Wenn Lamborghini Murciélago LP640 und Pagani Zonda F zusammenkommen, bleibt kein Auge trocken. Beim Treffen mit den beiden stimmgewaltigen Zwölfzylindern galt das auch für die gesamte Umgebung.
Schon bei der Planung des Vergleichs Lamborghini Murciélago gegen Pagani Zonda F wurde die Atmung von AUTO BILD SPORTSCARS-Autor Lars Zühlke flacher, die Zusagen beider Hersteller ließen dann das Herz im Techno-Takt rasen. Das Einzige, was jetzt noch trommelt, ...
... sind die Regentropfen auf der Scheibe. Doch Herzfrequenz und Stimmung sind nicht ganz im Keller.
Dafür sorgt die grün-gelbe Mischung aus 24 Zylindern, 1242 PS und jeder Menge Vortrieb.
Seien wir ehrlich. Giftgrün ist eine unmögliche Farbe, doch dem Lambo steht sie.
Schlagartig verbessert sich die Stimmung. Und erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt, als der 6,5-Liter große Zwölfzylinder zum ersten Mal zum Leben erweckt wird.
Was da hinten aus dem riesigen Auspuffschlund rauskommt, tönt bereits im Leerlauf heiser, aggressiv und herausfordernd. Akustisches Understatement hört sich anders an.
Wenn dem Motor zu warm wird, öffnet der Murciélago zwei Lüftungsklappen, wobei er ...
... seinen Piloten einer Charakterprobe unterzieht. Schaut man nicht auf den Tacho, hat man den Eindruck, ...
... der Motor bekommt erst ab 4000 Umdrehungen richtig Zunder, um dann bei 8000 Touren lautstark seine Maximalleistung zu erreichen. Die Beschleunigungswerte widerlegen den Eindruck der "Anfahrschwäche" jedoch prompt.
Ein Auto, das in nur 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt, kann "untenrum" nicht schlapp sein. Die riesigen Bremsscheiben sind jedenfalls von Nöten.
Beim Einsteigen über den breiten Schweller merkt AUTO BILD SPORTSCARS-Autor Lars Zühlke, dass Murciélago- Kunden fit und vor allem gelenkig sein sollten. Nach den ersten Metern ...
... auf der Landstraße fällt ihm noch talentiert als weitere Bedingung ein. Der 640 PS starke Lamborghini ist nichts für Warmduscher. Wer angesichts des Allradantriebs eine extra Portion Narrenfreiheit erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt.
Die Vorderachse bekommt nur im Fall von Schlupf an der Hinterachse ihren Kraftanteil, für Ungeübte ist es dann schon zu spät. Zusätzlich erfordert die direkte Lenkung trainierte Oberarme.
Die dunkle Seite der Macht: Der Lambo-Kontrollraum für 640 PS ist ...
... nüchterner als das Cockpit des Pagani, begeistert aber trotzdem.
Aus zwei mach riesig. Der Auspuffschlund des Lambo ist nicht nur Show. Der Klang macht süchtig.
Seit neun Jahren entsteht in San Cesario der automobile Traum des Argentiniers Horacio Pagani. Gerade einmal 100 Exemplare ...
... werden bis zum Produktionsende in diesem Frühjahr die kleine Halle verlassen haben. Dagegen ist der Lamborghini Murciélago mit über 3000 verkauften Exemplaren – salopp ausgedrückt – fast schon ein Großserienprodukt.
Der erste reale Blickkontakt mit dem Pagani Zonda F versetzt AUTO BILD SPORTSCARS-Autor Lars Zühlke in Hochspannung. Die Form der Kohlefaser-Karosserie ...
... erinnert an legendäre Le-Mans-Sportwagen, die Detail-Flut wirkt so endlos wie perfekt.
Pagani-Testfahrer Davide hat den 7,3-Liter großen Zwölfzylinder angelassen. Lars Zühlke: "Ich wusste, dass das 602 PS starke Aggregat ursprünglich von AMG stammt.
Aber dass ein Motor, der für einen Mercedes entworfen wurde, so infernalisch klingen kann, hätte ich nicht mal zu träumen gewagt."
Die Bremsscheiben des Pagani haben das gleiche Pizza-Format wie die des Lambo.
Die Schalensitze des Zonda sehen dagegen nicht nur sehr gut aus, man sitzt auch so.
Edles Leder, glänzendes Holz, mattes Metall und stehende Pedale. Der Innenraum des Pagani erinnert nicht nur an Rennsport, er lebt ihn.
Selbst der Fußraum ist mit feinstem Straußenleder ausgeschlagen, im Handschuhfach warten maßgeschneiderte Handschuhe aus dem gleichen Material auf die manikürten Hände des Besitzers.
Die Bedienungen der Klimaanlage ist wie der Schaltknauf ...
... alleine schon Kunst.
Erstaunliches Handling des 848887 Euro teuren Boliden: Anders als im Lambo muss man sich im Pagani nicht durch die Kurven kämpfen, man carvt sich dank der leichtgängigeren und traumhaft direkten Lenkung ganz entspannt durch sie hindurch.
Die leichte Schwungscheibe lässt den V12 wie bei einem Rennwagen kurz aufbellen, ...
... danach fällt der Treibsatz in einen Leerlauf, dessen Akustik die Härchen auf meinen Unterarmen schlagartig und kerzengerade wie einen Bambuswald in die Höhe schießen lassen.
Respekt gebührt den 602 PS und 760 Newtonmeter maximalen Drehmoment im Heck. Denn der Druck des Motors ist schon knapp überhalb des Leerlaufs gnadenlos ...
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