30 Jahre VW T3 Bulli — 02.04.2009
Um die Ecke gedacht
Der Volkswagen-Bus T3, auch Bulli genannt, feiert 30. Geburtstag. Keiner war so vielseitig, so stabil, so zuverlässig. Auf der Oldtimer-Messe Techno Classica in Essen setzte VW dem kantigen Transporter ein Denkmal.
VW präsentiert den T3 auf der Oltimer-Messe Techno Classica in Essen
Meine erste prägende Begegnung hatte ich mit ihm bei der Bundeswehr Anfang der 90er. Zu einer Zeit, als er im Zivilleben schon nicht mehr in der ersten Reihe fuhr, setzte die Truppe noch voll auf ihn. Die Bundeswehr unterhielt einen unermesslichen Fuhrpark an T3, zumeist die rauhe Diesel-Version, und auf Langstreckenfahrten zum Übungsplatz rissen sich alle Kameraden darum – nicht im Bulli fahren zu müssen, denn zwei Stunden Vollgasfahrt waren fürs Gehör ungefähr so folgenschwer wie zwei Minuten MG-Salve. Dafür besaß er – im Gegensatz zu vielen anderen Bundeswehr-Einrichtungen – eine Heizung vom Feinsten. Auch die lief und lief, eben Zuverlässigkeit in bester Käfer-Manier. Obwohl kaum noch etwas an den Ur-Volkswagen erinnerte. Der spritschlürfende Heckboxer allerdings blieb bis zum Auslaufen der Baureihe im Jahr 1992 erhalten. Dann waren 1,3 Millionen T3 gebaut und ausgeliefert.Letzter VW mit traditionellem Heckmotor – in Flachbauweise konstruiert
Der T3 war der letzte Volkswagen mit traditionellem Heckmotor. Um keinen Platz für Ladung zu verschenken, war das Aggregat in Flachbauweise konstruiert, so dass eine durchgehende Ladefläche entstand. Im Vergleich zum Vorgänger T2 war die Motorabdeckung 165 mm niedriger. Dadurch wuchs die lichte Heckklappenöffnung um 75 Prozent. In ihren Leistungsdaten knüpften die beiden luftgekühlten Triebwerke mit 37 kW (50 PS) aus 1,6-Liter-Hubraum und 51 kW (70 PS) aus 2,0-Liter-Hubvolumen an das Zugkraftverhalten und die Bergsteigefähigkeit des Vorgängers an. Eigens für den Bus entwickelte Boxer-Motoren mit Wasserkühlung folgten. Ebenso ein Dieselmotor mit und ohne Turbolader. Doch damit nicht genug: Mitte der 80er Jahre kam der Allrad-Transporter, erstmals mit dem Namen Syncro.Der neue Volkswagen Transporter lief in einem breit angelegten Typenprogramm vom Band: als Kastenwagen, Kombi ohne Sitzeinrichtung und mit Bestuhlung, als Sieben-, Acht- und Neunsitzer Bus, als Bus in Luxusausführung, als Pritschenwagen, Großraumpritsche und als Doppelkabine. Auf der Grundlage dieses Modellfächers waren zahlreiche Sonder- und Spezialfahrzeuge im Angebot: Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen, Montagefahrzeuge, Thermo- und Kühlfahrzeuge, Verkaufswagen, Kipper und Fahrzeuge mit Hubeinrichtungen. Ausstattungen wie Caravelle, Multivan und California bereichern über die Bauzeit hinaus die Szene. Und so wird der Bulli uns wohl noch lange begleiten und in den Ohren dröhnen. Wenn der Rost ihn nicht holt.
Auf der Oldtimer-Messe Techno Classica in Essen war der T3 das Hauptthema auf dem Stand von Volkswagen Nutzfahrzeuge.
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