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Wohnmobil-Test: VW T1 Westfalia

VW T1 Westfalia
Wer diesem Blick nicht verfällt, hat kein Herz. Der T1 transportierte erst Sinalco-Kisten und Maurermörtel, später unsere Sehnsüchte in die ganze Welt. Für AUTO BILD REISEMOBIL war Lukas Hambrecht unterwegs mit einem VW, der mehr als ein Camper mit Patina ist, nämlich ein Lebensgefühl.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Wir treffen unseren Charmeur an der Südfranzösischen Küste. Zündschlüsseldreh, Gas, das Kupplungspedal schlonzt nach oben. Der Bulli geht sanft in die Hocke, sein Kabäuschen hebt sich leicht aus den Federn.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Meine Füße trippeln auf den stehenden Pedalen herum, Meeresluft weht durch die ausgestellte Windschutzscheibe. Die Schaltwege sind lang wie der Hippie-Trail nach Südasien, immerhin sind die vier Gänge schon voll synchronisiert.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Ich korrigiere permanent am Bakelitlenkrad des 56 Jahre alten Busses. Geht es geradeaus, lenke ich gegen den Seitenwind an. In den Kurven südfranzösischer Küstenstraßen wiegt der Blechkörper sanft Richtung Kurvenrand. Auf Bremsbefehle reagiert der Bulli, sagen wir, zaghaft.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Hinten im Souterrain ist richtig was los: Unter dem Gepäckabteil prasselt ...
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
... der 1,6 Liter große Boxer, gefüttert von einem Solex-­Fallstromvergaser und 48 PS stark (nach der US­-Norm SAE) – laut Motornummer ein US-­Austauschaggregat. Der im Vergleich zur Serie stärkere Motor macht den Bulli alltagstauglicher.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Dass die Tachoskala bis 70 Meilen pro Stunde reicht, ist aber trotz des stärkeren Motors optimistisch.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Am Armaturenbrett trägt der T1 noch makellosen Originallack in Koralle, doch so gut ...
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
... erhalten ist der Bulli nicht überall. Der Zahn der Zeit nagt.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW T1 Westfalia
Das Tischchen weggeklappt, lässt sich die Sitzecke zur Liege für zwei falten. Stehen ist nur im kleinen Bereich unterm Aufstelldach möglich. Auf Wunsch gab es auch ein großes Aufstelldach mit zwei weiteren Schlafplätzen, ein Kinderbett zum Einhängen fürs Fahrerhaus, einen Absorberkühlschrank und einen Kocher mit zwei oder drei Flammen.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Dinge, die wir uns zurückwünschen, Folge 749: das Safari-Ausstellfenster.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Silvain, der Besitzer unseres Schätzchens, schleppt in der karierten Wohnhöhle seines Bullis stets zeitgenössischen Nippes wie einen Nova-Express-Espressokocher, eine Normal-8-Filmkamera von Cima und alte Thermoskannen mit.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Fazit: Im Patina-Bulli in den Urlaub zu fahren hat Charme, solange der Kult-VW dabei nicht verschlissen wird. Darauf weisen Patina-Profis wie die Patinatoren hin. Die Kunst ist, Technikgeschichte zu erfahren, ohne sie zu zerstören.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Ein Blick auf die Geschichte des VW T1: Der niederländische VW-Importeur Ben Pon sah im Volkswagenwerk den "Plattenwagen", ein Käfer-Fahrgestell mit vorderer Transportfläche und Einzelsitz. Da soll ihm die Idee gekommen sein, das Ganze umzudrehen und mit einer Kasten-Karosserie zu versehen. So lautet die offizielle Legende zur Entstehung des VW Transporters. 1949 liefen die ersten Prototypen, ...
Bild: Werk
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... im März 1950 startete schließlich die Produktion. 1951 folgte die Sonderausführung, besser bekannt als Samba-Bus mit 23 Fenstern, 1953 stieg die Leistung von 24,5 auf 30 PS, 1960 von 30 auf 34 PS. 1963 kamen die seitliche Schiebetür und der größere Heckklappenausschnitt. Optional gab es nun den 1500-cm3-Boxer mit 42 PS, ab 1965 mit 44 PS. 1967 folgte der VW T2 auf den 1,8 Millionen Mal gebauten T1.
Bild: Werk
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Auch das gab's, und zwar 30-mal: die T1 Eisenbahn-Draisine, ein Bulli, der auf Schienen fährt (1955).
Bild: Werk
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T1 Doppelkabine (1959): die "Doka", mit Platz für sechs Facharbeiter und reichlich Maurermörtel.
Bild: Werk