Gesucht: der schnellste Schlitten. AUTO BILD war mit
Audi R8,
Citroën DS5,
Morgan Threewheeler,
Opel Mokka,
Range Rover,
Renault Twizy,
Toyota GT 86,
VW Golf und
VW Race
Touareg im Schnee, um neun ganz verschiedene Typen auf ihre Wintertauglichkeit zu testen.
Kategorie eins: Dynamik bergauf – Traktionskraft, Beherrsch- und Dosierbarkeit prüfen wir hier. Man könnte auch fragen: Welches Auto taugt als Lift-Ersatz?
Dunkle, teils schwarze Bröckchen wirbeln durch die Luft, Funken sprühen, es faucht böse – dann ist der Touareg vorbeigetobt. 3,09 Sekunden, eine gute Zeit auf der Stoppuhr bei der Beschleunigung von 0 auf Tempo 35!
Aber, Moment mal: schwarz? Funken? Wir rutschen hier doch auf Schneepisten umher! Ist etwas kaputt? Ja, der Asphalt unter der Schneedecke, ...
... denn der Race Touareg ist hier auf Spike-Reifen unterwegs, seine auf Wüstensand getrimmten Räder hätten sonst gar keinen Halt. Und die langen Nägel ...
... fegen erst die Schneeschicht von der Piste, dann das Gestein aus der Bitumen-Masse darunter. Egal, der VW tobt hier eh in seiner ganz eigenen Kategorie mit, soll er ruhig kratzen. Am Ende bleibt ihm mit zwölf Punkten aber nur Platz drei – fehlende Harmonie kostet Punkte.
Wir gucken nach den Serien-Autos. Audi R8, Range Rover (Platz zwei mit 13 Punkten) ...
... und Citroën DS5 (Platz vier mit elf Punkten) kommen die Handlingstrecke problemlos und zügig hoch.
Der Mokka (Platz eins in dieser Kategorie mit 14 Punkten) macht es besonders beherrschbar, leichtfüßig und direkt, beim Sprint aus dem Stand auf 35 km/h muss er sich mit 3,25 Sekunden nur knapp dem Race Touareg geschlagen geben – und lässt die Straße dabei ganz.
Eine Überraschung: Der Renault Twizy knabbert sich dank schmaler, griffiger Reifen tapfer durch die glatten Serpentinen. Er hat zwar beim Sprint mit 5,5 Sekunden keine Chance gegen den Touareg, ...
... es macht aber mächtig Laune, den sanft surrenden Elektro-Floh driften zu lassen. Nur das Leistungsdefizit ...
... verhindert eine Schmach für den rund 540 (!) PS stärkeren Audi R8. Am Ende landet er in der Kategorie "Dynamik bergauf" gemeinsam mit dem Twizy mit zehn Punkten auf dem geteilten fünften Platz.
Eine Enttäuschung lieferte der Toyota GT 86. Die Winterreifen des Testwagens treffen auf Hinterradantrieb ...
... und spärliche Achslast – nur der Besenmann beim Curling ist langsamer. Mit 9,54 Sekunden von 0 auf Tempo 35 wird er Letzter, landet mit fünf Punkten auf dem letzten Platz, ...
... den er sich mit dem exzentrischen Engländer im Testfeld teilt. Denn auch der Morgan schleicht in Zeitlupe den Berg hinauf (0–35 km/h: 9,08 s). Zwar verbeißen sich die mit Moto-Cross-Profil versehenen Vorderreifen mit dem weißen Pulver, ...
... der hintere Reifen dreht aber haltlos durch, ...
... obwohl wir schon ein paar Sandsäcke für bessere Traktion ins Heck gepackt hatten.
Nur der geile Klang des Harley-Motors im, oder besser gesagt am Bug hält den Puls am Laufen.
Ein kleines Lob kassiert der Golf. Schlaue Traktions-Elektronik und Vorderradantrieb bringen ihn zuverlässig bergauf. Es funkt halt nicht. Trotzdem: Es reicht nur zum geteilten fünften Platz mit zehn Punkten.
Kategorie zwei: Dynamik bergab – im Alpinsport die Königsdisziplin, bei uns eine Schussfahrt nach Noten: der Abfahrtslauf. Neben Messwerten checken wir auch Spaß.
Dass der Race Touareg seine Nagel-Reifen besonders tief in das Eis gräbt, dadurch beste Seitenführung und Top-Bremswerte liefert – schon klar. Auch sein erster Platz in dieser Kategorie mit 17 von 20 Punkten überrascht nicht.
Recht dicht dahinter rauscht bereits der Opel Mokka mit 16 Punkten auf Platz zwei in unser Tal-Ziel. Das kleine SUV stützt sich ordentlich zur Seite ab, kommt schnell genug zum Stehen ...
... und wechselt flink und beherrschbar die Richtung. Gegen die harte Arbeit im lauten Cockpit des Rallye-Autos ist das leichtfüßige Dirigieren des kleinen Mokka ein Mordsspaß.
Der Range Rover schiebt sich selbst aus der Bahn – trotz guter Bremseigenschaften. Denn in Kurven zerren ihn die zwei Tonnen Leergewicht ...
... gnadenlos an den äußeren Rand der weißen Rinne. Letztlich liegt der Range in diesem Kapitel auf einem Niveau ...
... mit dem VW Golf ...
... und dem Audi R8 – ihm wird der schlechtere Grip der extrem breiten Walzen zum Verhängnis. Die beiden Konzernbrüder fahren wie der Range mit 13 Punkten auf Platz vier.
Der Renault Twizy trumpft beim Slalom ganz groß auf – schneller schlittert keiner durch die Hütchen-Reihe. Allerdings hilft ihm hier eher sein winziges Wesen, ...
... wie durchschnittliche Werte bei Kurvenfahrt und Bremstest belegen. Trotzdem: Der Elektro-Renault ist ein Fahrspaßknüller mit herrlich direktem Kontakt zur Bergwelt. Ergebnis: Platz drei mit 14 Punkten.
Noch stärker bringt nur der Morgan das Blut in Wallung. Die Schneeflocken peitschen direkt auf die Nase, vorn schwenken auf den kleinsten Lenkimpuls hin die Räder hin und her, ...
... der satt brabbelnde V2-Motor schüttelt die Glückshormone aus den Zellen – Wahnsinn. Den leider fehlenden Grip kompensiert der Fahrer am besten mit viel Vorsicht. Platz acht mit acht Punkten springt für den Threewheeler raus, ...
... nur noch der Japer im Testfeld kommt auf einen Punkt weniger. Bei dieser Disziplin hier dreht es sich für den GT 86 um die Kreisfahrt. Mit seinem Heckantrieb hat der Toyota eigentlich gute Anlagen, ...
... aber leider nur schlechten Grip. Da ist mehr als der letzte Platz mit sieben Zählern nicht drin.
Kategorie drei: Ausrüstung und Preis. Wird’s wohlig im Innenraum? Wann bleibt der Wagen im Schnee stecken? Hier zählen grundsätzliche Anlagen. Und: Was kostet's?
Ein Wüsten-Rennwagen bei Minusgraden? Schlecht für das Wohlbefinden, denn der Race Touareg hat keine Heizung, ...
... dafür mordsmäßig Platz unterm Wagenboden. Sein Sprung-Fahrwerk mit doppelten Federbeinen setzt den VW rund 30 Zentimeter hoch, ...
... Schneewehen, an denen sich Toyota GT86 (Platz vier) oder Audi R8 V10 plus (Platz sieben) festfressen, bemerkt das blaue Monster gar nicht. Schade, dass der Dakar-Seriensieger unverkäuflich ist. Keine Punkte beim Preis, nur einen bei der Heizleistung, aber fünf für die Bodenfreiheit: Platz acht mit sechs Punkten.
Recht günstig macht es der Twizy. Für 7690 Euro Grundpreis überstakst der Elektro-Floh gerade noch kleinere Schneehäufchen – nicht schlecht.
Brrr: Statt Heizung taut beim Elektro-Franzosen allenfalls ein E-Heizdraht die Frontscheibe ab. Am Ende steht trotzdem ein geteilte fünfter Platz mit neun Punkten zu Buche.
Wer nicht frieren mag, landet bei den Normalos. Wobei: Der Citroën DS5 heizt extrem schlecht, der Range Rover enorm gut.
In Zahlen: Nach acht Kilometer Testfahrt, die bei minus acht Grad beginnt, ärgert der Franzose mit 14 Grad Innenraumtemperatur, ...
... der 89.100 Euro teure Range fönt 34 Grad heiße Luft aus den Düsen. Und genauso unterschiedlich sind auch ihre Platzierungen in diesem Kapitel: Rang zwei (elf Punkte) für den Range, Rang fünf (neun Punkte) für den DS5.
Für ganz kuschelige Wintersportler: Der VW Golf beeindruckt mit starker ...
... und schneller Sitzheizung, landet mit elf Punkten auf dem geteilten zweiten Platz.
Klarer Sieger in diesem Kapitel wird mit zwölf Punkten der Opel Mokka, ...
... sein Benzinmotor kommt fix auf Temperatur, ...
... entsprechend pustet bald warme Luft in den Innenraum.
Mit 23.790 Euro gehört der Mokka zu den Sonderangeboten im Feld. Gleichzeitig ist er trotz kompakter Maße ein echtes SUV mit viel Bodenfreiheit.
Den Morgan mussten wir in diesem Kapitel aufs Glatteis führen. Heizung? Ein Iglu bietet mehr Komfort.
Bodenfreiheit? Höchstens genug für den Puderzuckerbelag auf einem Knusperhäuschen. Preis? Ab 40.900 Euro. Ganz klar der letzte Platz in diesem Kapitel, ...
... und da landet der Engländer auch in der Endabrechnung – mit 17 Punkten auf Platz neun. Morgan Threewheeler: • Traktion: 1 Punkt • Handling: 2 Punkte • Harmonie: 2 Punkte • Slalom: 1 Punkt • Bremsen: 1 Punkt • Kreisfahrt: 1 Punkt • Fahrspaß: 5 Punkte • Heizleistung: 0 Punkte • Bodenfreiheit: 2 Punkte • Preis: 2 Punkte.
Toyota GT 86 – Platz acht mit 22 Punkten: • Traktion: 1 Punkt • Handling: 1 Punkt • Harmonie: 3 Punkte • Slalom: 2 Punkte • Bremsen: 3 Punkte • Kreisfahrt: 1 Punkt • Fahrspaß: 1 Punkt • Heizleistung: 4 Punkte • Bodenfreiheit: 2 Punkte • Preis: 4 Punkte.
Audi R8 V10 plus Coupé – Platz sieben mit 30 Punkten: • Traktion: 4 Punkte • Handling: 4 Punkte • Harmonie: 2 Punkte • Slalom: 3 Punkte • Bremsen: 3 Punkte • Kreisfahrt: 3 Punkte • Fahrspaß: 4 Punkte • Heizleistung: 4 Punkte • Bodenfreiheit: 2 Punkte • Preis: 1 Punkt.
Citroën DS5 Hybrid4 – Platz sechs mit 31 Punkten: • Traktion: 4 Punkte • Handling: 4 Punkte • Harmonie: 3 Punkte • Slalom: 3 Punkte • Bremsen: 2 Punkte • Kreisfahrt: 4 Punkte • Fahrspaß: 2 Punkte • Heizleistung: 2 Punkte • Bodenfreiheit: 4 Punkte • Preis: 3 Punkte.
Renault Twizy – Platz fünf mit 33 Punkten: • Traktion: 4 Punkte • Handling: 1 Punkt • Harmonie: 5 Punkte • Slalom: 5 Punkte • Bremsen: 3 Punkte • Kreisfahrt: 2 Punkte • Fahrspaß: 4 Punkte • Heizleistung: 1 Punkt • Bodenfreiheit: 3 Punkte • Preis: 5 Punkte.
VW Golf 2.0 TDI BMT – Platz vier mit 34 Punkten: • Traktion: 3 Punkte • Handling: 3 Punkte • Harmonie: 4 Punkte • Slalom: 4 Punkte • Bremsen: 3 Punkte • Kreisfahrt: 3 Punkte • Fahrspaß: 3 Punkte • Heizleistung: 4 Punkte • Bodenfreiheit: 3 Punkte • Preis: 4 Punkte.
VW Race Touareg III – Platz drei mit 35 Punkten: • Traktion: 5 Punkte • Handling: 5 Punkte • Harmonie: 2 Punkte • Slalom: 4 Punkte • Bremsen: 5 Punkte • Kreisfahrt: 5 Punkte • Fahrspaß: 3 Punkte • Heizleistung: 1 Punkt • Bodenfreiheit: 5 Punkte • Preis: 0 Punkte.
Range Rover 3.0 TD V6 – Platz zwei mit 37 Punkten: • Traktion: 5 Punkte • Handling: 5 Punkte • Harmonie: 3 Punkte • Slalom: 2 Punkte • Bremsen: 5 Punkte • Kreisfahrt: 4 Punkte • Fahrspaß: 2 Punkte • Heizleistung: 5 Punkte • Bodenfreiheit: 5 Punkte • Preis: 1 Punkt.
Opel Mokka 1.4 Turbo 4x4 – Platz eins mit 42 Punkten: • Traktion: 5 Punkte • Handling: 5 Punkte • Harmonie: 4 Punkte • Slalom: 4 Punkte • Bremsen: 3 Punkte • Kreisfahrt: 5 Punkte • Fahrspaß: 4 Punkte • Heizleistung: 4 Punkte • Bodenfreiheit: 4 Punkte • Preis: 4 Punkte.
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