30 Jahre Mercedes G

— 22.02.2009

Legenden leben länger

Als das G-Modell auf den Markt kam, kostete die Servolenkung noch extra. Auf seinem Weg vom Nutzfahrzeug zum Luxus-Offroader stieg die Motorleistung von 72 auf bis zu 507 PS – die plane Frontscheibe ist aber geblieben.



Geburtstage wichtiger Baureihen feiern Autohersteller gern mit Sondermodellen. Da macht Mercedes keine Ausnahme und bringt zum 30-Jährigen der G-Klasse gleich zwei davon: Das eine ist der Edition 30, ein aktueller G 500 lang in Designo-Platinschwarz mit Designo-Leder in Chablis und speziell gestalteten Leichtmetallrädern zum Preis von 97.461 Euro. Das andere heißt Edition 30 Pur, kostet 59.381 Euro – und ist tatsächlich  etwas Besonderes, weil es sich um einen G 280 CDI der Baureihe 461 handelt. Die  Nutzanwender-Ausführung mit zuschaltbarem Allradantrieb wird seit 2002 nur noch für Militär und Behörden gebaut – mit dem Sondermodell feiert sie ein Comeback. Ganz stilecht mit Maulkupplung in der vorderen Stoßstange und Extras wie der zweiflügeligen Hecktür oder dem riesigen Dachgepäckträger. Dieser Wagen führt uns direkt zurück in die lange und abwechslungsreiche Geschichte des G-Modells, die vor 30 Jahren begann. Hier die wichtigsten Stationen.

1981 kam das erste G-Modell mit Gewehrhalter

Auf Basis einer solchen Zeichnung entstand 1973 ein erstes Holzmodell des Mercedes G.

Auf Basis einer solchen Zeichnung entstand 1973 ein erstes Holzmodell des Mercedes G.

1979: In Graz startet die Produktion der Baureihe 460 als Puch G (für Österreich, die Schweiz und die sozialistischen Länder des Comecon) und Mercedes G mit den Modellen 230 G (90 oder102 PS), 280 GE (150 PS), 240 GD (72 PS) und 300 GD (88 PS) in den Versionen Station kurz, Station lang und Softtop. Die Servolenkung und die beiden Achsdifferenzialsperren kosten Aufpreis. 1980: Kastenwagen kurz und lang ergänzen das Programm. 1981: Neue Extras: Klimaanlage, Vierstufenautomatik, Längssitzbänke, Zusatztanks, Seilwinde, Hard top, Nebenabtrieb, Gewehrhalter. 1982: Der 230 GE (125 PS) ersetzt den 230 G. Weitere Extras: Zusatzheizung, Breitreifen auf Leichtmetallfelgen, Kotflügelverbreiterungen, Recarositze. 1983: Fünfgang-Schaltgetriebe gegen Aufpreis, geänderte Schalter, vier Metalliclackierungen.

1992 löst die Baureihe 461 den G 460 ab

1989, zehn Jahre nach der Markteinführung, steigt auch die Bundeswehr auf den G um. Beim Bund heißt er \

1989, zehn Jahre nach der Markteinführung, steigt auch die Bundeswehr auf den G um. Beim Bund heißt er "Wolf".

1985
: Drehzahlmesser und Diffenzialsperren serienmäßig, Zentralverriegelung gegen Aufpreis. 1987: Elektrische Fensterheber serienmäßig, größerer Tank, 250 GD (94 PS) zusätzlich im Programm. 1990: Einführung der Baureihe 463 mit permantem Allradantrieb, Pkw-Armaturenbrett und den neuen Sechszylindermotoren 300 GD (113 PS) und 300 GE (170 PS). 230 GE und 250 GD bleiben im Programm. 1992: Einführung der Baureihe 461, die im Wesentlichen der Baureihe 460 entspricht, als 290 GD (95 PS) und 230 GE (122 PS). In der Baureihe 463 ergänzt der 350 GD Turbo (136 PS) die Dieselpalette. 1993: Sondermodell 500 GE (V8-Benziner mit 241 PS). 250 GD und 230 GE entfallen. 1994: 320 GE (210 PS) statt 300 GE. 250 GD/230 GE entfallen.

2000 entfallen die Puch-Modelle

1996: Der G 300 Turbodiesel (177 PS) ersetzt den G 350 TD, bessere Serienausstattung für alle 463er-Modelle. 1997: Elektrohydraulisches Verdeck für das  Cabrio. Baureihe 461 nur noch als 290 GD. 1998: G 500 V8 (296 PS) zusätzlich im 463er-Programm. Beim 461er jetzt 290 GD Turbodiesel (120 PS) statt 290 GD. 2000: Große Modellpflege beim 463: G 400 CDI (V8-Diesel, 250 PS) ersetzt G 300 TD. G 500 und G 320 bleiben im Programm. Neues Armaturenbrett, bessere Serienausstattung mit Navigationssystem, Klimaautomatik, Fahrlichtassistent. Die Puch-Modelle entfallen. 2001: Der G 270 CDI (163 PS) ergänzt die Baureihe 463. 2002: Die Baureihe 461 wird eingestellt. Die Baureihe 463 wird erstmals in den USA angeboten. 2003: Der G 55 AMG (5.5-V8-Benziner, 354 PS) kommt als Topmodell zusätzlich ins Programm. 2004: G 55 AMG jetzt mit Kompressor und 476 PS. Modellpflege:
Heizung, Türdichtungen, Fahrwerksabstimmung, Lenkgetriebe, Windowbags für langen Station.

2008 startet mit dem 507 PS starken G 55 AMG der stärkste G aller Zeiten

Ein Mercedes G kann klettern, schwimmen, fahren. Und fliegen. Wenn es ein 507 PS starker G 55 AMG ist.

Ein Mercedes G kann klettern, schwimmen, fahren. Und fliegen. Wenn es ein 507 PS starker G 55 AMG ist.

2006
: Der G 320 entfällt, der G 270 CDI und der G 400 CDI werden durch den G 320 CDI (V6-Diesel, 224 PS) ersetzt. Der G 500 bleibt unverändert, der G 55 AMG Kompressor hat jetzt 500 PS. 2007: Neue Instrumente, geänderte Rückleuchten, bessere Serienausstattung, neue Extras gegen Aufpreis wie Reifendruckkontrolle, Rückfahrkamera, Sportauspuff. 2008: Im G 500 ersetzt der 5,5-Liter-Vierventil-Motor mit 388 PS aus den anderen Mercedes-Baureihen den bisherigen Dreiventiler; G 55 AMG jetzt mit 507 PS. Neuer Kühlergrill mit drei breiten Lamellen für alle Modelle.
2009:
Mercedes stellt die beiden Sondermodelle Edition 30 auf Basis des G 500 und Edition 30 Pur auf Basis des G 280 CDI der Militär-Baureihe 461 vor.

Schluss mit G? Das kann noch lange dauern

Seit 2007 fährt auch Papst Benedikt wieder ein G-Modell. Sein G 500 wurde komplett weiß eingerichtet.

Seit 2007 fährt auch Papst Benedikt wieder ein G-Modell. Sein G 500 wurde komplett weiß eingerichtet.

Und wie geht es weiter? Jahrelang hieß es bei Mercedes , dass die G-Klasse im Jahr 2010 eingestellt werde. Doch inzwischen hat man sich in Stuttgart anders entschieden: Da die Militäraufträge aus aller Welt für die Baureihe 461 noch etliche Jahre weiterlaufen, wird die Baureihe 463 nächstes Jahr noch einmal verändert, damit sie die künftigen Fußgängerschutz-Richtlinien einhält. Und dann geht es munter weiter mit der Produktion – sodass einem weiteren runden Jubiläum der kantigen Kiste nichts im Wege stehen sollte.

Autor: Bernhard Weinbacher

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