Alte Fiat

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Alte Fiat

— 20.11.2003

Wo sind sie geblieben?

Redakteur Diether Rodatz (60) sucht verzweifelt die Autos seiner Jugend.

Was habe ich sie als Junge geliebt: 500, 600, 770, 850, 900, 1100, 1200, 1300, 1400, 1500, 1600, 1800, 1900, 2100 und 2300 – in jeder Hubraumklasse hatte Fiat Autos parat. Das war in den Jahren, als man Autos noch am Aussehen erkannte. Im Fiat 1400 meines Opas stand ich als Knirps vorn rechts am Haltegriff und rief: "Opa, schneller!" Meine Oma fuhr deshalb äußerst ungern mit uns mit. Mein erstes Auto anno 61 war natürlich ein Fiat. Ein damals siebenjähriger, schon leicht rostperforierter 500 C, bei dem ich während der Fahrt das linke Vorderrad sehen konnte.

Eine Fußmatte half über den Dorf-TÜV

Fußmatte drüber, der Dorf-TÜV hatte damals noch keine Grube. Mein Freund Holger fuhr schon den neuen, luftgekühlten 500 und Freund Helmuth, der Angeber, einen 1200 Granluce. Der raste mit 52 PS schon 140 Sachen und hatte wohl deshalb in Lenkradmitte sogar einen Lichthupen-Knopf. Die Stärke von Fiat hieß in den Wirtschaftswunderjahren: bessere Ausstattung und mehr Leistung zu meist etwas niedrigeren Preisen. Mein zweiter Wagen war deshalb ein 600er, in einem 1300er fuhr ich später mal stolz zum Standesamt.

O.S.C.A. – Traum ohne Erfüllung

Als Twen hat man noch Träume. Meiner hieß 1500 O.S.C.A. Maserati. Das war eine 90-PSMaschine in der Karosse des 1959 vorgestellten, todschicken 1200 Cabriolet. Mit 175 Spitze gehörte dem 1500 die linke Spur – wenn nicht das elegante 2300 S Coupé des Weges kam. Das schaffte mit 136 PS sagenhafte 190 km/h.

Übrigens: Der Traum ging natürlich nie in Erfüllung. Und heute? Ich glotze, wenn ich mal einen Fiat 124 sehe. Meist ist’s dann aber doch ein langlebiger Lada. Die Youngtimer mit den Nummern 124, 125, 127, 128, 130, 131, 132 (Ausnahme 126) scheinen ebenso ausgestorben wie die älteren Modelle mit dem Hubraum als Typenbezeichnung.

Werner Gotzian vom Fiat Raritätenclub (Tel. 02 34-23 03 01, Fax 23 03 27, www.Fiatclub.de): "Auf Treffen sieht man die, die noch nicht der Rost geholt hat. Es sind verdammt wenige." Dafür kümmert sich eine kleine Fangemeinde umso liebevoller um die Garagenfunde, die es immer noch gibt. Und zum Teilesuchen nach Italien zu fahren ist ja auch nicht die langweiligste Beschäftigung.

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