Audi-Tretauto gegen Eigenbau-Hotrod

Audi-Tretauto gegen Eigenbau-Hotrod Auto Union Typ C Tretauto

Audi-Tretauto gegen Eigenbau-Hotrod

— 02.08.2010

Rennwagen für Rotznasen

Das exklusivste Tretauto der Welt kommt von Audi: Der Auto Union Typ C mit Pedalantrieb. Ihm stellen wir einen charmanten Eigenbau-Hotrod mit Mokick-Motor gegenüber. Am Steuer: Testpilot Johann (6).

Noch lacht er. Oder besser: Johann strahlt übers ganze Gesicht. Da steht ein Rennwagen. Sein Rennwagen. Die silberne Flunder, die er aus Papas Oldtimer-Zeitschriften kennt, parkt im Schrumpfmaßstab 1:2 vor ihm. Johann ist erst sechs und schon ein Testfahrer. Für AUTO BILD wird der Steppke den Mini-Nachbau des Grand-Prix-Rekordwagens Auto Union Typ C von 1936 professionell rannehmen, voll beschleunigen, heftig bremsen, hart ausweichen. Eben das übliche AUTO BILD-Testprogramm. Und das soll harte Arbeit sein? Johann lacht noch immer. Dass der Silberpfeil nur einen Pedalantrieb hat, wird ihm erst später aufgehen. Beim ersten Rundgang um den Strampel-Boliden leuchten Johanns Augen. Er tätschelt über die sanften Schwünge der Stromlinienkarosserie, ruckelt am Alu-Schalthebel, hinterlässt klebrige Abdrücke am Lederlenkrad.

Klassiker mit Pedalantrieb: Historische Tretautos

Luxus-Tretmobil: Der Auto Union Typ C mit Pedalantrieb wird bei der quattro GmbH in Handarbeit gefertigt. Preis: 9700 Euro!

Wir gucken ihm mit leichtem Unbehagen über die Schulter. Schließlich ist der Schrumpf-Rennwagen von 1936 nur eine Leihgabe von Audi. Sein Preis: 9700 Euro. Kein Witz: Das auf 999 Stück limitierte Hightech-Gerät montiert die quattro GmbH, Audis Spezialabteilung für besonders PS-starke Modelle, von Hand. Es rollt auf filigranen Speichenrädern mit authentischem Straßenprofil in den Zehn-Zoll-Reifen. Und es lenkt und bremst wie ein echtes Auto. Kostet ja auch so viel ... Und natürlich sind die Materialien vom Feinsten. Rahmen und Karosserie glänzen in edlem Alu, Schrauben und Stützen sind aus Edelstahl gefertigt. So was Wertvolles, Empfindliches und Besonderes gehört entweder als Ausstellungsstück in ein nobles Firmen-Foyer oder in die Hände kundiger Herrenfahrer – Typen, die mit 30er-Jahre-Preziosen per Du sind. Typen wie ... Johann.

Zum Stöbern: 100 Jahre Audi in einer großen Galerie

Der Hotrod J-3 ist ein selbst gebasteltes Unikat. Sein 50-Kubik-Motor ist für 60 Sachen gut.

Der blonde Bubi erfüllt zunächst das entscheidende Kriterium für unseren Test. Er ist nicht größer als 1,35 Meter – alles, was drübergeht, passt nicht ins Cockpit. Was Papis wirklich schade finden. Noch wichtiger: Johann besitzt selbst ein 1:2-Auto. Sein "J-3" (das setzt sich aus seinen drei Vornamen mit J zusammen) hat ebenfalls ein historisches Vorbild aus den 30er-Jahren. Ganz nach dem Baumuster amerikanischer Hotrods hat sein Vater, von Beruf AUTO BILD-Redakteur, ihm die dachlose Kindergartenversion eines Ford Deuce zusammengedengelt – stilecht mit roten Rädern, hinterer Starrachse und mattschwarzer Lackierung inklusive rotem Flammendekor rund um die aufrechte Kühlernase. Und jetzt kommt's: Unter der Haube des Eigenbaus sitzt ein richtiger Motor. Wenn auch kein Flat-V8 wie die echten US-Cars. Ein Mokick-Motörchen aus Vatterns Werkstatt-Fundus reicht allemal. Schließlich grummelt bei der Zwergenausgabe des Auto Union ja auch kein 16-Zylinder im Heck, sondern nur eine Fahrradkette im Fußraum.

Also, Johann, Helm auf, Brille geputzt, und rauf auf die Teststrecke – welcher Renner macht mehr Spaß? Ausgerechnet jetzt vergeht dem Dreikäsehoch das Lachen. Auf der stillgelegten Landebahn kommt das 75 Kilo schwere Tretmobil nur mühsam in Schwung. Da helfen auch Siebengang-Nabenschaltung und windschlüpfige Karosserie nicht weiter. Für Johann wird das Spiel- zum Quälzeug. Er strampelt, rutscht auf dem winzigen Sportsitz herum, drückt sich von der Lehne ab, macht dann ein quengeliges Gesicht. "Los, schieben!" Okay, aber nur einmal durch die Pylonengasse – Bremsweg und Handling prüfen. Wie sich die beiden Mini-Renner fahren, lesen Sie in der Bildergalerie.

Autor: Jan Horn

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