50 Jahre Corolla: Die Geschichte des Millionenautos

50 Jahre Toyota Corolla: Fall eines Weltmeisters

— 24.03.2017

Vom Nippon-Liebling zum Flop

Der Toyota Corolla avancierte in fünf Jahrzehnten zum erfolgreichsten Auto der Welt. In Deutschland ist er heute Mauerblümchen. Warum bloß? Ein Blick auf den Millionenseller.

Video: 50 Jahre Toyota Corolla

Der Corolla wird 50!

Vor 50 Jahren startet der Toyota Corolla seinen Siegeszug rund um die Welt, heute ist der weltweite Verkaufsweltmeister in Deutschland kaum mehr vertreten. Dabei hatte der Millionenseller in den 90er-Jahren auch hierzulande eine starke Phase. In den 60er-Jahren ist Toyota noch ein exotischer Autobauer aus Nippon, als die Japaner mit dem Corolla ein Auto nach Vorbild von VW Käfer und Opel Kadett formen. Ende 1966 läuft im japanischen Takaoka der erste Corolla als Volksauto vom Band. Seitdem werden mehr als 44 Millionen Stück gebaut, über zehn Millionen Autos mehr als vom VW Golf. Elf Generationen des Corolla werden gebaut. Das Modell findet Absatz in fast 150 Ländern.

Bildergalerie

Bilder: Toyota Corolla im Gebrauchtwagentest Bilder: Toyota Corolla im Gebrauchtwagentest Bilder: Toyota Corolla im Gebrauchtwagentest

Als Nippon-Klassiker ein Hingucker

1975: Der Kombi Bis 1979 wird die dritte Generation als über vier Meter langer Kombi angeboten. Preis: 9490 Mark.

Und hier und heute? Während sich Toyota mit Elektro- und Plug-in-Hybridversion fit für die Zukunft macht, versinkt der gute alte Corolla mit seiner aktuellen Ein-Motor-Strategie (es gibt hierzulande nur einen 1,6-Liter-Benziner mit 132 PS) in der Bedeutungslosigkeit. 2016 werden in Deutschland gerade mal 358 Corolla neu zugelassen, in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres ganze 36 Stück. Wie konnte das passieren? Eine Lösung bietet Markus Volz an: "Es wird einfach zu wenig Werbung für den Corolla gemacht“, sagt der Gebrauchtwagenhändler, als er seinen klassischen Toypta Corolla von 1975 58-PS-Kleinwagen vorsichtig durchs Bergische Land lenkt. Volz ist mit Toyota-Modellen groß geworden. Heute, mit 52, besitzt er 14 Stück. Den Corolla 1200, Baujahr 1975 aus der dritten Baureihe, kaufte er vor zehn Jahren in Holland für 3000 Euro.

Gebrauchtwagensuche: Toyota Corolla

Teure Werbung blieb ohne Erfolg

Echter Corolla-Fan: Markus Volz wuchs mit Toyota-Modellen auf, besitzt 14 Stück.

Der Abstieg hierzulande begann Ende der 90er-Jahre. Noch 1995 warb der Fernsehkasper Wigald Boning in aus heutiger Sicht eher peinlichen Spots für den Corolla. Das war unmööööglich, Toyota. Trotzdem feierten die Japaner im selben Jahr den 500.000. in Deutschland verkauften Corolla. Doch schon damals ging es mit dem "König der Kompakten" (so Toyota) bergab. Und als dann 2006 der Auris den Corolla als chancenloser Golf-Gegner ablöste, pflasterte Toyota deutsche Straßen mit Werbung und versenkte dabei Millionen.

Wer erfuhr von der Rückkehr des Corolla?

Der Auris sollte gegen den Golf antreten, ist aber bis heute alles andere als ein Bestseller.

Nun ist der Corolla seit 2014 zurück, doch wer weiß es schon? Als er nach jahrelanger Pause als Stufenhecklimousine zurückkehrte, war das Toyota nicht mal eine Pressemitteilung wert. Vielleicht schämte man sich, weil der Hybrid-Weltmeister seinem Verkaufsweltmeister keinen modernen halbelektrischen Antrieb verpasst hat. Wie soll der Wagen ohne Hybridantrieb und eigenständiges Design bestehen? Die Gegenwart von Toyota heißt seit Jahren Prius; die Zukunft Mirai mit Brennstoffzelle sowie all jene Elektromodelle, die gerade in Japan entwickelt werden. Was am Ende bleibt, sind wohl die Corolla-Modelle, wie Markus Volz sie besitzt und stolz fährt. Klassiker mit viel Chrom und noch mehr Patina am Deluxe-Schriftzug. Autos, die irgendwann die Geschichte erzählen werden vom einstigen Verkaufsweltmeister. Von seinem Aufstieg – und von seinem Fall.

50 Jahre Corolla: Der Fall des Millionenautos

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