Vor 34 Jahren saß AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz mit seiner frisch Angetrauten in einem der ersten Scirocco-Testwagen. Heute, im Jahr 2008, hat er sich den neuen, dritten Scirocco genau besehen - und ist begeistert.
Ein Honda-Mazda-Volvo-Verschnitt? Von wegen - Diether Rodatz sieht eigenständige Linien, die noch dazu ...
... unerhört knackig seien. Ein echter, "ganz eigenständiger Sportwagen".
Besonders wichtig: VW ist endlich der Konkurrenz voraus. Preislich vergleichbare Mitbewerber, die äußerlich keinem Schwestermodell ähneln, finden sich allenfalls noch in der Korea-Ecke. Denn der neue VW ...
... startet bei 22.000 Euro. Eine Menge Asche, ja, aber dafür gibt es auch 122 Basis-PS und 200 Sachen Spitze. Ganz zu schweigen ...
... von der Komplettausstattung: Vier Einzel-Sportsitze sind Serie. Das verstellbare Lenkrad und der Schalthebel sind mit griffigem Leder bezogen. Beide Frontsessel ...
... haben Höhenjustierung, die Rücksitzlehnen ...
... lassen sich einzeln nach vorn umklappen. Elektrische Fensterheber gehören ebenso zur Grundausstattung wie ...
... Klimaanlage, ESP-Schleuderschutz, sechs Airbags, eine tempoabhängige Servolenkung und das Sechsganggetriebe (DSG-Automatik auf Wunsch). Äußerlich ...
... glänzen bereits 17-Zöller aus Leichtmetall im zeitlosen Speichen-Design.
Wenn der Fahrer forsch um die Ecke geht: An den stylischen Armlehnen lässt es sich gut festhalten.
Kritiker halten Klappe und Rückfenster für zu klein. Mag ja sein. Aber schließlich soll der Scirocco auch kein Alltags-Laster, sondern ein Sportcoupé sein.
Die Eigenständigkeit der Scirocco-Form ist eine Folge der Modul-Technik - sie hat die alte Plattform-Strategie abgelöst. Im portugiesischen Setubal läuft der Eos vom Band, der auf Modulen der Golf- und Passat-Reihe basiert. Der Scirocco ...
... wiederum bedient sich beim Eos, wird am selben Fließband gebaut. So konnten die Ingenieure auf Eos-Elemente zurückgreifen, und die Formgestalter um den damaligen Konzern-Designchef Murat Günak ...
... schufen den viel diskutierten Iroc (Foto). Nun verantwortet seit Anfang 2007 Walter deSilva die VW-Formensprache, änderte mit seinem Team vor allem ...
... das Interieur und den Vorderwagen, was die Einführung dann um ein Dreivierteljahr auf den 30. August dieses Jahres verschob.
Vorn betont das Coupé nun die Waagerechte, zeigt das künftige, hier chromlose VW-Gesicht. Die Waben im Grill stehen für GTI-Gene.
Große Aufregung: Der Scirocco III sorgte für reichlich frischen (Wüsten)wind auf dem Genfer Salon 2008.
Mit Einführung der TSI-Direkteinspritzer hat VW in Sachen Motoren ebenfalls die Nase vorn. Die Motoren haben trotz kleinen Hubraums (und damit geringeren Verbrauchs) einen Drehmomentverlauf wie ein Diesel. Im Basis-Scirocco ...
... steckt der 1,4-Liter mit 122 PS, den wir schon vom Golf kennen und dessen höchstes Drehmoment bereits bei 1500 Umdrehungen anliegt. Der gleich große, aber 160 PS starke Motor bringt es bei 1700 Umdrehungen. Das Zweiliter-Topaggregat ...
... mit 200 PS erreicht sein höchstes Drehmoment ebenfalls bei 1700 Touren. Die beiden Diesel (140 und 170 PS) haben kaum mehr Muskeln zu bieten.
50 PS - so viel hatte 1974 Wolfsburgs schwächster "Wüstenwind", der bei Karmann gebaut wurde und bereits muntere 140 schaffte. Für damalige Zeiten viel. Für einen Sportkombi, der er ja sein will, wenig. Wer wirklich sportlich wirken wollte, ...
... der legte damals ein paar Mark drauf und erwarb einen TS mit prestigeträchtigen Doppelscheinwerfern. Die signalisierten den Vorderleuten: Hier kommt ein Renner mit mindestens 70 PS und 164 km/h Spitze.
Scirocco damals und heute: Es hat sich einiges getan. So hatte der erste Scirocco ...
... nur auf der Fahrerseite einen Außenspiegel. Beim aktuellen Modell ...
... sitzen die Gucker nicht nur auf beiden Seiten, sondern sie sind so geformt, dass der Luftstrom die Scheibe sauber hält.
Türgriff heute: schön geformt, sauber eingepasst, gut zu greifen. Die Oldie-Variante ...
... hakelt gerne mal und wird von einem einfachen Türschloss gesichert.
Altertümlich: Gedreht wird am hauchdünnen Sportlenkrad, eine Servolenkung war für die 13-Zöller nicht nötig. Außerdem: Vierganggetriebe, Tacho bis 220, roter Drehzahlbereich ab 6250 Umdrehungen.
Kopfstützen gab es nur vorn, ebenso Automatikgurte. Die Sitze waren angenehm ausgeformt, hatten aber keine Höhenverstellung.
Nach I kam II: 1981 wird der Scirocco rundlicher, bekommt Motoren von 60 bis 139 PS.
Noch parallel zum Scirocco kommt 1988 der Corrado. Er basiert auf dem Golf II, hat Motoren von 115 bis 190 PS.
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