40 Jahre Mercedes S-Klasse

— 08.10.2012

Topmodelle in Bestform

Limousinen der Spitzenklasse führte das Haus Mercedes-Benz seit jeher, meist durch ein "S" gekennzeichnet. Aber erst 1972 prägten die Stuttgarter das Kürzel "S-Klasse" – seit 40 Jahren weltweit ein Begriff für Mercedes-Topmodelle.



In diesen Tagen feiert eine automobile Sonderklasse ihren 40. Geburtstag: Im Herbst 1972 erschienen die Mercedes-Limousinen der Baureihe W 116. Völlig neu waren dabei nicht nur die Autos selbst, auch der Begriff S-Klasse wurde mit ihnen eingeführt. Wie kam es dazu und was war vorher? Die Marke mit dem "guten Stern auf allen Straßen" hielt schließlich seit jeher Top-Modelle für die wirklich arrivierte Kundschaft bereit. Was den großen Mercedes-Modellen bei allem Luxus jedoch über Jahrzehnte fehlte, war eine gemeinsame Bezeichnung, die sie von den kleineren Typen abgrenzte.

Der W 116: Schlicht das beste Auto der Welt

1972: die erste S-Klasse, W 116. Ein Meilenstein in Technik und Sicherheit.

Ein Familienname nur für die Erwachsenen also. Das "S" war bereits lange vor 1972 des Öfteren Anhängsel der Typenbezeichnung großer Mercedes gewesen. So bei den großen Ponton- (220 S) und Heckflossen-Typen (220 SE, 300 SE) sowie bei der eigenständigen großen Reihe W 108/109 (280 S bis 300 SEL 6.3). Da bot es sich an, dieses Kürzel für "Sonderklasse" als festen Begriff "S-Klasse" zu etablieren. Für Gutsituierte, Prominente und Machthaber in aller Welt wurde die S-Klasse bald zum Synonym für den ganz großen Mercedes-Luxus. Für die Fachwelt etablierte sich der Begriff zur Messlatte für den jeweils neuesten Stand der Automobiltechnik. Bis heute dient die S-Klasse als Technologieträger, hier debütierten beispielsweise das elektronische ABS (1978) oder ESP (1995). Der enorme Erfolg der ersten S-Generation, der Reihe W 116 (280 S bis 450 SEL) trug viel zum Mythos S-Klasse bei: Die Wagen galten in Sachen Technik, Sicherheit, Komfort und Design als konkurrenzlos und boten durch ihre stattliche Erscheinung höchsten Prestigewert. Der 450 SE wurde 1973 "Auto des Jahres", das Power-Modell 450 SEL 6.9 feierte die Fachpresse als "bestes Auto der Welt". Noch heute beindruckt der W 116 als wuchtiges, opulent verchromtes Chefzimmer auf Rädern. Auch seine Fahreigenschaften überzeugen noch immer.

Neue Sachlichkeit: Der W 126 ab 1979

Zweite Runde: Der W zeitlose, elegante W 126.

Würdiger Nachfolger der Reihe 116 wurde die 1979 eingeführte und volle zwölf Jahre produzierte W 126-Familie. Nicht nur Youngtimer-Fans schätzen deren Typen 280 S bis 560 SEL bis heute als zeitlos-elegante Luxus-Reiselimousinen. Im Gegensatz zum selbstbewußten, ja feisten Auftritt des W 116 bestechen W 126-Mercedes durch ihre dezente, die schiere Größe reduzierende Gestalt. W 126er umgibt eine Aura vornehmer Zurückhaltung, die Souveränität mit Understatement paart. Zum exakten Gegenteil geriet die 1991 folgende Reihe W 140. Hier griffen die Stuttgarter nach der absoluten Perfektion – und verhoben sich dabei. Die W 140er S-Klasse (S 280 bis S 600) stellte zwar das automobile Nonplusultra dar, waren aber viel zu groß und schwer geraten. Dies führte sogar zu handfesten Nachteilen, beispielsweise erwiesen sich die monströsen 140er-Limousinen als zu gewaltig, um auf Autoreisezüge zu passen. Es hagelte Kritik und Spott. In der Rückschau passte der W 140 jedoch in seine Zeit, er spiegelt die Euphorie der frisch vereinigten Deutschen im Wirtschafts-Boom der frühen 1990er-Jahre wider. Nicht umsonst nennen ihn Klassiker-Fans heute auch "Helmut Kohl in Blech". Gewählt haben den Riesen übrigens über 400.000 Käufer.

S-Klasse Nummer Drei: Der W 140 – Helmut Kohl in Blech.

Ganz anders die Folgegeneration. Die neuen S-Klasse-Modelle hörten auf die Reihenbezeichnung W 220, ihre Modelle S 280 bis S 600 L begeisterten durch ein für ihre Größe erstaunlich schlankes, elegantes Design. Die Stuttgarter hatten den optimalen Mix aus Größe, Komfort, Repräsentationswirkung und Erscheinungsbild gefunden. Dafür gab es nun Qualitätsprobleme: Die neuen S-Modelle rosteten. Es war die Zeit des generellen Qualitätseinbruchs "beim Daimler", der das Unternehmen viele Stammkunden und noch mehr Geld kostete – Reparaturen wurden kulant gehandhabt. Es war, Zufall oder nicht, auch jene Zeit, als der Daimler-Benz-Konzern unter Jürgen Schrempp nach fremden Sternen griff und mit Chrysler fusionierte.

Mercedes-Benz 280 SE: Ein Treffen dreier Generationen

Heute ist das Jammertal längst vergessen. Seit 2005 verkauft sich die aktuelle Reihe W 221 weltweit besser als jede andere zuvor. Sie ist nicht nur die beste S-Klasse aller Zeiten, sondern auch die erfolgreichste Luxus-Limousine der Welt: Nach sieben Produktionsjahren sind weltweit über 500.000 Fahrzeuge unterwegs. Der Erbe, die S-Klasse W 222, wird ab 2013 also in große Fußstapfen treten. Aber es wird schon werden! Die Bildergalerie oben führt Sie durch 40 Jahre Mercedes-Benz S-Klasse!

Autor: Stefan Roßbach



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