Audi 90 Turbo-Diesel Mercedes 190 D

Audi 90 gegen Mercedes 190

— 12.01.2011

Auf dem Sprung

AUTO BILD-Archiv-Artikel 14/1986: Noch ist der Mercedes 190 D Publikumsliebling in der Diesel-Mittelklasse. Aber wie lange noch? Denn jetzt schickt Audi den neuen 90 Turbo-Diesel ins Rennen.

Die erste Runde: Die neue Dieselversion des Audi 90 ist dank Turbolader besser austrainiert. Er ist reaktionsschnell und flink. Die ersten beiden Gnge sind kurz bersetzt. Das lsst ihn dem Mercedes 190 D vor allem im Stadtverkehr davonspurten. Die Messuhren besttigen das. In 14,4 Sekunden erreicht der 70 PS starke Ingolstdter aus dem Stand die 100er-Marke. Der Untertrkheimer fllt ganze vier Sekunden zurck, obwohl er zwei PS mehr hat. Ein Tribut an die 120 Kilo Mehrgewicht. Der Daimler bringt satte 1140 Kilo auf die Waage. Auf der Autobahn liegen beide gleichauf. Bei 163 km/h sind ihre Kraftreserven erschpft.

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Wobei der Audi im Schnitt einen halben Liter Diesel mehr verbraucht. Pro 100 Kilometer genehmigte er sich 7,9 Liter. Immer noch ein guter Wert fr diese Klasse. Den Spitzenwert fr Fahrkomfort heimst der Mercedes ein. Sein Vierzylinder-Dieseltriebwerk ist rundum vorbildlich schallgedmmt. Lediglich sanfte Vibrationen im Wageninneren melden dem Piloten, dass ein Selbstznder sein Werk verrichtet. Der Audi ist da unverblmter. Besonders in der Warmlaufphase nagelt sein Vierzylinder-Motor unberhrbar. Auf kurvenreichen Landstraen hat der Ingolstdter die Nase vorn, verzeiht Fahrfehler leichter, wenn es dann doch mal zu schnell in die Kurve geht.

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Einmal kurz den Fu vom Gas, schon liegt der Fronttriebler wieder sicher in der Spur. Beim heckgetriebenen Daimler wei man hingegen vorher nie, wohin er in Krisensituationen ausschlgt. Mal schiebt er hemmungslos ber die eingelenkten Vorderrder, fhrt geradeaus. Mal bricht er mit dem Heck aus und schleudert. Vor allem bei Regen ist er mit Vorsicht zu genieen. Im Innenraum gehen die Kontrahenten in die Schluss-Runde. Wobei der 190er mit seiner drftigen Ausstattung unterliegt. Zentralverriegelung, vier Kopfsttzen und Fnfgang-Getriebe bietet der Audi von Haus aus. Bei Mercedes mssen derartige Finessen mit viel Geld bezahlt werden.

Der Audi ist 2650 Mark billiger

Die hhenverstellbaren Fahrersitze sind bei beiden serienmig. Nur die im Audi sind bequemer und geben mehr Seitenhalt. Ein Vergleich der gut greifbaren Vierspeichen-Lenkrder, der kurzen Schalthebel und bersichtlichen Armaturen geht unentschieden aus. Bleibt noch das Platzangebot. Da schlgt Audi wieder zu. Im hinteren Abteil finden selbst grogewachsene Mitfahrer ausreichend Platz. Im Mercedes knnen bestenfalls Kinder eine angenehme Sitzhaltung finden. Eins obendrauf setzen die Ingolstdter Verkaufsplaner mit dem Preis. Mit 27.940 Mark rangiert der 90 TD deutlich unter dem 190er.

Bei ihm kostet bereits die spartanische Grundausstattung satte 30.586 Mark. Und angenehme Mercedes-Extras sind teuer. Da kommen schnell 40.000 Mark und mehr auf die Rechnung, wenn man auf Komfort nicht verzichten will. Den strksten Konterschlag verteilt der 190er mit seiner Langlebigkeit. Die gute Verarbeitung und das nahezu unverwstliche Triebwerk versprechen Fahrleistungen von ber 200.000 Kilometer. Audi-Fahrer knnen das nicht erwarten. Aufgeblasenen Turbo-Diesel-Motoren geht in der Regel erheblich frher die Puste aus. Nach Punkten bleibt der Ingolstdter dennoch Sieger, auch wenn er nicht annhernd das Image des Sternschleppers aus Untertrkheim erreichen kann.

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