50 Jahre Durchstich am Montblanc

50 Jahre Durchstich am Montblanc

— 15.08.2012

Jahrhundertbauwerk und Todestunnel

Der Montblanc-Tunnel war lange eines der beeindruckendsten Bauwerke
der Welt, aber auch Schauplatz für eine schrecklichsten Katastrophen der
Verkehrsgeschichte. 1962 wurde er durchstoßen.

(dpa) Ein Auto, ein paar Dutzend Euro und 15 Minuten Zeit – mehr braucht es heutzutage nicht, um von der einen Seite des höchsten Alpenmassivs auf die andere zu kommen. Möglich macht es der 11,6 Kilometer lange Montblanc-Tunnel. Vor genau 50 Jahren wurden für die Verbindungsröhre die letzten Meter Fels weggesprengt. Rund 3000 Meter unter den mächtigsten Bergspitzen Europas trafen Arbeiter aus Italien und Frankreich aufeinander und feierten den Durchbruch für den damals längsten Straßentunnel der Welt. Sie konnten nicht wissen, dass ihr gigantisches Bauwerk auch viel Leid bringen würde.

Drei Jahre nach dem Durchstich wurde der Montblanc-Tunnel eröffnet.

Nach seiner Eröffnung rund drei Jahre nach dem Durchstich am 14. August 1962 galt der Montblanc-Tunnel aber erst einmal jahrelang als große Attraktion. Die Röhre zwischen Chamonix auf der französischen und dem Aosta-Tal auf der italienischen Seite war nicht nur die bislang größte ihrer Art. Sie verkürzte auch um Dutzende Kilometer die Fahrtstrecke und die Reisezeit zwischen Städten wie Genf und Mailand. Statt Serpentinen und großer Höhenunterschiede gibt es im Berg gerade einmal 2,5 Prozent Steigung zu bewältigen. 2011 passierten im Schnitt 3409 Autos und Motorräder pro Tag den Tunnel. Hinzu kamen 44 Busse und 1660 Lastwagen - bei einer Fahrtzeit von lediglich einer Viertelstunde. Anfang des vergangenen Jahrhunderts mussten noch drei Tage eingeplant werden, um das Montblanc-Massiv zu überqueren.

Bilder: Sicher durch einen Tunnel

Bilder: Sicher durch einen Tunnel Bilder: Sicher durch einen Tunnel Bilder: Sicher durch einen Tunnel

In den in ersten Jahren nach seiner Eröffnung galt der Montblanc-Tunnel als große Attraktion.

Der Tunnel erlebte allerdings auch düstere Zeiten. Bereits während der Bauarbeiten verloren bei Unfällen rund zwei Dutzend Menschen ihr Leben. 1999 wurde die Röhre Schauplatz einer der verheerendsten Tunnelkatastrophen. Ein mit Mehl und Margarine beladener Lastwagen ging wegen eines technischen Defekts in Flammen auf, das Feuer griff auf andere Fahrzeuge über. In dem Inferno starben 39 Menschen, zahlreiche wurden verletzt. Das Unglück legte den Tunnel rund drei Jahre komplett lahm und löste weltweit eine Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen aus. Sogar eine EU-Richtlinie war die Folge. Heute erinnert nur noch ein steinernes Mahnmal in der Nähe des Tunneleingangs an die Katastrophe. Den Titel längster Straßentunnel der Welt trägt mittlerweile der Laerdal-Tunnel in Norwegen. Das 24,5 Kilometer lange Bauwerk wurde 2000 eröffnet.

Lesen Sie auch: Verhaltenstipps bei Tunnelangst

Deutschlands Tunnel-Test

ADAC macht den Sicherheits-Check


Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.