40 Jahre VW-Porsche 914

— 18.05.2009

Mittel-Stürmer

Deutschlands erster serienmäßiger Mittelmotor-Sportwagen feiert jetzt seinen 40. Geburtstag! Die Präsentation des VW-Porsche 914 auf der IAA 1969 war das Ende einer dramatischen Entwicklungsgeschichte und der Beginn eines großen Erfolgs.
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Von Lars Busemann Die Geburt des kleinen Mittelmotorsportwagens von Porsche stand unter keinem guten Stern. Dabei fing alles zunächst ganz wunderbar an. Mitte der Sechziger Jahre war Volkswagen auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger für den in die Jahre gekommenen, nicht sehr erfolgreichen Karmann-Ghia Typ 34. Porsche hingegen hatte keinen Einstiegs-Sportwagen unterhalb des Porsche 911 im Programm, der Porsche 912 mit dem 90 PS starken Vierzylinder-Boxer aus dem 1965 eingestellten Porsche 356 wurde von den Kunden nicht im erhofften Maße angenommen. Ein neues Auto musste her.
Die Entwicklung des 914 wurde per Handschlag besiegelt
Die Versionen bis 8/1974 tragen schmucke Chromstoßstangen, danach kamen Kunststoff-Stoßfänger zum Einsatz.
Die Versionen bis 8/1974 tragen schmucke Chromstoßstangen, danach kamen Kunststoff-Stoßfänger zum Einsatz.
Der damalige VW-Vorstandsvorsitzende Heinrich Nordhoff und der Porsche-Geschäftsführer Ferry Porsche vereinbarten im Frühjahr 1966 per Handschlag eine Kooperation: Porsche erhielt von Volkswagen den Entwicklungsauftrag für einen preiswerten Mittelmotorsportwagen, der mit Vierzylindermotor als Volkswagen und mit Sechszylinder-Boxer als Porsche angeboten werden sollte. Die Entwicklung des Projektes ging zügig voran, doch 1968 gab es im VW-Vorstand einen unerwarteten Wechsel. Heinrich Nordhoff verstarb überraschend und Kurt Lotz übernahm den Vorsitz. Lotz akzeptierte den mündlich vereinbarten Vertrag nicht und wollte die alleinigen Vertriebsrechte für die Porsche-Auftragsentwicklung.
Das Projekt 914 stand auf der Kippe
VW und Porsche konnten sich anfangs nicht einigen, die Zukunft des 914 stand mehr als einmal auf der Kippe. Schließlich einigten sich die beiden Firmen in einem Kompromiss darauf, den Sportwagen "VW-Porsche" zu nennen und durch ein gemeinsames Vertriebsnetz auf den Markt zu bringen – die Geburtsstunde der "VW-Porsche-Vertriebsgesellschaft mbh". Auf der IAA 1969 feierte der VW-Porsche 914 dann seine Premiere als erster serienmäßiger Mittelmotorsportwagen Deutschlands. Die Bezeichnung "VW-Porsche" war jedoch nicht die glücklichste Wahl, denn die Edelschmiede aus Zuffenhausen wurde von nun an in Verbindung mit dem Massenhersteller VW gebracht. Bezeichnungen wie "Volks-Porsche" oder "Vo-Po" verunglimpften den Mittelmotor-Sportwagen.
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914/6: reizvoll, aber zu teuer
Besonders das Top-Modell, der VW-Porsche 914/6 mit dem zwei Liter großen  Sechszylinder-Boxer aus dem  911 T 2.0, fand kaum Akzeptenz bei der anspruchsvollen Kundschaft. Im Vergleich zu den Vierzylindern war er viel zu teuer (Grundpreis 914/6 im August 1969: 19.000 D-Mark, 914 1.7: 12.560 D-Mark), von dem 110 PS starken Mittelmotor-Renner wurden nur 3338 Stück hergestellt. Nach nur drei Jahren Bauzeit wurde er vom 914 2.0 mit Zwei-Liter-Vierzylinder (100 PS, Preis im August 1972: 14.400 D-Mark) abgelöst. Trotz ähnlicher Leistung konnte er nicht an den Reiz des unwiderstehlichen Sechszylinder-Boxers anknüpfen. Heute ist der 914/6 einer sehr gesuchtes Sammlerfahrzeug, Top-Exemplare kosten mittlerweile über 35.000 Euro (Stand April 2009).
Der 914 eroberte die Herzen der Sportwagen-Fahrer
Der exklusivste und stärkste Porsche 914: der nur zweimal gebaute 914-8 mit 300-PS-Rennmotor.
Der exklusivste und stärkste Porsche 914: der nur zweimal gebaute 914-8 mit 300-PS-Rennmotor.
Die preiswerteren VW-Porsche 914 mit Vierzylinder-Boxer wurden im gegensatz zum 914/6 zu einem großen Erfolg. Bis zum Produktionsende im Frühjahr 1976 wurden 115.631 Vierzylindermodelle des 914 produziert, der damit zum bestverkauften Sportwagen seiner Zeit avancierte. Die meisten 914 wurden in die USA exportiert, wo der 914 als reiner Porsche ohne den VW-Namenszusatz vermarktet wurde. Mittlerweile gilt der VW-Porsche 914 als Liebhaberauto, dem sich weltweit zahlreiche 914-Clubs verschrieben haben.
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