Opel-Interview

125 Jahre Opel, Teil 2

— 23.03.2011

Wie Opel wieder ins Rollen kam

AUTO BILD Archiv-Artikel 21/1987: Wohin fährt Opel, wo steht das Unternehmen im Jubiläumsjahr? Im AUTO BILD-Interview blieb Opels Vorstandsvorsitzen­der Dr. Horst Herke keine Antwort schuldig.

AUTO BILD: Wenn Sie eine Standortbestimmung vorneh­men. Welche Position hat Opel in der deutschen Autoland­schaft in seinem 125. Jahr?
Herke: Mit der Einführung des Omega und einer Reihe von weiteren Produktaktivitäten ist die Tendenz, so glaube ich, weiter steigend.
AUTO BILD: Alle guten Hoffnun­gen auf den Omega?
Herke: Das wäre sicher einsei­tig, aber er hat uns schon er­heblichen Auftrieb gegeben. Es ist ja nicht der Omega allein, es sind auch die modernen Ferti­gungsanlagen die dahinter­stehen. Im Vergleich mit dem Wettbewerb sind wir nach wie vor ein sehr potenter Großserienhersteller.

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AUTO BILD: Noch ist der Omega frisch, sie haben sogar für Ihr Werk ungewöhnlich lange Lie­ferfristen. Aber was ist, wenn die Neulust vorbei ist? Ist der Omega für die traditionellen Rekord-Kunden nicht zu teuer geworden?
Herke: Hier muss ich vehement widersprechen. Aber unabhän­gig davon, ob die Kundschaft der ersten Erfolgsmonate re­präsentativ ist: Im Modellmix ist der 2.0i in der aufwendigen GLS-Ausstattung das meistgekaufte Auto. Der Omega scheint sich also nicht aus der finanziellen Reichweite unse­rer Kundschaft entfernt zu haben.

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AUTO BILD: Löst denn der Ome­ga auch Ihr Image-Problem?
Herke: Das wäre schön, aber ich sage: Er leistet einen we­sentlichen Beitrag. Ein Produkt alleine kann das nicht schaffen. Das ist ein ständiger Prozess, der uns jeden Tag fordert.
AUTO BILD: Glauben Sie, dass der Opel-Käufer in drei, vier Jah­ren, wenn Sie Ihre Image-Wandlung fortgesetzt haben, mal den Status hat, den heute ein Audi- oder BMW-Kunde besitzt? Dass ein Senator oder Omega vor einem Architektur­büro und nicht nur vor der Realschule parkt?
Herke: Den Anspruch, auch Lieferant beispielsweise für Freiberufler zu sein, werden wir nie aufgeben. Wir wollen unse­re Produkte auch vor dem Tennis- oder Golfklub sehen. Andererseits bekennen wir uns dazu, Großserienhersteller zu sein. Schließlich hat Opel von den deutschen Automarken die breiteste Palette.

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