Alfa 75 2.0

Alfa 75 2.0 im Test

— 24.01.2011

Dieser Alfa macht Sportlern Spaß

AUTO BILD-Archiv-Artikel 21/1986: Alfa Romeos sportliches Image hat in letzter arg Zeit gelitten. Das soll jetzt der Alfa 75 2.0 ändern. Gerade rechtzeitig zum 75. Geburtstag der italienischen Autoschmiede.

"Oh, bella macchina", schwärmt Bernardo Occhipinti (41), als wir mit dem dunkelblauen Alfa Romeo 75 2.0 vor seine Pizzeria in Hamburg rollen. Sofort verlässt der Koch seine Nudeltöpfe und stürmt zum AUTO BILD-Testwagen. "So ein rassiges Auto möchte ich gerne einmal fahren", bittet er. Kein Problem, noch dazu wo Bernardo Geburtstag hat. Er steckt den Schlüssel ins Türschloss – dreht. Plopp! "Ah, Zentralverriegelung" , bemerkt der Italiener sofort. Und noch ein anderes Detail fällt ihm auf. "Es gibt nur noch einen Schlüssel für Türen und Zündschloss. Früher hatten doch die Alfa immer zwei Schlüssel." Umständliches Suchen nach dem richtigen Exemplar fällt flach. Im Innenraum fühlt sich Bernardo auf Anhieb wohl.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Bequeme Sitze, ein höhenverstellbares Lederlenkrad – da finden große und kleine Fahrer schnell eine passende Sitzposition. Die kleinen Rundinstrumente (Tacho, Drehzahlmesser, Öldruck, Motortemperatur und Benzinuhr) liegen im Blickfeld, fast alle Schalter sind in Griffnähe. Ausnahme: die Knöpfe für die elektrischen Fensterheber. Sie sind im Dach über dem Rückspiegel. Das Radio ist so tief in der Mittelkonsole platziert, dass Bernardo sich erst ehrwürdig verbeugen muss, um flotte Musik zu hören. Und der Choke ist unter der Lenksäule versteckt. Ein Dreh, und der 128 PS starke Reihen-Vierzylinder geht dumpf brabbelnd an die Arbeit. "Das ist ein Sound", jubelt Bernardo.

Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK

Bei jeder Gaspedalstellung ändert er die Tonlage: Mal schnorchelt er bei hohen Drehzahlen, dann röhrt er wieder sportlich aus dem Auspuff. Auf geht's. Erster Gang, zweiter Gang, fünfter Gang! "Jetzt habe ich mich verschaltet", entschuldigt sich Bernardo. Kein Wunder, Die Schaltung beim Alfa 75 ist schwergängig, hakelt wie bei seinem Vorgänger, der Giulietta. Grund: Die Transaxle-Bauweise. Das Getriebe ist hier für eine bessere Gewichtsverteilung vor der Hinterachse platziert. Das Schaltgestänge ist lang, muss umständlich nach hinten geführt werden. Zum Glück braucht Bernardo nur selten nach dem Schalthebel zu greifen.

194 km/h: Mille Grazie!

Die Alfa-Maschine dreht ab 1500/min ohne Ruckeln bis 6900/min hoch. Dann setzt der Drehzahlbegrenzer der Orgie ein Ende. Die Fahrleistungen können sich sehen lassen. Der Spurt auf 100 km/h ist nach 9,5 Sekunden erreicht. Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h. Den meisten Spaß hat der Pizza-Bäcker mit dem Milano auf der Landstraße. Neutral umrundet der Alfa Biegungen aller Art. Erst in sehr schnell gefahrenen Kurven schiebt er sanft mit dem Heck nach außen. Dieses gutmütige Fahrverhalten ist ein Verdienst der Transaxle-Bauweise. Im Fahrkomfort müssen allerdings Abstriche gemacht werden. Die straffe Federung gibt kurze Bodenwellen (Kopfsteinpflaster) nahezu ungefiltert an die Gesäße der Insassen weiter.

Alles lesen: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Autor: Andreas Borchmann

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.