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Wohnmobil-Test Karmann Colorado H

Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Im westfälischen Rheine zeigte man Anfang der 90er, welches Potenzial in der neu eingeführten vierten Transporter-Generation von VW schlummerte: Das Karmann-Alkovenmobil Colorado H wurde ein kompaktes, voll alltagstaugliches Bulli-Wohnmobil mit frischem Design und hoher Qualität – ein überragendes Konzept und die Erfüllung der Träume vieler Fans. Hier kommt der Gebrauchtwagen-Test.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Mit dem Colorado H auf einem T4-Fahrgestell gelang dem Aufbauhersteller auch optisch ein großer Wurf, da er ungewöhnlich aerodynamisch und wie aus einem Guss wirkte. Einziges Manko: Der Listenpreis von mindestens 72.985 Mark (ohne Extras) ging trotz des VW-Logos im Grill bestenfalls als Understatement durch. Heute werden noch mindestens 14.800 Euro fällig.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Karmann sorgte bei betuchten Bullifreunden für erhöhten Pulsschlag. Ein vergleichbar familien- und alltagstaugliches Fahrzeug gab es mit nur 5,80 Meter Außenlänge sonst nirgendwo.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Das faszinierende Konzept des leer erfreulich schlanken 2,4-Tonners war maßgeschneidert für bis zu vier Passagiere und blieb vom damaligen Wettbewerb unerreicht. Die gemütliche Rundsitzecke (wahlweise Vierer-Dinette im Colorado S) wird mit ein paar Handgriffen zum Doppelbett.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Solider Möbelbau und Liebe zum Detail machen den betagten Colorado H zu einem vollwertigen Partner. Auch die Küchenzeile ist praxisgerecht ausgestattet.
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Als zweite Schlafzone fungiert der 64 Zentimeter flache Alkoven.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Das Raumangebot verblüfft angesichts der kompakten Außenabmessungen. Das gilt auch für die vollständig ausgestattete, angenehm luftige Nasszelle.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Als Miniaturausgabe größerer Fahrzeuge düpierte der Colorado bei Pkw-ähnlichen Abmessungen das Kabinenkonzept vieler deutlich sperrigerer Modelle, ohne auch nur einen Moment wie ein peinlicher Gernegroß zu wirken.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Wohnmobil-Test Karmann Colorado H
Der reichlich vorhandene, beheizbare Stauraum unterstützt die hohe Alltagstauglichkeit. Das Gesamtpaket ermöglicht einen mehrwöchigen Familienurlaub und ist in diesem Punkt ...
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... einem normalen VW California mit Hoch- oder Aufstelldach eine Alkovenlänge voraus.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Die Problemzonen des Colorado sind überschaubar. Viele T4 Colorado kranken heute an Schwellerrost am Fahrerhaus, an den Radläufen und den Scheibenrahmen. Auch die Bleche rund um die Trittstufe sind oft massiv durch Oxidation geschwächt.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Vereinzelte Feuchtigkeitsprobleme im Innenraum sind die Folge von Rissen in der GfK-Außenhaut oder an den Nahtstellen im Heckbereich. Unser Colorado scheint jedoch trocken zu sein: keine Wasserflecken, nichts müffelt.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Die Bordinstallation ist grundsätzlich solide, allerdings sollte ein umfassender Funktionscheck sicherstellen, dass sowohl die Wasserversorgung als auch die vereinzelt durch Masseprobleme schwächelnde Bordelektrik vollständig funktionieren.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Bitte ebenfalls checken: Sorgt die betagte Anlage für angenehme Temperaturen?
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Auch die Zubehörelektronik wird im Alter oft zickig.
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Problemfall Fenster: Bei solchen Rissen hilft nur ein kostspieliger Austausch.
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Pneus von Wenigfahrern haben meist viel Profil, sind jedoch oft gefährlich überaltert.
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Anfahrschäden im Heckbereich sind eher die Regel als die Ausnahme.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Gasprüfung: Wurden Wartungs- und Prüftermine eingehalten?
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Nachdem 2002 im Zuge der Karmann-Übernahme die Fertigung aus dem westfälischen Rheine ins rheinhessische Sprendlingen verlegt wurde, ließ die Fertigungsgüte beim späten Colorado nach. Der smarte Grundriss und die hohe Ausbauqualität sorgen jedoch dafür, dass der Colorado unabhängig vom Baujahr eine beachtliche Fangemeinde hat.
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Auf der kompakten Nutzfahrzeug-Basis zauberten die Ingenieure trotz der voluminösen Wohnaufbauten ein immer noch stadtfreundlich anmutendes Fahrverhalten. Lenkrad und Sitze sind höhenverstellbar. Nach wenigen Kilometern Eingewöhnung gibt sich der Colorado dank Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum inklusive serienmäßigem Antiblockiersystem so unproblematisch und entspannt wie ein Passat aus der gleichen Epoche.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Nur voll beladen hat das Fahrwerk mit immerhin 3,3 Tonnen zu kämpfen. Vor engen Passagen und niedrigen Durchfahrten sollte man sich die Bulli-untypischen Abmessungen in Erinnerung rufen, um elementare Schäden am GfK-Aufbau zu vermeiden.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Unser Fotowagen verbrachte lange Jahre in niederländischem Vorbesitz und hat als Transporter-Abkömmling leider keinen serienmäßigen Fahrerairbag. Dafür ...
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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... erfuhr er kürzlich eine umfassende Revision: Zahnriemen, Wasserpumpe, Turbolader, Einspritzpumpe und Auspuffendtopf wurden erneuert. Diese Reparatur erspart dem neuen Besitzer mehrere Tausend Euro Investitionsbedarf. Trotz einer hohen Laufleistung von knapp 280.000 Kilometern ist der Gesamteindruck viel besser, als es die alterstypischen Gebrauchsspuren vermuten lassen.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Der kernig klingende, quer im engen Motorraum verbaute 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI geht kräftiger zur Sache, als es die bloße Leistungsangabe von nur 102 PS (75 kW) vermuten lässt. Enger wird es für den Colorado im Abgaskapitel: Für eine grüne Plakette müsste der neue Besitzer nachträglich in einen Partikelfilter investieren und mit mindestens 500 Euro plus Einbau und Eintragung rechnen. Denn bis zum H-Kennzeichen vergehen noch viele Jahre.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
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Fazit von Redakteur Lars Jakumeit: "Kult und Konzept sorgen für irrwitzige Preise bis ins hohe Alter. Unter 20.000 Euro finden sich nur selten gute Colorado. Das sind noch rund 60 Prozent des Grundpreises damaliger Neuwagen! Wenn sie dann, wie dieser hier, doch mal auftauchen, sind sie vier Sterne wert – und meist binnen weniger Tage vergeben. Trotzdem sollten Colorado-Interessenten das Angebot in Ruhe prüfen und wegen möglicher Folgekosten nicht übereilt Zuschlagen."
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD