Audi Coupé GT 5S — 30.08.2009

Die letzte echte Kante

Das Coupé sorgte nie für Spitzenleistungen. Dennoch gilt es als Begründer der Breitensport-Bewegung bei Audi. Und das liegt an einer Frau. Sah es nicht so aus wie der Dienstwagen der wilden Michèle Mouton?

Es war nicht immer gesund, was in den 70ern aus deutschen Küchen kam. Fett und schwer war das Essen, nicht selten auch der Hausherr. Die Wende kam mit der Aerobicwelle Anfang der 80er, als Jane Fonda und Sydne Rome mit musikunterlegten Be­wegungen weltweit für schlechtes Gewissen sorgten. Ob die nüchternen Audianer eine Vorahnung hatten? Sie öff­neten mit dem Coupé (Typ B2) eine wahre Breitensport-Bibel, aus der Fans noch heute lesen und die übernächste Techniker-Generation gern zitiert. Wobei der Wertewandel einer Nation selten so gut zu messen ist wie an ihren Autos.

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Ein Motor wie aus der Berufsschule: transparente Technik, nachvollziehbarer Sound.

Das Audi Coupé hatte serien­mäßig nicht mal einen Heckwi­scher, ging 1980 mit 115 PS und Vergaser an den Start, war schlank und leicht. In den acht Jahren seiner Karriere pendelte das Leergewicht zwischen 950 und 1300 Kilo. Kein Gramm Fett zu viel, ein Auto wie ein teures Bio-Steak. Und die letzte echte Kante, danach wur­den Autos zu Rund­stücken. Neben einem neuen TT wirkt der alte Audi wie ein ausge­schlachteter Teileträger. Klimaanlage, elektrisch ver­stellbare Spiegel, Bordcomputer? Gegen Aufpreis gab es ein Schie­bedach und einen rechten Au­ßenspiegel, statt des Bordcompu­ters mahnte das Econometer vor saurem Regen. Aber der wurde aus den Nachrichten entsorgt und machte Platz für Ozonlöcher und Umweltzonen. Egal, selbst mit 75 Basis-PS am Lehrerpark­platz spielte das Coupé eine Hauptrolle im Kopfkino. Sah es nicht so aus wie der Dienstwagen der wilden Michèle Mouton, die im Audi quattro für klare Ver­hältnisse in der Rallye-Weltmeisterschaft gesorgt hatte?

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Schönheit braucht Zeit: ein Heck, so sexy wie ein Karstadt-Kaufhaus. Doch mit den Jahren gefällt's.

Ziemlich naiv war man damals, der per­fekte Image-Transfer von Audi vermutlich gar nicht geplant. Doch genial, denn noch immer werden Coupé-Fahrer gefragt, ob das denn ein "echter quattro mit dem kurzen Heck" sei. Wie überstand das Audi Coupé die letzten 29 Jahre? Ein wesent­licher Teil des Bestands wurde Opfer mäßig begabter Tuner. Zweit- und Drittbesitzer fragten höhere Fahrdynamik-Talente ab, als das gutmütige Fahrwerk ein­bringen konnte – ihre Autos wur­den nach der letzten Fahrt vom Abfallbeseitigungsgesetz erfasst. Ein Top-Auto wie unser Foto­modell gibt es am Markt so gut wie gar nicht mehr – auch nicht für gutes Geld. Viele Ersatzteile sind bei Audi schlichtweg nicht mehr vorhanden. Wahre Freaks verbringen Nächte im Netz, fahnden auf Auktions-Plattformen und in Fan-Foren nach Teilen und erkennen ihr Auto als Le­benseinstellung. Wie Johannes van Hamme, der Eigentümer unseres Foto-Cou­pés. Ein Überzeugungstäter mit einem Kuhstall voller Autos, Au­tor eines der besten Bücher zum Thema Audi Coupé. Solange es solche Menschen gibt, gerät das erste Kapitel der Breitensport-Bi­bel aus dem Hause Audi nicht in Vergessenheit. Wie beruhigend.
Technische Daten Audi Coupé GT 55
Motor Fünf Zylinder in Reihe
Hubraum 1921 cm³
Leistung 85 kW (115 PS) bei 5900/min
max. Drehmoment 151 Nm bei 3700/min
Getriebe Fünfganggetriebe, a. W. Dreistufenautomatik
Vorderrad Antrieb
Aufhängung Vorn Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen, Querlenker, Stabilisator; hinten Starrachse an Längslenkern, Schraubenfedern
Länge/Breite/Höhe 4349/1682/1350 mm
Leergewicht 1090 kg
Reifen 175/70 HR 13
Spitze 183 km/h
0–100 km/h in 0,5 s
Verbrauch 12,0 l S/100 km
Neupreis 21.930 Mark (1980)

Toyota Supra 3.0i Turbo

Plus/Minus Das Audi-Coupé gibt keine Rätsel auf: Die Mechanik stammt aus dem Audi 80, teilweise auch aus dem Audi 100 und ist von jedem Schrauber beherrschbar. Zink kannte das Coupé damals noch nicht, Rost kann daher ein ernsthaftes Thema sein. Er blüht dann auch nicht selten an verborgenen Stellen, wie et­wa am Kofferraumboden, an den Schar­nieren des Kofferraumdeckels oder den Innenseiten der Schweller. Unbedingt gesund sein sollten die Hinterachsauf­nahme und der Scheibenrahmen. Größ­ter Vorteil des Coupés: Es gibt noch wel­che. Eine ordentliche Restaurierungs­basis, bei der die Investition überschau­bar bleibt, kostet circa 3000 Euro, top­gepflegte Exemplare das Doppelte.

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Ersatzteile Verschleißteile für Motor und Antrieb sind dank Großserientechnik noch aus­reichend verfügbar. Eng wird es bei cou­péspezifischen Karosserieteilen, Zier­leisten und vor allem dem Interieur. Hier übt Audi traditionell Zurückhal­tung, die sogar wesentlich jüngere Bau­jahre betrifft. Eine gute Innenausstat­tung inklusive nicht eingerissenem Ar­maturenträger aus einem Schlacht­fahrzeug ist das heutige Audi-Gold.

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Marktlage Gute Autos ohne Tuning-Vergangenheit sind selten und deshalb den entschlossenen Kauf wert. Der Karosseriezustand ist viel wichtiger als die Mechanik, denn Ersatzteile für Motor und Getriebe sind leichter zu bekommen als Blech.

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Empfehlung Es sollte ein Einspritzer sein, eine Traummotorisierung ist der 5E mit 130 PS. So schön die Doppelscheinwerfer auch sind, lieber empfehlen wir das Facelift-Modell ab Baujahr 1984. Es ist ausgereifter und vor allem mit quattro-Antrieb und Leder Alltagsauto und Wertanlage. Wichtig beim Kauf ist der Zustand der beiden Schweller, denn neues Blech einzuschweißen ist sehr mühsam und entsprechend teuer. Top ist, wenn er auf Original-Rädern rollt. Denn die werden mittlerweile als Wertgegenstände gehandelt.

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Kommentare zum Artikel (8)

Erstellt

Inhalt

Funktion

AnthonyP
29.10.2009, 13:58Uhr

Ist es nicht schön, dass auch seltene Youngtimer einer breiten Leserschaft auf diesem Weg in Erinnerung gerufen werden? Ich erfreue mich über jeden Bericht über die Klassiker aus den 80er Jahren.
Warum erfreut sich nicht auch der Rest einfach daran, dass diese Berichte erscheinen, anstelle sich über Nichtigkeiten aufzuregen? Motiviert die Redakteure, mehr davon zu machen!

Der "bemängelte" Heckwischer wurde damals als Sonderausstattung von Audi ausgeliefert. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal.... ;-))

Weiter so AutoBild Klassik. Wir brauchen solche Zeitschriften!

Maik
18.10.2009, 20:37Uhr

Ich finde es super dieses Auto noch mal wieder zu beleben.
Ich denke H. Eickmann weiss wo von ich rede. Allerdings ist
es wirklich schade, dass so viele Fehler im Bericht stecken.

Mehr über Audi Coupe GT 5S auf www.typ-81.de.tl

Viele Grüße
Maik

hanxf585
10.09.2009, 04:22Uhr

Ein Musik-Service zu schicken zwei trinken Dienstleistungen 3 (Geschenk-) Dienst
4 spraytype Reinigung fünf Wachsen Dienstleistungen, 6 Kleid Kraftfahrzeuge (mit einer Halskette) 7-für-Dienst frische Luft
Dies ist, was -ich dachte geschehen würde.Haben Sie?Aussteller Freunde
Autor hanxf585
china

hanxf585
10.09.2009, 04:20Uhr

Mein letzter Vorschlag.
Ich bin auf dieser Website http://www.iaa.de/. Siehe das Auto Aussteller sind bemüht, ihre Fahrzeuge Leistungsfähigkeit aufweisen. Aber ich sehe nicht als Aussteller. Kfz-Händler die Kunden mit einer Reihe von innovativen Dienstleistungen. Ich denke, unser Autohaus sollte daran gedacht werden. Ich weiß, dass die Automobilhersteller, die einen besseren Dienst zu tun, dann werden unsere Kunden werden mehr. Autohändler wird die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

El Cortes
31.08.2009, 14:07Uhr

Schönes Auto, gute Zeitschrift, leider viele Fehler im Artikel. Zu sehen ist ein Coupe GT 5S der 1. Serie (Audi "C") mit Heckwischer, den es ja eigentlich nicht gab

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