"Nuevo Jetta GLI", neuer Jetta GLI. Damit bewirbt VW Mexiko diesen 2009er Sportler, der in Mexiko gerade zum Händler gerollt ist.
Die Dachlinie sieht nach VW Bora aus, die Heckleuchten nach Phaeton. Der deutsche Bora hieß in Mexiko Jetta IV und war so ein großer Erfolg, dass er bis heute gebaut wird. Mit neuem Heck ...
... und mit neuer Front, die nach Passat aussieht. Der Jetta GLI ist in Weiß, Salsarot, Silbermetallic und in Schwarz zu haben.
Unter der Haube lauert ein 1,8-Liter-Turbo mit werksseitig 180 PS. Eine stärkere Version mit 230 PS ist laut AUTO BILD Mexiko auch in Planung.
Die Schweinwerfer des 2009er Jetta GLI könnten vom alten Passat stammen. Neues Auto mit altem Gesicht? Andersherum hat das doch gerade der Seat Exeo vorgemacht.
Die Schürzen sind vorne und hinten weit herunter gezogen und verschaffen dem Jetta einen muskulösen Auftritt.
Spiegel und sonstige Details außen sind in der jeweiligen Wagenfarbe lackiert.
Einen Verbrauch gibt VW Mexiko für den 1,8-Liter-Benziner nicht an. Benzin kostet auch nur einen Bruchteil von dem, was wir dafür bezahlen müssen.
Innen gibt es VW-typischen Komfort mit schwarzen Halbledersitzen.
Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags sorgen für die Sicherheit vor Unfällen. Automatische Türschließer schützen vor Überfällen.
Das Armaturenbrett stammt vom Golf IV, die ...
... Anzeigen nicht, sie wurden aber sportlich aufgepeppt.
Das Lenkrad des VW Jetta GLI erinnert an das Volant des GTI V.
Besonders nützlich beim sehr feuchten Klima in Mexikos Regenzeit: die Climatronic. Leider notwendig: Ein Panikknopf, der die Fenster zu macht, die Zentralverriegelung verschließt und die Alarmsirene in Gang setzt.
Multimediaeingänge, CD-Spieler und integrierte Freisprechanlage gehören zum Paket des Jetta GLI.
Edelstahl-Blenden auf den Pedalen unterstreichen den sportlichen Anspruch des VW.
Ein Fünfgang-Schaltgetriebe gibt die "caballos" (Pferde) des Jetta an die Alu-17-Zöller weiter.
Schicke rote Nähte und Lederapplikationen sorgen für sportliche Wohlfühlatmosphäre.
Ein VW ist in Mexiko ein Statussymbol, da kann der Jetta GLI nicht mit Plastik daher kommen.
Ein Schiebedach gehört zur Grundausstattung. Natürlich dunkel getönt, um möglichst viel Sonnenlicht abzuhalten.
Die Antenne schmiegt sich genauso in den Wind ...
... wie der Spoiler auf der Kofferaumklappe. "Alerón" nennen die Mexikaner den.
Das Chrom-Endrohr endet in der Heckschürze, wie sich das für einen Sportwagen gehört.
Bora oder Jetta IV, auf ihm basiert der 2009er Jetta GLI.
Vor 28 Jahren geht es mit dem "Golf mit Rucksack" auch in Mexiko los. In Deutschland ist er gerade 30 geworden!
Der Jetta A1 heißt in Mexiko Atlantic. Ein klingender Name für ein nüchternes aber sehr zuverlässiges Auto!
1980 bis 1985 produziert Volkswagen Mexiko in Puebla 87.919 Einheiten des Jetta A1.
1986 kommen nochmal 15.517 Einheiten dazu.
1983 handelt VW Mexiko mit Volkswagen USA aus, 30.000 Golf und Jetta A1 in die USA zu exportieren.
Einige VW Atlantic sieht man heute noch im Straßenbild Mexikos. Inzwischen sind viele billig zu haben und kosten kaum Unterhalt, ideale Autos für diejenigen, die sich mehr als ihr Hemd, ihr Frühstück und den Sprit fürs Auto nicht leisten können.
Gepflegte, möglicherweise restaurierte Atlantic werden irgendwo zwischen umgerechnet 2000 und 4000 Euro gehandelt und sehr ungern verkauft.
1987 kommt der Jetta II in Mexiko zum Händler.
Ab 1989 exportiert VW auch den zweiten Jetta in die USA.
Insgesamt rund 180.000 Einheiten des Jetta verlassen bis 1992 das Werk in Puebla. Von 1988 auf 1989 steigt die Zahl einmal von rund 12000 auf über 26000 Einheiten um mehr als das Doppelte. Danach wächst sie relativ kontinuierlich bis auf 48.818 Einheiten 1992.
1989 feiert VW Mexiko sein 25-jähriges Jubiläum mit einer Sonderedition von VW Sedan (Käfer), Golf und Jetta.
Solche Jetta 2 fahren heute in Mexiko zum Beispiel Studenten ganz gern. Mit rund 1.500 bis 2.000 Euro sind sie auch im guten Zustand günstig zu haben.
Die Produktion des Jetta A3, bei uns bekannt als Vento, beginnt 1992 in Puebla.
Im Februar 1993 informiert sich Dr. Ferdinand Piëch persönlich über Produktion und Qualität von Golf III und Jetta A3 in Puebla. Für das VW-Werk eine Riesen-Sache!
Im Mai 1993 beginnt VW Mexiko, den dritten Jetta mit dem Zug in die USA und nach Kanada zu schicken.
Im November 1994 kommt der Jetta VR6 auf den mexikanischen Markt. Mehr als 630.000 Einheiten des Jetta A3 laufen in Puebla bis 1998 vom Band.
Vor allem der A3 VR6 ist bis heute in Mexiko beliebt und kostet um die 4000 Euro. Die kleineren Varianten beginnen bei etwas mehr als 2.000 Euro.
Ab 1997 laufen die ersten Produktionstests für die vierte Generation des Jetta in Puebla.
1998 geht die Herstellung los. Der Jetta IV ist der bisher beliebteste Jetta auf dem mexikanischen Markt.
Er wird in modernisierter Form bis heute gebaut. 2000, am Produktionshöhepunkt, laufen fast eine halbe Million des Jetta IV in Puebla vom Band.
Vor allem von jungen Leuten mit Geld wird der Jetta IV heiß und innig geliebt. Er kostet gebraucht heute noch mindestens 6000 Euro, um die 10.000 sind realistischer!
Manche mexikanische Jetta-Fans gehen in ihrer Verehrung für den deutschen Wagen sogar soweit, dass sie sich für viel Geld die Frontstoßstange und die Heckklappe des Bora importieren. Und das nur, um ein Fantasiekennzeichen anzubringen, das aussehen soll wie ein deutsches!
Die aktuelle Mittelklasse bei VW heißt bei uns nach Vento und Bora wieder Jetta.
In Mexiko heißt der Jetta jetzt Bora. Totale Verwirrung? Nein, einen Jetta gibt es ja noch. 2007 und 2008 laufen jeweils über 200.000 Einheiten des Bora in Puebla vom Band.
Ob der Bora in 28 Jahren noch so beliebt ist wie sein Großvater, der Atlantic? "Ya verémos!" (Schaun mer ma) ...
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