mehr Energieeffizienz. Besonders bei Vollgas ...
... bescheren ihm sein längeres Getriebe und die verbesserte Aerodynamik einen spürbaren Verbrauchsvorteil gegenüber dem Golf. Der Aufpreis zum Normal-A3 ist so moderat, dass Sprit sparen kein Luxus mehr ist wie einst beim teuren Dreiliter-A2.
Auch VW hat explizite Sparmodelle am Start. BlueMotion heißen die Öko-Wolfsburger.
Der Polo BlueMotion ist ein echtes Vierliter-Auto – und setzt mit dem 80-PS-TDI nicht nur auf Geiz, sondern auch auf Fahrspaß. Auffällig ist die aerodynamisch nachgefeilte Front.
Möglich wird der günstige Verbrauch (3,9 Liter Diesel) durch Eingriffe am Motor, längere Getriebeübersetzungen und bessere Aerodynamik.
Außerdem wurde 15 Kilo abgespeckt – im Cockpit ist davon auf den ersten Blick nichts zu sehen.
Dank 195 Newtonmeter Drehmoment sprintet der Wolfsburger in 12,8 Sekunden bis Tempo 100, maximal sind 176 km/h drin.
16.300 Euro kostet der BlueMotion als Dreitürer – laut VW ist das "vernünftig kalkuliert". Dafür gibt's eine erweiterte Trendline-Ausstattung mit Alufelgen, Heckspoiler, Sportsitzen und Multifunktionsanzeige.
Ab Juni 2007 setzt der Passat die Linie der sparsamen Autos aus Wolfsburg fort. Dazu verhilft ihm – wie auch dem umweltbewussten Konzernbruder ...
... Audi A3 1.9 TDI e – ein 105 PS starker 1,9-Liter-TDI mit Dieselpartikelfilter. Im Fahrbericht konnte er bereits mit 4,3 Liter überzeugen. Der Golf BlueMotion dürfte noch besser sein.
Die wichtigste Frage in Zeiten der CO2-Debatten beantwortet VW gern: 136 bzw. 137 Gramm Kohlendioxid stößt der Passat BlueMotion pro Kilometer aus.
Laut Werk sind trotzdem locker 193 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich (Variant 190 km/h).
Im Innenraum unterscheidet sich der Passat BlueMotion nicht von seinem "zivilen" Pendant.
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