Antreten zum Kombi-Vergleich: Der VW Passat fordert den Ford Mondeo Turnier und den Citroën C5 Tourer heraus.
Statt mit Pumpe-Düse wird der Kraftstoff nun per Common-Rail eingespritzt. Spannende Frage: Kann der Passat TDI nach dem Debakel im AUTO BILD-Dauertest mit neuer Diesel-Technik überzeugen? Die Antwort ...
... ist schlicht und einfach: Er kann! Den ersten Platz dieses Vergleichstests sichert sich der Passat 2.0 TDI dank des großen Vorsprungs bei den Kosten und ...
... wegen seines äußerst kultivierten Vierzylinders. Nach der Umstellung auf Common-Rail gibt sich der TDI akustisch sehr zurückhaltend und laufruhig. Die Maschine holt aus zwei Litern Hubraum 170 PS und 370 Nm.
Der beste Sprinter: Bis der Passat Variant 2.0 TDI Tempo 100 erreicht hat, vergehen 9,1 Sekunden. Damit und ...
... mit der Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h fährt er seinen beiden Konkurrenten davon. Dabei hat sein Motor den kleinsten Hubraum.
Goldener Mittelweg zwischen komfortabel und sportlich: Der Passat überzeugt mit seiner präzisen Lenkung und ...
... dem DDC-Fahrwerk, dessen Dämpferkennlinien sich über einen Knopf neben dem Schaltknüppel verstellen lassen.
Aufpreispflichtig: Die Sechs-Speichen-Alus im 16-Zoll-Format lässt sich VW mit 415 Euro extra bezahlen.
Die optionalen Leder-Sportsitze des Passat bieten einen guten Seitenhalt.
Das Cockpit gefällt mit guter Verarbeitung und intuitiver Bedienbarkeit.
Bremshebel adé: Die Parkbremse wird im Passat elektrisch arretiert.
Guter Service: Das Navigationssystem speichert Verkehrsnachrichten. Das kostet natürlich Aufpreis.
Störend: Das Gepäck muss über eine Ladekante ...
... in den glattflächigen, gut nutzbaren Kofferraum gewuchtet werden. Je nach Sitzkonfiguration passen hier zwischen 603 und 1731 Liter hinein.
Der VW Passat Variant 2.0 TDI hat zwar mit 31.415 Euro – inklusive DDC und 16-Zöller – den höchsten Preis, wird aber trotzdem Preis-Leistungs-Sieger, weil er bei Versicherungskosten, Verbrauch und Wiederverkaufswert deutlich vor der Konkurrenz liegt.
Platz zwei geht nach Köln: Mit fünf Punkten Rückstand muss sich der Ford Mondeo dem Passat nur knapp geschlagen geben. Schwächen beim Komfort und bei den Kosten verhindern den Sieg.
Mondeo-Maschine: Der 2,2 Liter große Turbo-Vierzylinder hat immer und überall Druck. 175 PS und 400 Nm Drehmoment machen den Motor zum nominell stärksten des Vergleichs.
Trotz seines Leistungsvorteils muss sich der Mondeo mit 9,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 dem Passat geschlagen geben. Der Grund ist das mit 1,7 Tonnen um 126 Kilogramm höhere Leergewicht gegenüber dem VW.
Auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h fährt der Ford dem VW hinterher. Das Rennen geht mit zwei mickrigen Stundenkilometern Differenz allerdings denkbar knapp aus.
Der mit optionalem Sportfahrwerk ausgestattete Test-Mondeo übertreibt es mit der Härte und verlangt von seinen Insassen auf holprigen Strecken ganz schöne Nehmerqualitäten.
Auch die hier kosten Komfort: Für die 18-Zöller verlangt Ford 1605 Euro Aufpreis.
Hier geht wirklich nur Diesel rein: praktisches Easy-Fuel-System ohne Tankdeckel gegen Verwechslungsgefahr beim Tanken.
Dank des großen Verstellbereichs von Sitzen und Lenkrad findet praktisch jeder die passende Sitzposition. Wer auf einer Leder-Stoff-Kombination thronen will, zahlt 965 Euro Aufpreis.
Sehr einlandener, selbsterklärender Arbeitsplatz: Im Mondeo-Cockpit fasst man gern zu, zumal jeder sofort findet, was gesucht wird.
Wohlfühlathmosphäre ab Werk: Die Zweizonen-Klimaautomatik ist serienmäßig.
Da hat das Gepäck reichlich Platz: Mit einem maximalen Fassungsvermögen von 1745 Litern bietet der Mondeo den größten Kofferraum. In fünfsitziger Konfiguration schrumpft das Angebot auf 554 Liter.
Für den Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi in der Ausstattung Trend werden 31.335 Euro fällig. Bereits eingerechnet sind die Aufpreise für das Sportfahrwerk und die 18-Zoll-Bereifung.
Für den Citroën C5 Tourer reicht es nur zu Platz drei. Punkte kostet vor allem der kleinste Innen- und Kofferraum des Vergleichs.
Ganz geschmeidig: Schon aus dem Drehzahlkeller dreht der 2,2 Liter große Biturbo-Vierzylinder kraftvoll hoch. 170 PS und 370 Nm Drehmoment ...
... schieben den C5 in 9,9 Sekunden auf Tempo 100. Maximal erreicht der Citroën 216 km/h. Das etwas behäbige Temperament ist dem hohen Gewicht von knapp 1,8 Tonnen geschuldet.
Die leichtgängige, aber unpräzise und wenig Rückmeldung bietende Lenkung animiert nun wirklich nicht zu sportlicher Gangart, aber ...
... auf Langstrecken entpuppt sich der C5 als souveräner Reise-Gleiter. Die serienmäßige Hydropneumatik verwöhnt auf kurzen und langen Wellen mit tollem Komfort und gut gedämpften Aufbaubewegungen.
Die bequemen, weich gepolsterten Sessel bieten eine entspannte Sitzposition.
Im C5 gibt es ein hochwertiges Cockpit mit gut ablesbaren Instrumenten. Die Bedienung ist nicht ganz so selbsterklärend wie beim Passat.
Nette Extravaganz: Die Lankradnabe steht fest.
Beim Kofferraum zollt der Citroën der schicken Form Tribut: 533 bis 1490 Liter mit umgelegter Rückbank sind in dieser Klasse nicht allzu viel.
Den 170-PS-Diesel gibt es erst ab der Ausstattung "Tendance" – für 30.600 Euro. Damit ist der Citroën außergewöhnlich komplett bestückt, serienmäßig hat der C5 Tourer sowieso Dachreling, Klimaautomatik, Bordcomputer und mehr dabei.
Das Fazit von AUTO BILD-redakteur Uli Holzwarth: "Mit dem neuen Common-Rail-Triebwerk ist der Passat in der 170-PS-Dieselklasse wieder bei der Musik. Ein Überflieger ist er trotz hervoragender ...
... Laufruhe und Drehfreude seines Motors aber nicht. Am Ende gewinnt er diesen Vergleich, weil er in Verbrauch und Versicherung günstiger fährt."
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