Audi 100 CS quattro

Audi 100 CS Quattro: Test

— 21.02.2011

Mit Sicherheit sehr teuer

AUTO BILD Archiv-Artikel 11/1987: 50 Tausender für einen Audi 100 mit ABS und Allradantrieb? AUTO BILD prüfte, ob der Audi 100 CS Quattro sein Geld wert ist.

Audis Fünfzylinder war schon immer ein schönes Stück Technik. Anfänglich durch seine ungerade Zylinderzahl etwas rau, ist er inzwischen erstaunlich kultiviert. Seine seidenweiche, fast turbinenartige Leistungsentfaltung hat längst auch Zweifler überzeugt, die bisher eher nach sechs anstatt nach fünf Zylindern ge­schielt haben. Bei Audi dachte man: Nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser werden könnte. Deshalb wurde dem Fünfzylinder ein größerer Hubraum spendiert, der kräftig­ste Fünfzylinder hat jetzt 2309 ccm, 83 ccm mehr als bisher. Sinn der Übung: Den zu erwartenden Leistungsverlust einer Kata­lysator-Version nicht zu drastisch geraten zu lassen.

Das Original: Der Artikel von 1987 zum kostenlosen Download

Und in der Tat hält sich die Differenz in Grenzen: Ganze zwei PS weni­ger als sein schadstoffreicher Vorgänger, nämlich 136 PS, leistet der umweltschonende Motor, der auch sonst nichts von seinen Qualitäten eingebüßt hat. Schon aus dem Drehzahl-Keller kommt genug Kraft, um den Audi schaltfaul bewegen zu können – und wer gerne im Getriebe rührt, kommt schon sehr zügig voran. In 9,8 Sekunden spurtete unser Test­exemplar aus dem Stand auf die 100-km/h­-Marke, während die Höchstgeschwindigkeit mit 202 km/h schon jenseits der prestigeträchtigen Tempo-Schwelle lag. Dabei ist der Durst des neuen Triebwerks durchaus akzeptabel.

Überblick: Hier geht's zu AUTO BILD Klassik

Auf der AUTO BILD-Verbrauchsstrecke schluckte der immer­hin 1330 Kilo schwere Audi 12,7 Liter pro 100 Kilometer – und wer die 15-Liter-Marke überschreiten will, muss schon gnadenlos Gas geben. In Anbetracht so verbrauchs­fördernder Zutaten wie Allradantrieb und Katalysator kann man da nicht meckern. Auch das Fahrverhalten der sportlichen CS-Version – die Fahrwerksabstimmung entspricht der des großen Bruders namens 200 quattro – bietet nach wie vor keinen Anlass zu Kritik. Mit Reifen der Dimension 205/60 HR 15 auf breiten Sohlen laufend, zieht der Audi bei hohem Autobahntempo ebenso problemlos und spurtreu seine Bahn wie auf zügig durchmessenen Land­straßen, auf denen allenfalls die etwas zu indirekt übersetzte, serienmäßige Servo­lenkung den Fahrspaß ein wenig trübt.

Sanfter Luxus

Darüber kann auch das – in der CS-Version ebenfalls serienmäßige – Lederlenkrad kaum hinwegtrösten. In Sachen Komfort gibt es ebenfalls kaum etwas zu beanstanden. Die Fede­rung stellt einen guten Kompromiss aus sportlicher Härte und luxuriöser Sanftheit dar – und im Innenraum ist eigentlich alles vorhanden, was man zur angenehmen Fortbewegung benötigt. Die Sportsitze sind sowohl vorn wie hinten gut geformt und ge­rade so straff gepolstert, dass auch auf langen Strecken weder Kreuz noch Schul­tern erlahmen. Im serienmäßigen Lieferum­fang ist eine Höhenverstellung des Fahrer­sitzes ebenso enthalten wie die Zentralver­riegelung oder die hochnobel anmutenden Velours-Sitzbezüge.

ABS über 3000 Mark

Nicht serienmäßig dagegen war in unse­rem Testwagen das Anti-Blockier-System, für das Audi zusätzliche 3075 Mark auf die Rechnung schreibt. Dass es die wert ist, dar­an herrscht kein Zweifel – doch hin und wieder machte es sich auch störend be­merkbar. Dann nämlich, wenn es in Aktion trat: Das elektronische Steuergerät gab dabei stets Geräusche von sich, als würde im Fußraum eine Konservendose mit Kie­selsteinen geschüttelt – was zartbesaitete Mitfahrer fast schon den Verlust eines Rades oder sonstiger wichtiger Bauteile befürchten ließ. Doch das konnte den höchst positiven Gesamteindruck nicht trüben.

50.000 Mark teuer und wert

Selbst mit Sommerreifen war der Audi 100 CS quattro auch unter höchst winterlichen Straßenbedingungen problemlos und sicher zu bewegen – mit einem Fahrkomfort, der kaum Wünsche offen ließ. Doch Sicherheit und Komfort haben auch in Ingolstadt ihren Preis, der sich im Fall unseres Testwagens schon bedrohlich der 50.000-Mark-Schwelle näherte. Das ist gewiss kein Sonderangebot, doch ein reeller Gegen­wert für ein ziemlich perfektes Auto.

Alles lesen: Der Artikel von 1987 zum kostenlosen Download

Autor: Hermann J. Müller

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.