Reichlich erstaunt dürfte sein, wer dieses rasante Duo unvorbereitet zu Gesicht bekommt. Basieren beide Fahrzeuge doch auf dem 612 PS starken Carrera GT, dem Porsche 2006 das Lebenslicht auspustete und die Fertigung einstellte.
Zwei Tuner haben sich des "Altautos" angenommen – und bauen es für horrendes Geld um. Was sie umtreibt? "Ein Kundenauftrag von einem Scheich aus Katar", teilt Jan Fatthauer, Chef von 9ff, lapidar mit. Auch Uwe Gemballas Passion ...
... hat handfeste Ursachen: "Das Produktionsende hat die Begeisterung für den Supersportler nicht geschmälert. Wir haben zwischenzeitlich 19 Mirage-GT-Umbauten verkauft."
Willkommen im Porsche-Paradies. Bei einer Ausfahrt mit zwei veredelten Carrera GT klärt AUTO BILD SPORTSCARS die Frage: Reichen die 670 PS des Gemballa Mirage aus, ...
... oder sollte es besser der 9ff GT-T 900 mit 934 PS sein? Grundsätzlich darf auch die Leistung des schwächeren Autos noch als absolut ausreichend bezeichnet werden.
Die Pforten des Mirage GT öffnen sich. Wir gleiten in den Innenraum. Trotz umfangreicher Aufwertungen mit Karbon und Leder und der Installation eines kleineren Lenkrads ...
... belässt Gemballa die tolle Funktionalität des kargen Innenraums auf Serienniveau. Nur die Mittelkonsole ändert er ab, um statt des winzigen Becker-Radios ...
... ein "Data Control System" unterzubringen – das Beschleunigungs- und Verzögerungswerte aufzeichnet. Nach einem phosphoreszierender Starterknopf sucht der Pilot vergeblich – ein banaler Schlüsseldreh ...
... weckt das Monster. Auspuff und Optimierung des Motormanagements verhelfen dem Mirage GT zu moderaten 58 Zusatz-PS. Der Mirage GT flüstert nie, schmeichelt kein bisschen, röhrt auch nicht herzerwärmend. Er schreit und brüllt seine 670 PS heraus. Schön ist das nicht. Aber beeindruckend.
Da dampft die Straße: Im Mirage GT fällt die 100-km/h-Marke bereits nach 3,7 Sekunden, und erst jenseits von 325 Sachen ist Schluss mit Vortrieb.
Ein wenig verziert: Originalbremsanlage mit neu lackierten Sätteln.
Neue Lösung: Der große Flügel steht fest, für variablen Abtrieb sorgt nur noch der integrierte Mini-Flap.
Aufgesetzt: Die Dachhutze macht otpisch richtig was her und ist zudem voll funktionstüchtig.
Der Gegenentwurf zum Schnäppchen: Gemballa verlangt für seinen Mirage GT exakt 854.837 Euro.
Hauptsache Dampf: Der Maschinenraum des 9ff GT T900 fällt zweckmäßig aus. Zwei KKK-Lader, die mit lediglich 0,7 Bar arbeiten, pressen 937 Newtonmetern und 934 PS aus dem 5,7 Liter großen V10. Und mit dieser Gewalt im Rücken ...
... zieht der 9ff-Pilot dem Gemballa-GT locker davon. In 3,2 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, die maximal mögliche Geschwindigkeit liegt jenseits von 380 km/h. Die nackten Zahlen sind mit "atemberaubend" recht gut beschrieben.
Bitte tief einatmen: Der mittige Wasserkühler in der Frontschürze arbeitet der Ladeluftkühlung zu.
Beide Autos stehen auf mächtigen 20-Zöllern, aber nur hier gibt es das Zentralverschluss-Rad im aufregenden 9ff-Look.
Augen schließen: 9ff lässt dem Carrera GT sein Seriencockpit mit der seltsamen Farbgebung, dem Holzschaltknauf und ...
... den typischen, ineinander verschachtelten Instrumenten.
Kann man angesichts eines Kaufpreises von 709.324 Euro eigentlich von billig sprechen? Wie auch immer: Im Vergleich zum Mirage GT spart man mit dem GT-T900 fast 150.000 Euro.
Unterstützt von 9ff, schwingt sich der Carrera GT endlich zum uneingeschränkten Über-Performer auf – den nichts und niemand zu stoppen vermag. Im direkten Vergleich wirkt die 670-PS-Version plötzlich ein bisschen blutleer, ...
... untenrum schwächlich, ab 280 km/h nur noch begrenzt begeisterungsfähig. Das 9ff-Auto hingegen passiert die 300, ohne innezuhalten. Gerade mal 17 Sekunden sollen bis zum Erreichen der prestigeträchtigen Marke vergehen – woran wir keinen Zweifel verschwenden. Zu diesen beiden Raketen ...
... gibt es durchaus noch Alternativen: Edo zum Beispiel nimmt sich ebenfalls des Carrera GT an, verspricht bis zu 770 PS dank Hubraumerhöhung, ...
... installiert ein Rennsportfahrwerk und Carbonteile.
Spoilerchen, aufgewertetes Interieur, Hochleistungs-Auspuff, 23 PS extra – das TechArt-Sortiment für den Porsche Carrera GT fällt recht überschaubar aus.
Königseder hat für den Über-Porsche ein Bodykit im Angebot. Es umfasst Front- und Heckschürze, ...
... Seitenschweller, Heckflügel und Dachhutze.
Skurril: In den USA gibt es Carrera-GT-Umbauten auf Basis des Porsche Boxster. Der deutsche Tuner Core11 will ein ähnliches Projekt stemmen.
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