Die 2.0 TSI Maschine aus dem Hause VW befeuert die Kompaktklasse, motorisiert den Mittelstand, beehrt selbst die Führungsebene in zwei Leistungsstufen und ist bei Audi – zum Hybriden befördert – mittlerweile sogar in der Chefetage angekommen. Im ...
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VW Golf GTI DSG spielt der 2.0 TSI mit kerniger Stimme und deftigem Antritt auf. Gegen ihn treten ...
... an der
VW Scirocco 2.0 TSI DSG und der ...
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VW Beetle 2.0 TSI DSG. Der Beetle räumt mit einem Luftwiderstandsindex von 0,83 deutlich mehr Volumen als seine Kontrahenten zur Seite, ...
... kapituliert folglich auch in der Endgeschwindigkeit früher.
Doch wer mit Stoppuhr und GPS-Antenne durch den Berufsverkehr sprintet, der ist im Beetle ohnehin falsch.
Der 200-PS-TSI dient in seinem Falle nicht dazu, das längsdynamische Fundament für einen talentierten Querdynamiker zu schaffen, sondern eher, um ein per se extrem charmantes Fahrgefühl im Ansatz zu dynamisieren. Vorn designt ein Soundgenerator hummeliges Vierzylinder-Brabbeln, ...
... hinten ploppen zwei Endrohre im sonoren Duett, ...
... während der Fahrer in einem Hauch von Nostalgie und ganz viel Moderne schwelgt.
Die Lenkung flutscht locker um die Mittellage, das Fahrwerk federt straffer, als es dämpft, der Motor zieht stärker, als er dreht. Alles wirkt verschliffen, ebenso locker wie gelassen und stets verbindlich genug, um niemals ins Hektische abzudriften.
Denn wenn der Beetle eines nicht mag, dann ist es der Kampf auf letzter Rille. Trotz seiner griffigen 235er-Conti-Reifen lenkt er verzögert ein, wankt kräftig aus der Horizontalen und wechselt im Grenzbereich indifferent zwischen zartem Über- und starkem Untersteuern.
Die Krux dabei: Das stets aktive ESP besitzt einen sehr viel geringeren Toleranzrahmen, rupft besonders in schnellen Ecken immer wieder hart dazwischen und bremst den Beetle kurvenausgangs extrem ein.
Im Ergebnis Platz 3. Der Beetle ist weder sportlich noch praktisch, ein absolut untypischer VW und vielleicht gerade deshalb so charmant.
Den Sprint auf 100 km/h entscheidet der Scirocco dank seiner besseren Traktion und rund 60 Kilogramm geringerem Lebendgewicht für sich. Von 100 auf 200 km/h kann der Golf kontern, brummt dem Scirocco immerhin sechs Zehntel auf.
Auf der Bremse schlägt wiederum das weiße Coupé zurück, das dank seiner besseren Reifen mindestens 1,2 Meter früher steht – bei identisch dimensionierter Bremsanlage wohlgemerkt.
Fahrdynamisch punktet der Scirocco durch seinen niedrigeren Schwerpunkt und die breitere Spur, ...
... die im Vergleich zum GTI vorn um 36 Millimeter, hinten um 61 Millimeter wächst.
Nominell tritt der Scirocco mit 211 PS und 280 Newtonmetern an, gemessen steht er bei 218 PS und 288 Newtonmeter.
Der Geist war willig, doch der Reiniger zu schwach. Die Endrohre des Scirocco sehen schmutziger aus, als sie sich anhören.
Tief positionierte Sportsessel und der ...
... grundsätzlich etwas engere Zuschnitt bürsten das trockene VW-Flair etwas auf.
Obwohl sich der Scirocco griffig auf den Belag spannt, geringe Karosseriebewegungen zeigt, etwas mehr Grip an der Vorderachse aufbaut und obendrein auch noch die beste Rückmeldung im Vergleich bietet, reichte es ...
... nur für Platz 2.
Der Sieg geht an den VW Golf GTI DSG. Glücklicherweise, ...
... denn er ist der Einzige in diesem Trio, dessen Ruf als Kompaktsportler-Ikone auf dem Spiel steht.
Entsprechend engagiert setzt sich unser Testwagen in Szene. Besonders im Vergleich zum Scirocco, der laut Datenblatt zwar mit gleicher Leistung antritt, sich letztlich aber etwas verhaltener anfühlt.
Nominell hat auch er wie der Scirocco 211 PS und 280 Newtonmeter, gemessen steht der GTI-Motor mit 228 PS und 312 Newtonmetern aber etwas besser da.
Die passende Akustik steuert modernes Sounddesign bei.
Die Sportsitze im klassischen Karomuster stützen ebenso bequem wie wirkungsvoll.
Das DSG-Getriebe arbeitet in Scirocco und Golf deutlich flinker als im Beetle.
Die 1230 Euro teuren 19-Zöller stehen dem GTI prächtig, die alten Conti Sport Contact 2-Pneus allerdings nicht.
Am Ende ist es der Golf, der auf der schnellen Runde einfach mehr Freude macht. Zum einen weil er trotz des wachsamen ESP-Sportmodus locker um die Hüfte schwingt, zum anderen weil er kerniger durchs Cockpit prustet und letztendlich auch, weil er trotz seiner Dynamik im Alltag ganz Golf bleibt.
So ist es am Ende nicht die Fahrdynamik, sondern der Kompromiss, der den Sieger ausmacht, denn ...
... die Fahrdynamik teilen sich GTI und Scirocco paritätisch auf: Der Golf fährt sich handlicher, tönt kerniger und sichert sich dadurch die Fahrspaß-Wertung. Der Scirocco geht das Thema Querdynamik ernster an; er liegt satter, baut mehr Querbeschleunigung auf.
Im Alltag fehlt ihm aber schlicht die Multifunktionalität des GTI, um hier nach Punkten zu siegen. Der Beetle widmet sich dagegen ganz der sanften Seite des TSI. Er ist weder sportlich noch praktisch, ein absolut untypischer VW und vielleicht gerade deshalb so charmant.
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