Alfa Romeo wird 100
— 24.03.2010
Evviva Alfa Romeo!
Seit 1910 baut Alfa Romeo Autos, die das Herz höher schlagen lassen – aber manchmal auch das Blut zum Kochen bringen. autobild.de zeigt die größten Meilensteine der wohl emotionalsten Automarke der Welt.
Alfa Romeo – das klingt nach Leidenschaft, Sehnsucht, Temperament und nach vollendeter Schönheit. Seit 100 Jahren begeistern die automobilen Kunstwerke aus Mailand mit charismatischen Formen, agiler Fahrdynamik und ihrem "Cuore Sportivo", dem sportlichen Herz. Es schlägt unter der Haube jedes
Alfa Romeo, meistens mit doppelter Nockenwelle. Die potenten Bialbero-Motoren (Italienisch für Doppelnockenwelle) gelten als Delikatesse und prägten den Charakter einer Marke, um die es nicht immer rosig stand. Am 24. Juni 1910 wird die Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili ("Lombardische Automobilfabrik AG") gegründet, kurz A.L.F.A. 1915 stieg der später namensgebende Ingenieur Nicola Romeo ein. Zu diesem Zeitpunkt war A.L.F.A. bereits pleite. Die italienische Regierung hilft mit einer kräftigen Finanzspritze und verdonnert A.L.F.A. zur Rüstungsproduktion.
Alle News und Tests zu Alfa Romeo
Der erste A.L.F.A.: 1910 kommt der 24 HP, der vom Start weg Anschluss an die Top-Liga des Automobilsbaus findet.
Erst 1919 kommt die Automobilproduktion wieder in Gang, 1920 wird aus A.L.F.A. die Firma Alfa Romeo. In den goldenen 20er-Jahren fährt Alfa Romeo im Motorsport ganz nach vorn. Auf einem Alfa P2 gewinnt Graf Gastone Brilli-Peri 1925 die erste Automobil-Markenweltmeisterschaft. Der P2 ist der Konkurrenz mit seinem knapp zwei Liter großen Reihenachtzylinder überlegen.
Enzo Ferrari war Rennleiter, Tazio Nuvolari oder Rudolf Caracciola fuhren von Sieg zu Sieg. Motorsport-Erfolge sind wichtig, weiß Alfa: Nichts macht eine Marke begehrter. Die hinreißendsten Traumautos wie der
8C 2900 verlassen die Alfa-Werkshallen in Portello, als das Unternehmen 1935 verstaatlicht wird.
Bis in die 50er-Jahre steht Alfa Romeo für exquisite Manufakturarbeit: ein paar teure, schnelle Autos für reiche Kunden. 1950 wird ein Alfa Romeo erreichbarer. Das Modell 1900 Berlina kommt, der erste Alfa mit selbsttragender Karosserie. Und der erste Alfa, der am Fließband produziert wird. Mit 80 PS ist er überaus potent, doch ein Vierzylinder muss genügen. Der Trost: Zwei oben liegende Nockenwellen besitzt auch der 1900er. Sportliche Limousinen wie die ab 1962 im neuen Werk in Arese produzierte
Giulia und zahllose Siege im Tourenwagensport prägen bei Alfa Romeo die 60er-Jahre.
Das Alfasud-Desaster
In den 70er-Jahren nagte der Rost am Alfa-Blech und am bislang glanzvollen Image des ruhmreichen Autobauers. In Pomigliano d'Arco bei Neapel entstand ein neues Produktionswerk für den innovativen, brillant konstruierten
Alfasud. Der kompakte und für 7990 Mark auch preiswerte Gigolo fuhr, wie er aussah: handlich, sportlich, elegant. Sein Problem: Man konnte ihm beim Rosten zusehen. Nicht wenige
Alfasud rosteten schon, bevor sie auf den Händler-Hof rollten. Andere widerstanden der Seuche ein wenig länger, nur wenige waren halbwegs immun. Schuld am Rost-Dilemma hatte nicht der Konstrukteur, sondern die Politik. Genauer: die Gewerkschaften. Winzige Anlässe genügten ihnen, um die Produktion im modernsten Automobilwerk Europas für Wochen lahmzulegen. Statistiker zählten 700 Streiks in 13 Jahren. Ganze Rudel von Rohkarossen standen dann unlackiert unter dem nicht immer blauen Himmel Italiens und holten sich den Virus, der irgendwann durchbrach – und die Alfasud-Besitzer an den Rand der Verzweiflung brachte.
1987 übernimmt Fiat Alfa Romeo
Ein Toyota Corolla? Ein Mazda 323? Oder ein Mitsubishi Colt? Nein, ein Alfa! Ein Arna. Der größte Flop von Alfa Romeo.
Dabei ruhte die ganze Hoffnung des angeschlagenen Staatskonzerns auf dem Alfasud. Der Staat ist kein guter Unternehmer? Stimmt. Trotz vieler begeisternder Alfa-Modelle liegt über Jahrzehnte manches im Argen. Der Alfa 6 lässt sich nur den Carabinieri verkaufen, der Alfa Arna mit Karosserie vom
Nissan Cherry ist für Alfisti der traurigste Moment der Firmengeschichte und für Alfa Romeo der größte Flop aller Zeiten. 1987 wird Alfa nach 52 Jahren wieder privat, und der neue Eigner Fiat verspricht, alles besser zu machen. Doch die Fans sind besorgt, dass Alfa glatt gebügelt wird. Nachvollziehbar, denn die Übernahme von Fiat-Frontantrieb, -Plattformen und -Motoren gilt als sicher. 1987 kommt ein neuer Alfa – mit Frontantrieb. Doch der 164 geht seinen eigenen Weg, ist sportlicher als seine Plattform-Brüder Fiat
Croma,
Lancia Thema und
Saab 9000. Der 164 kommt an, hat es jedoch schwer gegen
E-Klasse und
5er.
Der 156 rettet Alfa Romeo
Das emotionale Design trifft den Nerv der Zeit, der 156 rettet Alfa Romeo.
Ende der 90er-Jahre atmet Alfa zwar noch. Aber nur schwach. Dann kommt der 156 und setzt zum Überholen an: Sein Design trifft den Nerv der Zeit. Für sein emotionales Design Walter de'Silva verantwortlich. Dass Alfa nach wie vor Traumautos bauen kann, zeigt der
8C Competizione absolut überzeugend. 2007 wirkt er wie ein Weckruf für die Marke. Hinter dem Design steckt Wolfgang Egger, damals Chef des Centro Stile Alfa Romeo in Arese. Heute ist Egger bei
Audi – und Prestige-Projekte wie der 8C Competizione sind für Alfa nicht mehr machbar.
Kommentare zum Artikel (20)
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Nun, wenn man Alfa vorwerfen möchte, eine Marke innerhalb eines großen Konzerns zu sein, bitte. Welche Automarke hat sich denn bis heute ihre Unabhängigkeit bewahrt? Nach der Logik ist Audi auch nichts weiter als eine 1965 künstlich wiederbelebte Marke mit DKW- und später VW-Teilen. Bei GM nichts anderes, in jedem Cadillac stecken unzählige Chevy-Teile usw. Okay, die GM-Motoren im 159 hauen mich auch nicht wirklich vom Hocker, doch ich glaube an die Marke, das Design ist allererste Güte, die Qualität hat sich verbessert. Viva Alfa Romeo!
ach ja der 8c. nur erklär mir doch, was am 8c alfa romeo ist? nur weil fiat ein auto mit masserati bzw. ferrari technik springen lässt um werbung für alfa zu machen, heißt das noch lange nichts. wo sind den die ganzen alfawerke hin? alles verfault! seit den 80er jahren gibt es die marke für mich nicht mehr. wer die heutigen alfas mit dem alfa mhytos von früher vergleicht, lügt sich doch selber in die tasche. alfa ist ein marketing gag von fiat und mehr nicht.lancia ebenfalls
Sehr schön des Alfa Gesichte. Aber Ich habe nicht das Alfa Brasilianen modele gefunden, Alfa 2300 Ti, Alfa JK und weiter.
Aha, Alfa Romeo gibt es also heute nicht mehr, schon klar. Und was ist bitte die Alfa Romeo Automobiles S.p.A (Aktiengesellschaft) in Turin? Alfa Romeo hat seit dem Durchhänger in den 80er Jahren zu beeindruckender Form zurückgefunden. Der 8C ist ein Traum, rassig, sexy, scharf und mit bissigem V8. Ich glaube fest an die nächsten 100 Jahre dieser traditionsreichen Marke, und damit stehe ich nicht allein da. Danke für diesen Artikel. Lasst die Doppelnocker auf ewig röhren!
wie kann alfa 100. geburtstag feiern,wenn es alfa romeo so garnicht mehr gibt.naja der marketingabteilung von fiat kann es recht sein. was ist denn heute alfa.das unternehmen gibt es nicht mehr.an den autos ist nichts mehr alfa, sondern fiat und gm.aufgeblasene 4zylinder als topmotorisierung und vorderradantrieb und dann von emotionalen autos sprechen!? alfa ist ein mythos und hat eine gloreiche vergangenheit, aber alfa ist tot und echte alfisti wissen das.