Ein lässiger Gruß, Tür zu, und dann ist von Thomas Fulsche und seinem IIer Golf ...
... nicht mehr viel zu sehen. Der 28-jährige bewegt den vielleicht kompromisslosesten IIer weltweit. Nüchtern betrachtet ...
... reißt der blassgrüne Zweitürer keinen mehr vom Hocker. In Sachen Leistung allerdings trifft hier die Bezeichnung "Granate" absolut zu.
Nach 402,34 Meter auf Tempo 230. Dazwischen vergehen nur knapp über zehn Sekunden. In Kennerkreisen ...
... ein absoluter Top-Wert. Den Titel "King of Germany" hat der IIer bisher immer nur um Haaresbreite verpasst. Auf dem berühmten Siegertreppchen ...
... gehört Fulsch-Golf allerdings zur Stammbesetzung.
Während eines Stint ist Thomas hochkonzentriert. Er fährt sein Auto vor allem nach Gehör. Die notwendigen Handgriffe sitzen tief ...
... verankert im Unterbewustsein. Dank elektronischer Voreinstellungen sind die aber auf ein Minimum reduziert.
Höllisches Fauchen, wenn Thomas Fulsche in seinem 3,2-Liter-Turbo vorbeirauscht. Zwischen 25 und 30 Liter Super Plus verbraucht das doppelt-aufgeladene R32-Aggregat.
Der Blick in den Motorraum katapultiert einen in die Gegenwart moderner Antriebstechnik: ein V6-Turbo-Motor aus dem Golf R32. Es handelt sich jedoch um ...
ein Vorserienmodell. Damit die 650-PS-Maschine weitestgehend frei atmen kann, ist ein offener Luftfilter unabdingbar. Kurz hinter dem Ansaugtrichter ...
... sitzt ein Blow-Off- oder auch Überdruckventil.
Ein Blick auf den Ölkühler unter dem Fahrzeug.
Der 3,2-Liter-V6 wurde aufwendig modifiziert: geänderte Pleuelstangen (aus den USA), geschmiedete Kolben, feingewuchtete Kurbelwelle, Umrüstung auf mechanische Ventileinstellung, Einbau zweier KKK-Turbolader.
Wichtigtes Detail im Motorraum: ein Ölcatchetank. Der trennt die Dämpfe aus dem Kurbelgehäuse vom Öl. Je höher der Ladedruck, desto mehr Öl finden sich in den Dämpfen.
Thomas Fulsche erklärt mir das Cockpit seines Power-Golf. Auf den ersten Blick scheint alles ganz "normal".
Der IIer befindet sich im Innenraum bis auf den Überrollkäfig im Serientrimm. Diverse Schalter ...
... und Anzeigen deuten jedoch auf einen ganz besonderen Golf.
Tachoskalierung bis 320 km/h. Der Wert ist keinesfalls übertrieben. Thomas Fulsches Golf schafft sogar 4 km/h mehr.
Ein sogenanntes Shift-Light erinnert daran, den Gang zu wechseln.
Untenrum scheint der Golf ein wenig "lässig" verkleidet.
Offene Schaltkulisse in Reinkultur. Das Sechsgang-Getriebe verfügt über eine Sachs-Mehrscheibenkupplung und verkraftet mächtige 1270 Nm maximales Drehmoment.
Steuereinheit zur Gemischabstimmung und Regelung des Lambdawertes. Die Installation ist ausschließlich für Abstimmungsfahrten gedacht.
Der Innenkäfig ist mit der Karosserie fest verschraubt.
Im Kofferraum befinden sich zwei kleine Zusatz-Tanks für das Wasser-Alkoholgemisch.
Der 650-PS-Golf ist rundherum mit Reifen der Dimension 215/35-17 bestückt. Hier deutet nichts auf einen Über-Golf hin.
An der Vorderachse kommt ein Vierkolben-Brembo-Bremssystem zum Einsatz.
Die Bremsanlage hinten stammt aus dem VW-Teileregal.
Thomas Fulsche tritt mit seinem Golf II bei den Speeddays 2008 in Alkersleben in der Zehnsekunden-Klasse an.
Zusammen mit seinem Bruder Heiko hat er sein Turbo-Gerät ...
... auf die anstrengende Tortur vorbeireitet. "230 km/h in zehn Sekunden gehen extrem aufs Material", sagt Heiko Fulsche. Glauben wir aufs Wort.
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