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Zwei Sport-Kombis im Vergleich

Audi RS 6 Avant Mercedes-AMG E 63 S T
Das T-Modell des Mercedes-AMG E 63 S ist da. Sein Ziel: schnellster Kombi aller Zeiten. Sein Gegner: der Audi RS 6 Avant in der extrascharfen Performance-Version. Unser Auftrag: die beiden Kombinations-Kraftwagen zur Strecke bringen – an den Sachsenring.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Mercedes-AMG E 63 S T
Seinem Transportauftrag ist das T-Modell über die 40 Jahre seit seinem Debüt stets treu geblieben, wenngleich ein AMG-Kombi jetzt nicht direkt für die Baustelle gedacht ist und das T-Modell im Übrigen auch nicht mehr der Platzhirsch unter den Kombis ist. 
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Mercedes-AMG E 63 S T
Trotz gewachsener Außenmaße verschwinden nur noch maximal 1820 Liter im Heck des S 213 – 130 Liter weniger, als ein Skoda Superb Combi wegsteckt.
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Audi RS 6 Avant
Doch für den Audi RS 6 Avant reicht es noch, ...
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Audi RS 6 Avant
... er packt lediglich kompaktklassige 1680 Liter. Doch das Ladevolumen soll natürlich nicht Dreh- und Angelpunkt dieses Vergleichstests sein, viel eher schon – Vorsicht, Kalauer! – das Ladervolumen.
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Mercedes-AMG E 63 S T
Dieses addiert sich hier wie da aus je zwei Turbos, die zwischen den Zylinderbänken positioniert sind. Auch im Hubraum von vier Litern und dem Output von über 600 PS ist man sich in Baden-Württemberg (612 PS) ... 
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Audi RS 6 Avant
... und Bayern (605 PS) einig.
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Mercedes-AMG E 63 S T
Ferner auch darüber, dass man solche Urgewalten am besten über ein Automatikgetriebe auf alle vier Räder loslässt. Zumindest grundsätzlich, der AMG hat jedoch eine nasse Anfahrkupplung und einen Gang mehr ...
Bild: Werk
Audi RS 6 Avant
... als der achtstufig wandelnde Audi.
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Mercedes-AMG E 63 S T
Zudem kann der Schwabe im Driftmodus die Vorderachse abkuppeln, was die Sache mit dem Querfahren natürlich ungemein erleichtert; die elektronisch geregelte Hinterachssperre trägt dazu ebenfalls ihr Scherflein bei. In allen übrigen Modi wird die Vorderachse von einer elektromechanischen Kupplung im Verteilergetriebe ...
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... je nach Traktionsverhältnissen mit bis zu 50 Prozent der Antriebskraft beaufschlagt. Auch und gerade beim vollen Beschleunigen aus dem Stand: Per Race-Start-Funktion springt der Kombi quasi schlupffrei unter bassigem Bollern und ploppenden Schaltsalven in gerade mal 3,4 Sekunden auf Tempo 100, die 200-km/h-Marke ist nach 11,4 Sekunden abgehakt.
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Auch jenseits der 200 km/h lässt der Vorwärtsdrang kaum nach, die per Driver's Package von 250 auf 290 km/h angehobene Höchstgeschwindigkeit wird ruck, zuck erreicht. An der Gummiwand des Begrenzers spürt man, dass das Chassis noch wesentlich mehr vertragen könnte, wenn es denn dürfte.
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In der Längsdynamik lässt sich der Ingolstädter jedoch keine Nase drehen: Sein Launch-Start vollzieht sich nicht weniger dramatisch als beim AMG, fauchend zieht er den Asphalt unter sich durch, um nach 3,5 und 11,8 Sekunden die 100er- und 200er-Marke zu durchbrechen. 
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Auch wenn er ein paar Wimpernschläge langsamer ist, so fühlt er sich doch gewalttätiger an, vielleicht auch wegen seines unverschnittenen V8-Gewitters, ...
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... gegen das der AMG-Sound leicht geflavourt wirkt.
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Das Allradsystem des Audi arbeitet mit grundsätzlich heckbetonter Momentenverteilung (40:60) und mittlerem Sperrdifferenzial. Das aktive hintere "Sportdifferenzial", Teil des 14.000 Euro teuren Dynamikpakets Plus, beschleunigt das kurvenäußere Hinterrad überproportional und hebelt so spürbar einer Untersteuertendenz entgegen.
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Das ebenfalls im Paket enthaltene Dämpfersystem Dynamic Ride Control reduziert Aufbaubewegungen und die Seitenneigung. Neben der für Größe und Gewicht sehr ausgeprägten Handlichkeit federt der RS 6 Avant auch recht manierlich. Nur die mächtigen 21-Zoll-Räder beeinträchtigen etwas den Langsamfahrkomfort.
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AMG kontert mit einer adaptiv gedämpften Luftfederung. Die lässt den E 63 S einerseits im Comfort-Modus geschmeidig über schlechte Straßen schweben und sich kurz darauf im Sport- oder Race-Set-up steifbeinig in die Kurve stemmen. Wie auf dem Sachsenring, wo es nun um die Wurst geht.
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Der große AMG-Kombi fühlt sich auf der Rennstrecke überraschend agil und um eine halbe Tonne leichter an, als er tatsächlich ist. Die Michelin Pilot Sport 4S bieten erstklassigen Grip, Untersteuern Fehlanzeige, ...
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... für hilfreiches Übersteuern am Kurvenausgang lauert natürlich jederzeit genug Kraft unterm Pedal. Die Schaltung arbeitet wesentlich schneller als noch im Vorgänger, wo Paddelbefehle oft deutlich verzögert umgesetzt wurden.
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Die optionale Keramikbremse bleibt über einige schnelle Runden in Folge völlig stabil, der Druckpunkt glasklar definiert, ohne weich zu werden. Subjektiv fühlte sich das Fahrwerk im Race-Modus auf dem Sachsenring etwas zu hart an, ...
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... der Wechsel auf ein weicheres Set-up belehrte uns jedoch eines Besseren: "Race" bringt in der Tat die schnellsten Zeiten. In Zahlen: 1:35,89 Minuten, was eine mehr als ordentliche Zeit für einen Zweitonnen-Kombi ist.
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Jetzt lassen wir den RS 6 von der Kette, er steht schon voll unter Ladedruck und bläht die Nüstern. Raus aus der Boxengasse und rein in die Coca-Cola-Kehre. 
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Die sehr direkt übersetzte Lenkung winkelt den Performance zackig ab und bietet mehr Rückmeldung als die des AMG, fühlt sich echter, realistischer an. Im direkten Vergleich zum unmittelbar davor gefahrenen E 63 kann der Audi sein Gewicht nicht ganz so gut kaschieren.
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Das Fahrwerk wirkt im Dynamic-Modus noch zu weich, und so kämpft der Kombi in engen Kehren wie dem Omega trotz Dynamic Ride Control mit kräftigen Aufbaubewegungen. Power ist in Hülle und Fülle vorhanden, den Anstieg nach dem Omega erstürmt der Avant mit Verve und schmetternden Schaltsalven.
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So schön das Getriebe die Gänge hochpeitscht, so träge reagiert es manchmal auf Runterschaltbefehle. Das hat uns bisher nie besonders gestört und spielt nur auf der Rennstrecke eine Rolle. Doch nach dem Motto "Das Bessere ist des Guten Feind" fallen solche Kleinigkeiten jetzt im direkten Vergleich mit dem AMG auf.
Bild: Werk
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Ernsthaft stört uns allerdings die wenig überzeugende Performance der optionalen Keramikbremse. Nach nur zwei gezeiteten Runden (Bestzeit: 1:38,47 Minuten) gibt der Bremspedaldruckpunkt bereits etwas nach, und die Bremsbeläge hüllen sich in Rauch. Die Verzögerungsleistung selbst bleibt stabil, dennoch arbeitet die Bremse offensichtlich am Limit.
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Das Fazit von Florian Neher: "Der Audi RS 6 Avant Performance gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Er geht wie die Angst, handelt sich neutral und spielerisch und ist absolut fahrsicher. Doch das neue AMG E 63 S T-Modell hat einen Entwicklungsvorsprung ...
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... und macht alles noch ein klein wenig besser: noch mehr Kraft, ein noch lebendigeres Handling bei noch besserem Federungskomfort. Und: Die AMG-Keramikbremse hält, was Mercedes verspricht, während die des Audi nach zwei Runden Sachsenring rauchend um eine Pause bittet."
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