45 Jahre Ford Mustang

— 25.06.2009

Das Pony lebe hoch!

V8, Pferde-Logo, Chrom, Gänsehaut-Sound: Kaum ein Auto ließ in den letzten vier Jahrzehnten Männer-Herzen höher schlagen als der Ford Mustang. 2009 feiert die Musclecar-Ikone 45-jähriges Jubliäum. Wir zeigen die schönsten Bilder!

Der Ford Mustang ist in den USA ein Erfolgsmodell, für viele Auto-Fans der amerikanische Traum auf Rädern. Auch in Deutschland hat der extravagante Sportwagen eine große Fan-Gemeinde. Seit 45 Jahren wird das Pony Car nun gebaut – ein Produktionsstopp ist nicht abzusehen. Vor allem ab seiner Einführung am 17. April 1964 bis zur vierten Generation, die bis 1973 gebaut wurde, war der Mustang in Nordamerika ein Verkaufsschlager. Allein am ersten Tag wurden 22.000 Modelle verkauft, bis zum 31. Dezember 1964 fanden 263.434 neue Mustangs einen Käufer. Das Stufenheck-Coupé kostete 1964 rund 2400 Dollar, das Cabrio 2600 Dollar. Die Motorenpalette umfasste in den ersten zehn Jahren Reihensechszylinder- und V8-Triebwerke von 100 bis rund 400 PS (GT500KR/Mustang Boss 429). Der Sound – vor allem bei den fetten V8-Triebwerken – wurde schnell zum Markenzeichen des Mustang. Es gab unzählige Ausstattungs-Varianten, jedes Modelljahr bestach durch neue, raffinierte Details und schicke Design-Elemente.

Klicken Sie sich in der Bildergalerie durch 45 Jahre Mustang

Doch Mustang war nicht immer gleich Mustang. Vor allem in den 80er- und 90er Jahren haben die Designer und Ingenieure von Ford durch unzählige optische und technische Fehlgriffe das einst so heroische Image des Musclecar stark bröckeln lassen. Ein Mustang mit 2,3-Liter-Vierzylinderaggregat und 89 PS (1979), ein Mustang ohne sexy Rundungen, dafür mit brachialen Kanten (80er und frühe 90er Jahre), die gemeinsame Fox-Plattform mit dem Mercury Capri (Ender der 70er Jahre) – das war zu viel für leidenschaftliche Mustang-Jünger. Die einstige Stil-Ikone wurde zunehmend zum Brot-und-Butter-Fahrzeug und hatte seine Einzigartigkeit längst verloren. Ford wollte ein "Weltauto" – weg von wunderschönen Formen, hin zum Alltäglichen. Das gelang perfekt – leider!

2005er Modell ist die Renaissance des Ur-Mustangs

Alt trifft neu: Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum des Mustang präsentierte Ford 2004 sein Musclecar im lang ersehnten Retro-Look.

Alt trifft neu: Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum des Mustang präsentierte Ford 2004 sein Musclecar im lang ersehnten Retro-Look.

Der Befreiungsschlag aus der fast 30 Jahre andauernden Tristesse kam 2003 und war ein Segen für die noch immer große Fan-Gemeinde der frühen Mustangs: Auf der NAIAS 2003 in Detroit stellte Ford ein Concept Car vor, das eine einzigartige Brücke zum Ur-Mustang schlug. Die Ford-Designer studierten monatelang alle möglichen Unterlagen, Zeichnungen, Kataloge und Bücher, die es zu den Mustangs der 60er und 70er Jahre gab. Die Details, die ihnen am besten gefielen, sollten sich im neuen Mustang wiederfinden. "Es gibt mindestens acht Millionen Mustang-Fans, denen gegenüber wir mehr als früher in der Verantwortung stehen", erklärte Greg Hutting, Projektmanager bei Ford und Vater des 2005er Mustangs. "Die Nase des 67er/68er Serienmodells mit dem Haifischmaul, die Nüstern auf der Haube des 68er Shelby GT500..." – die Entwickler pickten sich die Stil-Rosinen raus und verpassten dem neuen Modell einen bildschönen Retro-Look.

Auch bei den Motoren machte Ford keine Kompromisse mehr, der "Neue-Alte" war bei seinem Markstart Ende 2004 ausschließlich mit sechs oder acht Zylindern zu haben. Natürlich gab es auch wieder den GT von Shelby und jede Menge hinreißend schöne Sondermdelle wie den Mustang Bullitt (2007) oder die Shelby-Miethengste GT-H und GT-H Cabrio. Auch der berühmte "King of the road", der GT500KR, wurde 2008 – 40 Jahre nach seiner Geburt – in einer Kleinserie wieder gebaut. Diese Retro-Strategie fahren die Ford-Verantwortlichen zur Freude vieler Liebhaber bis heute. Das aktuelle 2010er-Modell ist bereits auf dem Markt und kostet in den USA rund 21.000 Dollar, Importe gibt es in Deutschland knapp unter 30.000 Euro. Der motorisierte amerikanische Traum geht also weiter...
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Kommentare zum Artikel (12)

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gl1500se
30.06.2009, 19:30Uhr

... also ich würde den optischen Aufschwung mit der Einführung der SN95-Serie ab 1994 sehen (30th Anniversary), der Facelift ab 1999 (35th Anniversary) hat ja nur ein paar Kleinigkeiten "moderner" gemacht...

siehe auch : www.dr-mustang.com
www.mustangs.at

und viele andere Blogs, Foren und Infoseiten

Turnvater Jahn
29.06.2009, 20:50Uhr

Schon mal auf einem der unzähligen deutschen Mustang-Blogs gestöbert, verehrter Herr Fechtel? ;-) Die Deutschen lieben dieses Auto!!! Und zwar die Modelle von 64 bis 73 und ab 2005. Das ist Fakt. Aber ich gönne Ihnen Ihre Liebe zu den 80- und 90er Modellen von ganzem Herzen!

Ingo Fechtel
29.06.2009, 18:41Uhr

Lieber Tunrvater :)

Ich glaube nicht dass die deutsche Leserschaft - in die ich mich uebrigens einschliesse - ueberhaupt so etwas wie ein Verhaeltnis zum Mustang hat. Und dass die von mir angefuehrten Modelle nicht wirklich beruecksichtigt werden liegt wohl eher am komplizierten Import als am mangelnden Interesse.

Turnvater Jahn
29.06.2009, 17:16Uhr

Sorry Herr Fechtel, aber der Artikel richtet sich vorwiegend an Leser aus dem deutschsprachigen Raum und nicht an die US-Leserschaft. Und hierzulande spielen die Fox-Bodies bei den Mustang-Fans eine eher untergeordnete Rolle. Das hat mit schlechter Recherche nichta zu tun. Sonst hätte man ein Buch schreiben müssen. Aber mit Ihren Beiträgen sind ja nun alle Lücken geschlossen. Vielen Dank – wie wunderbar! :-)

Ingo Fechtel
29.06.2009, 13:02Uhr

Der GT hatte noch ein zwei Sondermodelle, wie den Bullit und den Mach1. Der Bullit hatte einen modifizierten GT Motor mit 265PS, der Mach1 einen Vierventiler mit einer angeblichen Leistung um die 310PS. Meistens hatten die aber auch mehr.

Das als kleine Ergaenzung der Geschichte fuer die Zwischenjahre. Natuerlich gibt es da noch viel mehr zu erzaehlen.... Details ueber die Cobra R's, 4-th anniversary Mustang und so weiter. Aber mal als kleiner Einwurf :)

Zweitens ist der 2010 auf dem letzten Bild hoechtens ein 2009.

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